São Fidélis ist eine brasilianische Gemeinde im Bundesstaat Rio de Janeiro im Südosten des Landes. Sie liegt im Norden des Bundesstaates im Tal des Paraíba do Sul und ist ein regionales Zentrum. Die Einwohnerzahl wurde vom Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) im Jahr 2025 auf rund 41.000 geschätzt.
Die Gemeinde ist nach Fidelis von Sigmaringen benannt.
Geografie und Klima São Fidélis liegt im Norden von Rio de Janeiro auf einer Höhe von etwa 26 Metern über dem Meeresspiegel. Die Gemeinde befindet sich im Einzugsgebiet des Paraíba do Sul, eines der wichtigsten Flüsse im Südosten Brasiliens. Die Gemeinde umfasst einen Teil des 21.444 Hektar großen Staatspark Desengano, der 1970 gegründet wurde. Touristisch reizvoll sind vor allem drei große Wasserfälle.
Das Klima ist tropisch mit warmen Temperaturen und saisonalen Niederschlägen. Die Durchschnittstemperaturen liegen meist zwischen 16 und 33 °C. Die Landschaft ist durch Flusstäler, Hügel und landwirtschaftlich genutzte Flächen geprägt.
Die Gemeinde besteht aus 5 Bezirken: São Fidélis, Cambiasca (ehemals Ponte Nova), Colônia, Ipuca und Pureza.
Geschichte Die erste dauerhafte Siedlung im Gebiet des heutigen São Fidélis entstand 1781 unter dem Namen Gamboa und wurde von zwei Kapuzinermönchen gegründet, welche die einheimische Bevölkerung bekehren wollen. Die Pfarrkirche São Fidélis wurde 1808 errichtet. 1847 besuchte Kaiser Peter II. den Ort.
Im frühen 19. Jahrhundert gewann die Region durch den Ausbau der Kaffeeproduktion erheblich an Bedeutung. Die Siedlung wurde schrittweise administrativ aufgewertet: zunächst als Pfarrei und später als Vila, was die wachsende wirtschaftliche und demografische Bedeutung widerspiegelte. 1850 erfolgte schließlich die offizielle Erhebung zur eigenständigen Gemeinde. Der Kaffeeanbau erlebte im späten 19. Jahrhundert allerdings einen Rückgang. Infrastrukturmaßnahmen sowie die verbesserte Verkehrsanbindung durch Eisenbahnbau stärkten die Integration in die umliegenden Wirtschaftsräume, insbesondere in Richtung Campos dos Goytacazes.
Demografie Die Einwohnerzahl wurde 2025 auf etwa 41.000 Personen geschätzt. Die Bevölkerung ist überwiegend urban (ca. 80 Prozent) geprägt und konzentriert sich im Hauptort. Historisch ist der Ort von Zuwanderung (Portugal, Italien, Deutschland, Syrien/Palästina) geprägt und knapp 54 Prozent bezeichneten sich 2022 als Weiße, 33 Prozent als Pardos (Farbige) oder sonstige und 12 Prozent als Afrobrasilianer.
JahrEinwohner199134.581200036.789201037.543202238.961Volkszählungen
Wirtschaft Die Wirtschaft basiert auf dem Anbau von Zuckerrohr und der Landwirtschaft (Ackerbau, Rinderzucht und Milchwirtschaft).
Durch die Gemeinde verläuft außerdem eine Eisenbahnlinie, die Linha de Campos - Miracema der ehemaligen Leopoldina-Eisenbahn, die die Stadt mit den Gemeinden Campos dos Goytacazes und Santo Antônio de Pádua verbindet. Seit 1996 wird die Strecke von Ferrovia Centro Atlântica (FCA) für den Güterverkehr betrieben.
Religion São Fidélis gehört zum römisch-katholischen Bistum Campos. Neben der katholischen Kirche sind auch protestantisch-freikirchliche Gemeinden vertreten.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Rio de Janeiro (Bundesstaat) Kategorie:Município in Rio de Janeiro (Bundesstaat) Kategorie:Gemeindegründung 1850 Kategorie:Fidelis von Sigmaringen als Namensgeber