mini|Ausschnitt aus dem Urmesstischblatt Nr. 3841 von 1842 Frauendorf ist eine mittelalterliche Wüstung nordnordwestlich von Bad Belzig. Die Dorfflur lag südlich der Jagenteile 46–48, wie die Dippmannsdorfer Forstkarte von 1928 zeigt.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 114)
Geschichte und Etymologie In den schriftlichen Quellen erscheint der Ort seit dem späten 14. Jahrhundert in verschiedenen Namensformen: 1383 als czu frouwendorp, 1385 als vrowendorph und 1388 als uff vrouwindorffer marke. Im Jahr 1842 wurde die Wüste Feldmark Frauendorf im Urkunden und Memorabilienbuch (UrMBl 2106 Belzig) geführt. Fischer weist darauf hin, dass die Bezeichnung Frau im Mittelalter eine „Herrin, eine Edelfrau“Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 56, ISBN 3-937233-17-2. bezeichnet. Oft besteht auch eine Beziehung zu Maria, die sich hier auch widerspiegelt.
Die Besitzverhältnisse waren im späten Mittelalter stark zersplittert. Vor 1388 bis nach 1420 hatten die von Thümen Anteile von zunächst vier Hufen (1388) sowie drei und zwei Hufen (1419/1420). Ebenfalls vor 1388 bis nach 1419/1420 verfügten die von Oppen über Hebungen, die zum Belziger Burglehen gehörten, später über vier Hufen. Um 1419/1420 besaßen zudem die von Ziesar vier Hufen. 1487 erscheinen die von Hacke mit vier Hufen, vermutlich identisch mit einem der vorherigen Anteile. Zwischen 1566 und 1872 wurden die verschiedenen Anteile im Amt Belzig Rabenstein offenbar vereinigt. Bereits 1388 war Frauendorf wüst. 1419/1420 verfügten die Familien von Oppen, von Thümen und von Ziesar zusammen über 14 Hufen zu Frauendorf, wobei die von Ziesar aus jeder Hufe acht Scheffel Hafer an Hebungen erhielten. 1565 hatten zwei Dorfhufner zu Lütte je eine wüste Hufe in Frauendorf inne; 1591 und 1682 wurde dies erneut bestätigt. 1682 nutzte zusätzlich die Familie von Schwanebeck eine weitere wüste Hufe, und 1701 wurde eine weitere Hufe in Lütte genutzt. 1822 gehörten drei wüste Hufen zu Lütte. Die wüste Feldmark ging schließlich in der Feldmark von Lütte sowie in der Dippmannsdorfer Forst auf und wurde nicht wiederbesiedelt. Der Zehnt der wüsten Feldmark fiel 1591 und 1822 an den Pfarrer zu Belzig.
Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 114)
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Ersterwähnung 1383 Kategorie:Geographie (Bad Belzig)