Mariann Bienz, Lady Pelham (* 21. Dezember 1953 in Winterthur) ist eine schweizerisch-britische Molekularbiologin am britischen Medical Research Council (Vereinigtes Königreich) Laboratory of Molecular Biology. Seit 1991 gehört sie dem Senior Scientific Staff an, war 2007 bis 2008 gemeinsame Leiterin der Zellbiologie und ist seit 2008 Gruppenleiterin in der Abteilung für Protein- und Nukleinsäurechemie.

Leben und Wirken Sie wurde am Gymnasium Winterthur und an der Universität Zürich ausgebildet, wo sie Zoologie und Molekularbiologie studierte und 1981 ihren Doktortitel erwarb.

Anschließend forschte Bienz als Postdoktorandin am Laboratory of Molecular Biology Laboratory of Molecular Biology (LMB) in Cambridge und kehrte 1986 als Assistenzprofessorin nach Zürich zurück; 1990 wurde sie zur ausserordentlichen Professorin ernannt und war zudem seit 1989 Mitglied der European Molecular Biology Organization (EMBO).

Sie engagierte sich früh für die Förderung von Frauen in der Wissenschaft. An der Universität Zürich war sie im Wintersemester 1990/1991 Mitglied des Komitees zur Förderung akademischer Karrieren von Frauen und 1991 Mitgründerin einer Kinderkrippe für Vorschulkinder am Standort Zürich-Irchel. Später setzte sie sich unter anderem innerhalb der EMBO, der Royal Society sowie bei Veranstaltungen zu Frauen in der Wissenschaft und einem Wikipedia-Edit-a-thon für mehr Sichtbarkeit und Förderung von Wissenschaftlerinnen ein.

Ihre 12 Jahre jüngere Kollegin Kathy Weston beschreibt Bienz vor allem als zielstrebig. Grosse Anerkennung ist in der Beschreibung über Bienz’ Arbeit herauszulesen, wenn es beispielsweise um ihre Leistungen geht, die zu ihrer Wahl in die Royal Society und die Academy of Medical Sciences geführt haben sowie bei ihrer Rolle als Deputy Director des LMB. Aus Zürich hatte sie 1981 die Idee der Selektorgene in der Fruchtfliege Drosophila melanogaster mitgebracht, die einen Modellorganismus darstellte, mit dessen Hilfe sie die Zellkommunikation entschlüsselte. Fast zwangsläufig stiess sie dabei auf die kleinen tRNA-Moleküle, die sich unter Umständen als genetischer Code anpassen liessen, und widmete diesem Thema ihre Doktorarbeit. Diese Arbeit trug maßgeblich zum Verständnis der molekularen Grundlagen der Entwicklungsbiologie bei, insbesondere der Rolle von Proteinen und Genen bei der Steuerung von Körperbau und Zelldifferenzierung.

Seit 1996 ist sie mit dem Biologen Sir Hugh Pelham verheiratet.

Auszeichnungen und Ämter Mitglied der EMBO, 1989 Friedrich-Miescher-Preis der Schweizerischen Biochemischen Gesellschaft, 1990 Fellow of the Royal Society (FRS), 2003 Fellow der Academy of Medical Sciences (FMedSci), 2006

Einzelnachweise

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