mini|Asim Munir Syed Asim Munir Ahmed Shah (* 1968 in Rawalpindi) ist ein pakistanischer Militär, der seit 2025 Oberbefehlshaber der pakistanischen Armee ist. Er ist der zweite Fünfsternegeneral in der Geschichte des Landes und gilt als einer der mächtigsten Personen Pakistans.

Laufbahn Munir stammt aus einer muslimischen Familie, die bei der Teilung Indiens 1947 aus dem indischen Punjab flüchten musste. Munirs Vater war Rektor einer Technischen Hochschule und Imam in einer Moschee. Er hat zwei Brüder. In seiner Jugend erhielt Munir eine religiöse Ausbildung an einer Madrasa und spielte Cricket.

Munir gehört zum 17. Jahrgang der Officers Training School (OTS) in Mangla und absolvierte die National Defence University in Islamabad, wo er seinen MPhil in Public Policy und Strategic Security Management erwarb. Munir absolvierte außerdem das JGSDF Camp Takigahara in Japan, das Command and Staff College in Quetta sowie das Malaysian Armed Forces College in Kuala Lumpur.

Zu Beginn seiner militärischen Laufbahn war er in Saudi-Arabien stationiert, einem wichtigen Verbündeten von Pakistan, wo er den Koran auswendig lernte und zum Hafiz wurde. Während seiner Zeit als Brigadegeneral befehligte Munir Truppen im Norden Pakistans, nahe der Line of Control im umstrittenen Kaschmir. 2016 wurde er Leiter des Nordkommandos der pakistanischen Streitkräfte.

2017 wurde er schließlich zum Leiter des Militärgeheimdienstes erhoben und 2018 Chef des sehr einflussreichen Inter-Services Intelligence. Im Juni 2019 wurde Munir allerdings nach kurzer Zeit von Premierminister Imran Khan abgesetzt. Danach befehligte der degradierte Munir ein Korps in Gujranwala. Von 2021 bis November 2022 war Generalleutnant Munir als Generalquartiermeister der pakistanischen Armee im Generalhauptquartier (GHQ) tätig.

Im August 2022 wurde Imran Khan abgesetzt und das Militär verstärkte seine Kontrolle über das Land. Munir soll der Drahtzieher der späteren Verurteilung von Khan wegen angeblicher Korruption gewesen sein, wodurch einer der beliebtesten Politiker Pakistans ausgeschaltet wurde. Im November 2022 wurde Munir unter der Regierung von Shehbaz Sharif zum Viersterne-General befördert und zum Stabschef der pakistanischen Armee (Chief of the Army Staff) ernannt. Einen Monat später wurde ihm zudem das neugeschaffene Amt des Leiters der Armee (Chief of Defence Forces) verliehen.

Nach dem Konflikt zwischen Indien und Pakistan im Jahr 2025 beförderte die pakistanische Regierung Munir am 20. Mai 2025 zum Feldmarschall und Fünfsternegeneral. Dies machte ihn nach Ayub Khan zur erst zweiten Person in der Geschichte Pakistans, die diesen Rang erreichte. Im Rahmen einer Verfassungsänderung im November 2025 wurde ihm außerdem das Kommando über die Luftstreitkräfte und Marine gegeben sowie eine lebenslange Immunität zugesichert.

Munirs politischer Einfluss in Pakistan ist so groß, dass er Mitte 2025 das Weiße Haus besuchte und sich mit US-Präsident Donald Trump traf. Im April 2026, während des Iran-Kriegs 2026, stand Munir an vorderster Front bei den Bemühungen um die Aushandlung eines Waffenstillstandsabkommens und stand in direktem Kontakt mit hochrangigen Vertretern der USA und des Iran, darunter US-Vizepräsident JD Vance, Sonderbeauftragter Steve Witkoff und dem iranische Außenminister Abbas Araghtschi.

Politische Ansichten Munir gilt als konservativ und vertritt religiös-nationalistische Ansichten. 2024 warnte er Studenten in einer öffentlichen Rede vor sozialen Medien und Verwestlichung und stellte die Frage: „Wenn wir die westliche Zivilisation übernehmen wollen, warum haben wir uns dann aus der hinduistischen Zivilisation gelöst?“. Im selben Jahr wurde mit den Worten zitiert: „Uneingeschränkte Meinungsfreiheit führt in allen Gesellschaften zu einem Verfall der moralischen Werte.“

Er gilt als Anhänger der Zwei-Nationen-Theorie und einer „Pakistan-First“-Doktrin. Er betonte dabei unüberbrückbare Differenzen zwischen dem muslimischen Pakistan und dem mehrheitlich hinduistischen Indien. Munirs Außenpolitik, auch als „Munir-Doktrin“ bezeichnet, wird als Versuch beschrieben, sich von der traditionellen Wahl zwischen den Vereinigten Staaten und China als wichtigstem geopolitischem Partner zu lösen, und konzentriert sich auf drei Kernpunkte: ein positiveres Bild Pakistans zu schaffen, das Land zu einer regionalen Mittelmacht zu entwickeln, insbesondere als Akteur im Sicherheitsbereich, und der Geoökonomie Vorrang vor der Geopolitik einzuräumen.

Kontroversen Munir wurde international wegen seiner Beteiligung an der Verfolgung der Opposition kritisiert. Im März 2025 legten die US-Kongressabgeordneten Joe Wilson und Jimmy Panetta den „Pakistan Democracy Act“ als (nicht verabschiedeten) Gesetzesentwurf vor, der Sanktionen gegen Munir wegen der Verfolgung politischer Gegner, darunter Imran Khan, vorsah.New bill seeks to sanction Pakistan’s army chief, free former PM Khan

Am 17. März 2025 veröffentlichte der Journalist Ahmad Noorani einen Bericht, in dem behauptet wurde, dass Verwandte und enge Vertraute von Munir in wichtige Regierungsernennungen eingegriffen und sich Spitzenpositionen gesichert hätten, obwohl ihnen die entsprechenden Qualifikationen oder Leistungen fehlten. Nach der Veröffentlichung des Berichts wurden Noorani und sein Bruder von bewaffneten Männern entführt.

Laut einer Meldung des indischen Onlineportals The Print vom August 2025 soll Munir Indien mit Atomwaffen gedroht haben. Munir soll gesagt haben: „Wir sind eine Atommacht; wenn wir glauben, dass wir untergehen, reißen wir die halbe Welt mit uns in den Abgrund.“ Er fügte hinzu: „Wir werden im Osten Indiens beginnen, wo sich die wertvollsten Ressourcen befinden, und uns dann nach Westen vorarbeiten.“ Von pakistanischen Offiziellen wurden die Zitate dementiert.

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