Der Bahnhof Brannenburg ist der Bahnhof der Gemeinde Brannenburg im oberbayerischen Landkreis Rosenheim. Er liegt an der Bahnstrecke Rosenheim–Kufstein. Bis 1961 begann hier zudem die schmalspurige Wendelsteinbahn auf den Gipfel des Wendelsteins, deren Talstation sich seitdem im Gemeindeteil Waching befindet.
Geschichte 1858 erhielt Brannenburg Anschluss an die Eisenbahn. Am 5. August 1858 eröffneten die Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen die Strecke von Rosenheim bis an die Staatsgrenze bei Kufstein als Teil der Bayerischen Maximiliansbahn.Siegfried Bufe: Bayerns Tor zum Süden, 1858–2008, 150 Jahre Bahnstrecke Rosenheim–Kufstein. PB Service, 2009.
Am 25. Mai 1912 nahm die Wendelsteinbahn, die älteste bayerische Zahnradbahn,Die erste Zahnradbahn Bayerns war die 1907 eröffnete Kinsauer Zahnradbahn; sie wurde jedoch bereits 1929 stillgelegt. Die älteste noch aktive Zahnradbahn Deutschlands ist die am 13. Juli 1883 in Betrieb genommene Drachenfelsbahn bei Bonn. ihren Betrieb auf. Bereits am 12. Mai 1912 befuhr der erste Zug offiziell die gesamte Strecke. Die Talstation lag direkt neben der Bundesbahn-Station.
Am 15. Juli 1927 wurde die Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Rosenheim und Kufstein fertig gestellt.
Mit zunehmendem Individualverkehr wurde am 21. Dezember 1961 der Abschnitt zwischen dem Bahnhof Brannenburg und dem heutigen Talbahnhof im Brannenburger Ortsteil Waching der Wendelsteinbahn aufgegeben, weil er die ehemals dort verlaufende Bundesstraße 15 kreuzte. Außerdem kostete die Fahrt auf der rund zwei Kilometer langen Reibungsstrecke einige Minuten Fahrtzeit, die zur rationelleren Betriebsabwicklung gebraucht wurden. Hinzu kam, dass es nicht möglich war, in Brannenburg einen ausreichend großen Parkplatz anzulegen.S. Bufe: Zahnradbahnen in Bayern. München 1977, S. 8 Mit der Aufgabe der „Talstrecke“ entfiel allerdings auch der Anschluss an das Netz der damaligen Deutschen Bundesbahn; jedoch reisten bereits damals nur noch zehn Prozent der Fahrgäste der Wendelsteinbahn mit dem Zug an.S. Bufe: Zahnradbahnen in Bayern. München 1977, S. 10
Bis zum Fahrplanwechsel 2009 bestand ein durchgehender stündlicher Regionalbahnverkehr zwischen München und Innsbruck, welcher seitdem in Kufstein wieder gebrochen ist.
Ausstattung Gleise und Bahnsteige Der Brannenburger Bahnhof besitzt insgesamt drei Gleise an einem Haus- und einem Mittelbahnsteig, welche durch eine über Treppen und Aufzüge barrierefrei erreichbare Personenunterführung unter den Gleisen miteinander verbunden sind. Beide Bahnsteige haben eine Höhe von 76 Zentimetern, wodurch ein höhengleicher Zustieg in die hier verkehrenden Züge besteht.
Von Gleis 1, dem Hausbahnsteig, verkehren die Regionalbahnen der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) nach Kufstein, von Gleis 2 die Züge nach Rosenheim – München. Das neben Gleis 2 am Mittelbahnsteig liegende Gleis 3 dient nur in Ausnahmefällen dem Überholen langsamerer Züge und wird planmäßig nicht bedient.
Empfangsgebäude Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Brannenburg, in welchem sich ein Frisörsalon befindet, liegt südwestlich der Bahnsteige an Gleis 1.
Verkehr Bahnverkehr Der Bahnhof liegt seit dem Fahrplanwechsel vom 10. Dezember 2023 im Verbundraum des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV).
Seit dem 15. Dezember 2013 wird der Bahnhof Brannenburg stündlich, zur werktäglichen Hauptverkehrszeit teilweise halbstündlich, mit sechsteiligen Triebzügen vom Typ Stadler FLIRT 3 der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) unter dem Markennamen „Meridian“ als Teil des E-Netzes Rosenheim bedient. Diese Züge verkehren als Regionalbahn-Linie RB 54 von Kufstein über Rosenheim und Grafing nach München. Zum 1. Juli 2020 wurde der Markenname „Meridian“ in „BRB Chiemgau-Inntal“ umbenannt.
Linie Strecke Taktfrequenz München Hbf – München Ost – Grafing Bahnhof – Rosenheim – Brannenburg – Kufstein stündlich(teilweise halbstündlich in der HVZ)Stand: 14. Dezember 2025
Anschlüsse an den nationalen und internationalen Fernverkehr bestehen in Rosenheim und Kufstein. Von 2010 bis 2013 hielt in Brannenburg auch einzelnes Intercity-Zugpaar zwischen München und Österreich.
Busverkehr Brannenburg ist mit fünf Buslinien des Verkehrsbetriebes Regionalverkehr Oberbayern (RVO) an den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auf der Straße angeschlossen. Es bestehen Verbindungen nach Raubling, Nussdorf am Inn, Kufstein, Kiefersfelden, Oberaudorf, Flintsbach, Rosenheim, Neubeuern und Rohrdorf sowie mit der nur zwischen Mai und November verkehrenden „Wendelstein-Ringlinie“ nach Bayrischzell, Fischbachau und Bad Feilnbach.
Literatur Sebastian Dachauer: Chronik von Brannenburg und den nächsten Orten der Umgebung. In: Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte, Band 4, München 1843, Heft 1, S. 92–135 (online, ohne S. 94–95); Heft 2, S. 219–270 (online); Heft 3, S. 326–329 (online); Band 14, München 1853, Heft 2, S. 1–39 (online). Brannenburg, Landkreis Rosenheim, Oberbayern, in: Meyers Gazetteer (mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie alter Landkarte der Umgebung von Brannenburg).
Weblinks
Einzelnachweise
Brannenburg Brannenburg Kategorie:Bauwerk in Brannenburg