miniatur|Wohnhaus Königstraße 66 Das Gebäude Königstraße 66bis 1889 Grüner Weg 66 (→ Liste der Straßen im Bonner Ortsteil Südstadt) ist ein Wohnhaus im Bonner Ortsteil Südstadt, das 1871 errichtet wurde. Es steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz.
Geschichte Das Gebäude entstand im Auftrage der Weinhändler Luis und Carl H. Hofmann als Spekulationsbau nach Plänen des Bonner Architekten Johann Natter (1832–1904)General-Anzeiger für Bonn und Umgegend, 27. Dezember 1904, S. 2 (zeitpunkt.nrw)Landeskonservator Rheinland (Hrsg.); Eberhard Grunsky, Volker Osteneck: Die Bonner Südstadt (= Arbeitshefte des Landeskonservators Rheinland, Band 6). 2., veränderte Auflage, Rheinland-Verlag, Köln 1976, ISBN 3-7927-0265-7, S. 19. am damaligen Grünen Weg, einer alten Wegeverbindung, die auf diesem Teilabschnitt nach dem erfolgten straßenmäßigen Ausbau 1889 in „Königstraße“ umbenannt wurde.Adress-Buch der Stadt Bonn und der Gemeinde Poppelsdorf, Peter Neusser, Bonn 1889, S. 31. (ulb.uni-bonn.de)Birgitta Gruber-Corr: Stadterweiterung im Rheinland – Kommune, Bürger und Staat als Akteure im Entstehungsprozess der Bonner Südstadt 1855–1890. Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bonn, Band 64, Bonn 2004, S. 303, 367. (zugleich Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn, Bonn 2001) (pdf; 1,3MB)Franz Josef Talbot (mit Fotografien von Achim Bednorz): Bonner Südstadt. Emons Verlag, Köln 2018, ISBN 978-3-7408-0468-8, S. 242/243.
Einer der ersten Bewohner des Hauses war 1873/74 der Rechtswissenschaftler Viktor von Meibom.Adress-Buch der Stadt Bonn, P. Neusser, Bonn 1873, S. 110. (ulb.uni-bonn.de) Der von 1877 bis 1885 hier wohnhafte Kaufmann Wilhelm Dulheuer nahm von dem Haus aus zeitweise seine Geschäfte als Konsul und Vizekonsul von Portugal und Spanien für den Konsularbezirk Westfalen war.P. Neusser'sches Adress-Buch der Stadt Bonn, P. Neusser, Bonn 1877, S. 66. (ulb.uni-bonn.de)Adress-Buch der Stadt Bonn, P. Neusser, Bonn 1881, S. 78. (ulb.uni-bonn.de)Adress-Buch der Stadt Bonn, P. Neusser, Bonn 1885, S. 83. (ulb.uni-bonn.de) In den 1890er-Jahren wohnte hier der Astronom Friedrich Deichmüller (1855–1903), Observator der rückwärtig des Hauses gelegenen königlichen Sternwarte.Adress-Buch der Stadt Bonn, Verlag des General-Anzeigers für Bonn und Umgegend, Bonn 1893, S. 115. (ulb.uni-bonn.de)Datensatz zu Friedrich Deichmüller im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek 1897 wurde eine zusätzliche Veranda gebaut. 1940 erfolgten Umbauarbeiten zwecks Schaffung abgeschlossener Wohneinheiten. Anschließend wurde das Gebäude erstmals auch für Bürozwecke genutzt, so als Bezirksdirektion Bonn der Vereinigten Krankenversicherungs-AG.Adreßbuch der Stadt Bonn 1941/42, 81. Auflage, J. F. Carthaus, Bonn 1942, S. 191. (ulb.uni-bonn.de)General-Anzeiger für Bonn und Umgebung, 18. Juli 1942, S. 5. (zeitpunkt.nrw) Nachdem Bonn 1949 Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland geworden war, waren dort für wenige Jahre die Vertretung der heimatvertriebenen Wirtschaft unter ihrem Geschäftsführer Werner Kuhne und der Politische Bilderdienst ansässig.Adreßbuch der Bundeshauptstadt Bonn, 83. Ausgabe (1952/53), J. F. Carthaus, Bonn 1952, S. 89. (ulb.uni-bonn.de)
Das Gebäude wurde am 17. März 1988 in die Denkmalliste der Stadt Bonn eingetragen.
Architektur Das Wohnhaus ist eine dreigeschossige, vierachsige HalbvillaAndreas Denk, Ingeborg Flagge: Architekturführer Bonn. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-496-01150-5, S. 36. mit einer spätklassizistischen Putzfassade, deren Eckachse vorgezogen ist und einen belvedereartigen Turm besitzt. Der Eingangsbereich mit Treppe und Treppenhaus befindet sich im Originalzustand, ebenso die Türen dort und in den Wohngeschossen. Stuckdecken sind noch im 1. Obergeschoss vorhanden, während die Decke im Erdgeschoss abgehangen ist. Der Fußboden besteht dort aus Pitchpinedielen (Stand: 1988). Das Parkett in den beiden mittleren Geschossen wurde erneuert (vermutlich in den 1930er-Jahren), ebenso teilweise die Fenster in den beiden oberen Geschossen. Der Vorgarten mit Einfriedung steht als Teil des Baudenkmals unter Denkmalschutz.
Literatur Andreas Denk, Ingeborg Flagge: Architekturführer Bonn. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-496-01150-5, S. 36.
Weblinks
Einzelnachweise und Anmerkungen
Kategorie:Wohngebäude in Bonn Kategorie:Baudenkmal in Bonn Kategorie:Südstadt (Bonn) Kategorie:Erbaut in den 1870er Jahren