Clausdorf war eine mittelalterliche Siedlung im Bereich der heutigen Stadt Beelitz im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Der Ort ist seit dem Spätmittelalter wüst gefallen und ging später im Kolonistendorf Birkhorst auf, das seit 1748 an gleicher Stelle errichtet wurde.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 77)
Geografische Lage Die historische Dorfstelle lag beiderseits des Weges von Birkhorst nach Borkheide. In diesem Gebiet wurde zudem Keramik aus der Frühphase der Deutschen Ostsiedlung gefunden, die von Günter Mangelsdorf gesichert wurde.
Geschichte und Etymologie Die Ersterwähnung erfolgte 1375 im Landbuch Karls IV. unter den Schreibweisen Claustorff, Clausstorff und Clausstorp. Weitere Nennungen stammen aus dem Jahr 1541 als zum landt zu Claussdorff sowie aus dem Jahr 1757 als Clasdorff. Im Jahr 1805 wurde die Bezeichnung Birkhorst oder Clausdorf verwendet. Die Bezeichnung stammt von einem Mann mit dem deutschen Personennamen Klaus ab.Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 40, ISBN 3-937233-17-2.
Rechtsgeschichtlich verfügte der Markgraf 1375 über Ober- und Untergerichtsbarkeit sowie den Wagendienst in Clausdorf. Zu dieser Zeit bestanden im Ort 21 Hufen, von denen der Lehnschulze drei Hufen besaß; zusätzlich gab es drei Kossätenstellen. Ein Krug wurde nicht erwähnt. Zwischen 1735 und 1450 fiel der Ort offenbar wüst, denn um 1450 wurde Clausdorf nicht mehr genannt. Im Jahr 1541 besaß die Kirche zu Wendisch Bork Hebung vom Land zu Clausdorf, und auch 1741 wurde dieses Recht noch erwähnt. Für das gleiche Jahr sind 197 Morgen und 111 Quadratruten als Besitz der wüsten Feldmark Clausdorf angegeben. Auf der Fläche entstand ab 1748 die Kolonie Birkhorst.
Namensproblematik Die historische Einordnung von Clausdorf ist durch die Existenz mehrerer gleichnamiger Orte in der Region erschwert. Im Mittelalter bestanden im brandenburgischen Gebiet mindestens zwei Dörfer namens Klausdorf, von denen nur eines im Landbuch Karls IV. von 1375 eindeutig nachgewiesen ist, während das andere vermutlich bereits zu diesem Zeitpunkt wüst gefallen war. Davon ausgenommen ist das deutlich weiter östlich gelegene Klasdorf. Diese Ausgangslage führte in der älteren Forschung wiederholt zu Verwechslungen und unsicheren Zuschreibungen einzelner Belege. Insbesondere die Gleichsetzung der im Landbuch genannten Siedlung mit der späteren wüsten Feldmark von Clausdorf wurde nicht durchgehend eindeutig vorgenommen. Erst die Auswertung eines umfangreicheren urkundlichen Quellenmaterials ermöglichte eine differenzierte Trennung der einzelnen Orte und eine genauere Zuordnung der Überlieferung. Auch in der Forschung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts bestanden noch erhebliche Unsicherheiten, die sich unter anderem in der Annahme eines weiteren, im Dreißigjährigen Krieg untergegangenen Klausdorf niederschlugen. In der neueren Forschung wird Clausdorf (Zauche) daher als eine von mehreren gleichnamigen Siedlungen betrachtet, deren Überlieferungsgeschichte lange Zeit nicht eindeutig voneinander getrennt werden konnte.Peter P. Rohrlach: Ältere Ortsnamenbelege und das Problem ihrer Zuordnung im alten Kreis Jüterbog-Luckenwalde In: Friedrich Beck, Klaus Neitmann (Hrsg.): Brandenburgische Landesgeschichte und Archivwissenschaft. Festschrift für Lieselott Enders zum 70. Geburtstag, 1997, S. 12–15.
Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 77)
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Ersterwähnung 1375 Kategorie:Geographie (Beelitz)