Maria Pellegrini (* 15. Juli 1939 in Pretoro, Region Abruzzen; † 28. Dezember 2025Anna Maria PELLEGRINI. Traueranzeige. In: Ottawa Citizen vom 3. Januar 2026. Abgerufen am 19. April 2026.Francisco Salazar: Obituary: Soprano Maria Pellegrini Dies at 86. Nachruf. OperaWire.com vom 9. Januar 2026. Abgerufen am 19. April 2026. in Toronto, Provinz Ontario) war eine kanadische Opernsängerin (Sopran) italienischer Herkunft.

Leben Anna Maria Pellegrini, die nach eigenen Angaben bereits als Kind Opernsängerin werden wollte,Elizabeth Payne: Remembering Maria Pellegrini, the opera diva next door. In: Ottawa Citizen vom 8. Januar 2026. Abgerufen am 19. April 2026. kam im Alter von fünf Jahren erstmals nach Kanada, wohin ihre italienischstämmigen Eltern auswandern wollten. Die Familie entschied sich jedoch nach einiger Zeit, wieder nach Italien zurückzukehren. Im Jahre 1958Harvey Chusid: Maria Pellegrini in The Canadian Encyclopedia. Abgerufen am 19. April 2026. ging die Familie erneut nach Kanada, um sich dort dauerhaft niederzulassen. Maria Pellegrini lernte Englisch, besuchte die High School und arbeitete nebenbei in einem Frisörsalon. Eine Kundin, die Ehefrau des Politikers und späteren Generalgouverneurs von Kanada Roland Michener, vermittelte ihr ein Stipendium, mit dem sie Gesang studieren konnte.

Pellegrini erhielt ihre Gesangsausbildung von 1960 bis 1964 am Royal Conservatory of Music (RCM) in Toronto bei dem Bariton Ernesto Vinci (1898–1983) und setzte ihre musikalischen Studien in London bei Joe Macko, den sie in erster Ehe heiratete, fort. Sie debütierte 1963 bei der Canadian Opera Company in Toronto als Priesterin in Aida und trat dort im folgenden Jahr als Annina in La traviata auf. 1965 gewann sie den Gesangswettbewerb der Metropolitan Opera.METROPOLITAN OPERA NATIONAL COUNCIL WINNERS. Abgerufen am 19. April 2026. 1965 übernahm sie mit der Gilda in Rigoletto bei der Canadian Opera Company ihre erste Hauptrolle. 1966 war sie an der Canadian Opera als Nedda in I Pagliacci zu hören.

Ab der Saison 1965/66 war sie bis 1971 am Royal Opera House Covent Garden in London engagiert, wo sie neben vielen kleineren Rollen auch mehrere Hauptrollen wie die Liù in Turandot, die Musetta in La Bohème und die Nedda in I Pagliacci übernahm.Maria Pellegrini. Rollenverzeichnis. Vorstellungsarchiv der Covent Garden Opera. Abgerufen am 19. April 2026. Im März 1971 sang sie an der Covent Garden Opera an der Seite von Luciano Pavarotti die Gilda in Rigoletto.Rigoletto. Besetzungsliste vom 31. März 1971. Vorstellungsarchiv der Covent Garden Opera. Abgerufen am 19. April 2026. Ab 1969 trat sie auch an der Sadler’s Wells Opera in London in Hauptrollen (Gilda, Traviata, Cio-Cio-San) auf. Bei der Canadian Opera sang sie 1971 die Cio-Cio-San in Madama Butterfly. 1972/73 gastierte sie wieder an der Covent Garden Opera, diesmal als Fenena in Nabucco und als Cio-Cio-San.Nabucco. Besetzungsliste vom 23. März 1972. Vorstellungsarchiv der Covent Garden Opera. Abgerufen am 19. April 2026.Madama Butterfly. Besetzungsliste vom 10. Januar 1973. Vorstellungsarchiv der Covent Garden Opera. Abgerufen am 19. April 2026. 1974 sang sie an der Canadian Opera die Violetta in La traviata. 1975 trat sie an der Welsh National Opera in Cardiff als Titelheldin in Manon Lescaut von Giacomo Puccini auf. Im Januar 1976 gastierte sie letztmals an der Covent Garden Opera, als Musetta in La Bohème mit Luciano Pavarotti (Rodolfo), Kiri Te Kanawa (Mimì) und Thomas Allen als Partnern.La Bohème. Besetzungsliste vom 15. Januar 1976. Vorstellungsarchiv der Covent Garden Opera. Abgerufen am 19. April 2026. 1978 sang sie an der Canadian Opera wieder die Violetta in La traviata.

