Faucaria tigrina (deutsch auch TigerrachenZimmerpflanzen-FAQ) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Faucaria innerhalb der Familie der Mittagsblumengewächse (Aizoaceae). Die sukkulente Art ist im südöstlichen Südafrika endemisch. Die gegenständigen Blätter erinnern durch ihre Zähnung an einen geöffneten Tier- bzw. Tigerrachen, was sich auch im Gattungsnamen (lat. faux = „Rachen“) widerspiegelt.

Beschreibung, Vorkommen, Gefährdung und Nutzung Die Art bildet kompakte, mit zunehmendem Alter halbkugelige Gruppen. Die gekielten Blätter sind dunkelgrün, zuweilen rötlich überlaufen. Die Oberfläche ist weißlich punktiert. Ihre Länge beträgt 30 bis 40 mm, die Breite 15 bis 20 mm. Sie sind kreuzgegenständig und an der Basis verwachsen, zunächst aufrecht, später ausgebreitet, wenn neue Blätter sie zur Seite drücken. Die Blattränder tragen meist 9–10 Zähne, die in weißlichen, papillierten Grannen enden.Heidrun E. K. Hartmann (Hrsg.): Illustrated Handbook of Succulent Plants: Aizoaceae, 2. Aufl., Springer, Berlin 2017. ISBN 978-3-662-49260-4 (eBook), S. 596.

Die einzelstehenden Blüten mit 5 Kelchblättern besitzen 100–120 gelbe (selten rötliche) Blütenblätter und ca. 270 Staubblätter. Die Frucht ist oben abgeflacht bis leicht erhaben und besitzt einen Durchmesser zwischen 9 und 16 mm. Die Samen sind 1,1 bis 1,5 mm lang und 1 bis 1,25 mm breit.

Faucaria tigrina gedeiht auf flachgründigem Sandstein am Rand von Buschland.

Die Art ist ein Endemit in der südafrikanischen Provinz Ostkap am Rand von Makhanda (Grahamstown). Dort sind noch drei Populationen bekannt: zwei große (mit etwa 300 bzw. 620 adulten Exemplaren), die weniger als zwei Kilometer voneinander entfernt sind, und eine dritte, deutlich kleinere in etwas weiterer Entfernung. Kleinere, isolierte Populationen können durch Inzucht und Gendrift genetisch verarmen und so langfristig vom Aussterben bedroht sein. Faucaria tigrina wird weltweit von Sukkulentenliebhabern kultiviert und es gibt wahrscheinlich weit mehr Pflanzen in Kultur als in freier NaturLuke Bentley, Nigel P. Barker, Anthony P. Dold: Genetic diversity of the endangered Faucaria tigrina (Aizoaceae) through ISSR “fingerprinting” using automated fragment detection. Biochemical Systematics and Ecology, Vol. 58, Feb. 2015, S. 156–161 (pdf).

Systematik Die Erstbeschreibung erfolgte 1795 durch Adrian Hardy Haworth als Mesembryanthemum tigrinum (Basionym)Adrian Hardy Haworth, Observ. Mesembryanthemum 2, 1795, S. 164. Die gültige Bezeichnung Faucaria tigrina geht auf Gustav Schwantes zurück (1926)Gustav Schwantes: Zur Systematik der Mesembrianthemen, 1926, Zeitschrift für Sukkulentenkunde 2, S. 173–189. Die Art ist Typusart der Gattung Faucaria Heidrun E. K. Hartmann (Hrsg.): Illustrated Handbook of Succulent Plants: Aizoaceae, 2. Aufl., Springer, Berlin 2017. ISBN 978-3-662-49260-4 (eBook), S. 591.

Einzelnachweise

Weblinks

Plants of the World Online, Royal Botanic Gardens, Kew

The World Flora Online PlantZAfrica, SA National Biodiversity Institute

Kategorie:Mittagsblumengewächse Kategorie:Aizoaceae Kategorie:Endemische Pflanze Südafrikas