mini|Plan des Kurortes Gries von 1884 mit dem Fagner Weg mini|hochkant|Villa Schmid-Oberrautner, erbaut 1899 Die Fagenstraße () ist eine Straße in der Südtiroler Stadt Bozen im Stadtviertel Gries-Quirein.

Bauwerke Die rund ein Kilometer lange, in südwest-nordöstlicher Richtung verlaufende Fagenstraße verbindet den Nordausgang des Grieser Platzes mit dem Beginn der Sarntaler Straße. Sie bildet eine zentrale Achse des alten Gries und wird mit dem monumentalen Stadel von Kloster Muri-Gries, dem Weinhof Schmid-Oberrautner sowie mit der alten Turnhalle, dem ehemaligen Sonnenhof, der 1899 errichteten Villa Schmid-Oberrautner, der Villa Clara und der Villa Guntschna (ehemals Navratil) von einigen denkmalgeschützten Bauten gesäumt. An ihrem oberen Ende befinden sich mit dem Realgymnasium und der Fachoberschule für Bauwesen „Peter Anich“ zwei wichtige deutschsprachige Oberschulen Bozens. Ebenso ist hier mit dem Rehazentrum Bozen (Physiotherapie-Ergotherapie, Logopädie und Ambulatorium für ambulante integrative Behandlung) ein Dienst des Südtiroler Sanitätsbetriebs untergebracht, ungefähr an der Stelle, wo sich früher das Hotel Austria befand.

Geschichte Der früheste bezeugte Name der alten Verbindung ist Fagner Weg, dann auch Fagenweg. In der Spätphase der österreichisch-ungarischen Monarchie wurde der Weg zur Habsburger Straße. Nach der Annexion Südtirols durch Italien 1919/20 wurde die Straße rückbenannt und 1929 für kurze Zeit einsprachig zur Via Fago. Zur Zeit des italienischen Faschismus wurde die Straße, wiederum einsprachig, in via Mazzini umbenannt. Nach der Befreiung vom Nazifaschismus wurde der historische Name wiederhergestellt.

Der Name „Fagen“ geht auf eine historische Viertelbezeichnung zurück, die seit dem 14. Jahrhundert urkundlich bezeugt ist.Josef Tarneller: Die Burg-, Hof- und Flurnamen in der Marktgemeinde Gries bei Bozen (= Schlern-Schriften. Band 6). Innsbruck: Wagner 1924, S. 36–37 mit Anm. 1 (Digitalisat online bei Teßmann). Er fußt auf mhd. „vach“, was eine Vorrichtung zur Aufstauung des Wassers bezeichnet, das mit dem Fagenbach das Gebiet periodisch zu überschwemmen drohte. Ein etymologisches Pendant findet sich in der oberbayerischen Hofmark Fagen bei Bad Aibling.Hannes Obermair: Das Werden eines Raums. Rottenbuch vor Rottenbuch. In: Helmut Stampfer (Hrsg.): Der Ansitz Rottenbuch in Bozen-Gries. Tappeiner: Lana 2003. ISBN 88-7073-335-1, S. 11–19, bes. 16–17.

Von 1909 bis 1948 führte durch die Fagenstraße ein Abschnitt der Straßenbahn Bozen.

Weblinks

Campus Fagen: Oberschulen

Einzelnachweise

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