mini|Aile Asszonyi (2012) Aile Asszonyi (* 22. Juli 1975 in Väike-Maarja) ist eine estnische Sopranistin.

Werdegang Asszonyis Vater stammt aus dem nordöstlichen Oberungarn, das nach dem Zweiten Weltkrieg an die Sowjetunion abgetreten wurde. Da er in der Ukrainischen SSR als Sohn eines Priesters nicht studieren durfte, siedelte er in die Estnische SSR über.Interview Aile Asszonyi: „Ich bin keine große Draufgängerin“, abgerufen am 19. April 2026. Dort ist sie geboren und aufgewachsen. 1994 machte sie an der Georg-Ots-Musikschule in Tallinn ihren Schulabschluss und nahm anschließend ein Gesangsstudium an der Estnischen Musik- und Theaterakademie auf, welches sie 1999 mit dem Erwerb des Bachelor- und 2002 mit dem Erwerb des Mastergrades abschloss.Asszonyi, Aile - Estonian Music Information Centre, abgerufen am 19. April 2026 (englisch). Zudem lernte sie bei Carlo Bergonzi. Anschließend zog sie in die Niederlande, wo sie ihre Studien an der Nationalen Oper fortsetzte und ihren Ehemann kennenlernte.

Karriere Ihr Bühnendebüt gab sie noch während ihrer Ausbildung im Jahr 2000 zunächst noch als Mezzosopranistin am Vanemuine als Despina in Così fan tutte. Später wirkte sie in den Uraufführungen der Opern Zora D und Dve glave i devojka von Isidora Žebeljan mit. 2004 gewann sie in Brüssel den Prix des Donateurs des Concours Reine Elisabeth.Final 2004: Aile Asszonyi - Opera, abgerufen am 19. April 2026 (englisch). Ab 2010 war Asszonyi Mitglied der Nationaloper Estonia. Dort verkörperte sie unter anderem die Armida in der gleichnamigen Oper von Joseph Haydn, Donna Anna und Donna Elvira in Wolfgang Amadeus Mozarts Don Giovanni, Adina in L’elisir d’amore von Gaetano Donizetti sowie die Violetta Valéry in der Verdi-Oper La traviata.Aile Asszonyi, Oper Graz, abgerufen am 19. April 2026.

Später verlegte sie ihren Schwerpunkt auf dramatischere Rollen wie die Fidelio in Ludwig van Beethovens gleichnamiger Oper oder die Venus im Tannhäuser von Richard Wagner. Asszonyi wurde 2007 vom Estnischen Musikrat zur besten Musikerin des Jahres gekürt und erhielt 2009 den jährlichen Estnischen Theaterpreis für die beste Opernaufführung.Aile Asszonyi, abgerufen am 19. April 2026 (englisch).

Ab Mitte der 2010er Jahre folgten vermehrt internationale Auftritte. So verkörperte Asszonyi 2016 an der Oper in Graz die Mutter in Il prigioniero von Luigi Dallapiccola, am Theater Bonn die Prothoe in der Oper Penthesilea von Othmar Schoeck und die Abigaille in Verdis Nabucco am Theater Regensburg. 2017 wirkte sie an der Uraufführung des Oratoriums Über Liebe und Hass von Sofia Gubaidulina in Tallinn mit.The Estonian National Symphony celebrates Gubaidulina, abgerufen am 19. April 2026 (englisch).

Später trat sie als Fata Morgana in Die Liebe zu den drei Orangen von Sergei Prokofjew am Theater Koblenz auf. Am Saarländischen Staatstheater war sie als Isolde in Wagners Tristan und Isolde sowie als Turandot in der gleichnamigen Oper von Giacomo Puccini zu sehen. 2023 kam hier noch ihre Rolle als Brünnhilde in Wagners Der Ring des Nibelungen hinzu.Zweiter Tag des Bühnenfestspiels »Der Ring des Nibelungen« von Richard Wagner, abgerufen am 19. April 2026.

Ebenfalls 2023 und 2024 sang Asszonyi ihre Paraderolle als Elektra in der Oper von Richard Strauss an der Oper Frankfurt.Aile Asszonyi soprano, abgerufen am 19. April 2026 (englisch). Hier wurde unter anderem ihre „energiegeladene, voluminöse und hochdramatische Stimme“ sowie ihre überzeugende Darbietung des „tiefenpsychologischen Wahnsinn(s) ihrer Rolle“ gelobt.Elektra(un)komplex: Richard Strauss' Elektra an der Oper Frankfurt, abgerufen am 19. April 2026. Es folgten weitere Auftritte, unter anderem an der Deutschen Oper Berlin wiederum in Wagner-Opern, an der Oper Leipzig, der Israeli Opera, der Opéra royal du château de Versailles und der Wiener Kammeroper. In Wagners Götterdämmerung spielte sie 2023 auf den Bayreuther Festspielen die Gutrune.Aile Asszonyi, abgerufen am 19. April 2026. Ebenfalls 2023 erhielt sie den estnischen Staatsmusikpreis.Rahvusvahelisel muusikapäeval jagati muusikapreemiaid, abgerufen am 19. April 2026 (estnisch).

Privat Asszonyi ist mit einem Theaterregisseur verheiratet, mit dem sie einen gemeinsamen Sohn hat.

Weblinks

aileasszonyi.com, persönliche Website Aile Asszonyi bei der Deutschen Oper Berlin

Einzelnachweise

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