Mehrfach gastierte sie auch an italienischen Opernhäusern, u. a. am Teatro Comunale di Bologna, wo sie 1969 die Chrysothemis in Elektra, 1970 die Fiordiligi in Così fan tutte und 1975 die Violetta in La traviata sang. Weitere Auftritte in Italien hatte sie am Teatro Massimo Bellini in Catania (1970, als Gilda), am Teatro Comunale di Treviso (1970, als Butterfly), am Teatro Regio di Parma (1974, als Amalia in I masnadieri) sowie am Teatro Carlo Felice in Genua und am Teatro Lirico Giuseppe Verdi in Triest.

In den Vereinigten Staaten und in Kanada trat sie u. a. am Opernhaus von Pittsburgh (1974), am Opernhaus von New OrleansEntertainment. In: The The Clarion Herald vom 6. November 1975, Seite 5. Abgerufen am 19. April 2026. (1975, als Butterfly), an der Connecticut Opera, an der New Jersey State Opera, an der Calgary Opera, an der Edmonton Opera, an der Opera Hamilton, an der Manitoba Opera und am Opernhaus von Vancouver auf. 1977 wirkte sie an einer kanadischen TV-Produktion der Oper Madama Butterfly mit.Madama Butterfly - Opernaufnahmen 1970-1979. Abgerufen am 19. April 2026. 1980 sang sie am Opernhaus von Ottawa die Musetta in La Bohème. Im März 1982 debütierte sie an der New York City Opera als Cio-Cio-San in Madama Butterfly.Bernard Holland: OPERA: MARIA PELLEGRINI. Aufführungskritik. In: New York Times vom 28. März 1982. Auch nach ihrem offiziellen Bühnenabschied Ende der 1980er Jahre trat sie noch gelegentlich auf, u. a. im Oktober 1997 in einer Aida-Produktion der Opera Lyra im National Arts Centre von Ottawa.

Pellegrini, die sich hauptsächlich auf die Frauenfiguren in den Opern von Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini spezialisierte, hatte international besonders als Cio-Cio-San in Madama Butterfly, die sie in über 400 Vorstellungen weltweit sang, große Erfolge. Sie wurde in ihrer Heimat als „Canada’s Butterfly“ berühmt. Nach Beendigung ihrer Karriere unterrichtete sie in ihrem eigenen Gesangsstudio in Ottawa und übernahm die künstlerische Verantwortung bei Opernproduktionen der 2004 von ihr gemeinsam mit ihrem Sohn gegründeten Pellegrini Opera, die Nachwuchssängern erste Auftrittsmöglichkeiten ermöglichte.Peter Robb: Pellegrini company keeps opera burning brightly in Ottawa. Artsfile.ca. vom 19. September 2018. Abgerufen am 19. April 2026.

1965 wurde Pellegrini kanadische Staatsbürgerin. Ihr zweiter Ehemann Steven Thomas war Gründer und Künstlerischer Direktor der Opera Hamilton in Hamilton, Ontario. Aus dieser Ehe stammt ein gemeinsamer Sohn, der Bassbariton Vincent Thomas. Maria Pellegrini, die über 20 Jahre im Wellington Village im Westen von Ottawa gewohnt hatte, lebte in den drei Jahren vor ihrem Tod bei ihrem Sohn und dessen Familie in Toronto. Sie starb Ende Dezember 2025 im Alter von 86 Jahren und wurde im Januar 2026 auf dem Friedhof in Nepean, einem Vorort der kanadischen Stadt Ottawa, beigesetzt.

Literatur Karl-Josef Kutsch, Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. Band 5: Menni–Rappold. Vierte, erweiterte und aktualisierte Auflage. München 2003, ISBN 3-598-11598-9, S. 1590/91.

Weblinks [Eintrag 1997]

Maria Pellegrini in The Canadian Encyclopedia

Dammi ch'io baci le tue mani care,mia Butterfly!, Tondokument aus Madama Butterfly (Live-Mitschnitt, 1982, mit Lando Bartolini, Tenor) Canada's Butterfly: Maria Pellegrini, TV-Dokumentation (2004)

Einzelnachweise

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