Sousa ist eine brasilianische Gemeinde im Bundesstaat Paraíba im Nordosten des Landes. Sie liegt im Sertão und ist ein wichtiges regionales Zentrum im Westen von Paraíba. Die Einwohnerzahl wurde vom Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) im Jahr 2025 auf rund 70.000 geschätzt.

Geografie und Klima Sousa liegt im Westen von Paraíba auf einer Höhe von etwa 220 Metern über dem Meeresspiegel. Die Gemeinde befindet sich im Einzugsgebiet des Rio do Peixe, eines Nebenflusses des Rio Piranhas.

Das Klima ist semiarid. Die Durchschnittstemperaturen liegen meist zwischen 20 und 38 °C. Die Vegetation gehört überwiegend zur Caatinga.

Geschichte Die Besiedlung der Region entlang des Flusses Peixe im westlichen Teil der Kapitänschaft Paraíba durch Siedler aus Bahia, Pernambuco und São Paulo erfolgte Ende des 17. Jahrhunderts. Aufgrund der Fruchtbarkeit des Bodens zogen neue Bewohner in die Gegend, wodurch das Dorf Jardim do Rio do Peixe entstand; unter ihnen befand sich auch Bento Freire de Sousa, der 1732 die erste Kapelle baute, welche heute unter Denkmalschutz steht.

Am 22. Juli 1766 wurde die Siedlung durch königliche Urkunde in den Status einer „vila“ (Kleinstadt) erhoben. Sie war ab 1800 unter dem Namen Villa Nova de Sousa bekannt, benannt nach Bento Freire de Sousa. Am 25. März 1814 – dem Verkündigung des Herrn soll sich während der Messe in der Rosenkranzkirche ein eucharistisches Wunder ereignet haben.

Durch das Provinzgesetz Nr. 28 vom 10. Juli 1854 wurde die Vila unter dem Namen Sousa zur Stadt erhoben. Im Jahr 1872, während der ersten Volkszählung des brasilianischen Kaiserreichs, zählte Sousa 29.726 Einwohner,Zensus 1872 womit es die bevölkerungsreichste Gemeinde in der Provinz Paraíba war. Zu diesem Zeitpunkt war die Fläche der Gemeinde noch deutlich größter, diese wurde mit der Zeit durch Abspaltungen reduziert. Schon 1863 war Cajazeiras eine eigene Gemeinde geworden.

Die Stadt erlebte ab den 1910er Jahren eine intensive Urbanisierung. Im Jahr 1915, während einer schweren Dürre im Sertão, wurde der erste öffentliche Markt errichtet. Im Jahr 1922 erreichten die ersten Züge die Stadt, obwohl der Bahnhof erst am 13. Mai 1926 als Teil der Strecke zwischen Sousa und dem Bundesstaat Ceará eingeweiht wurde. 1925 erfolgte die Elektrifizierung. Zuvor, am 27. Juli 1924, war eine Bande von Banditen unter der Führung von Virgulino Ferreira da Silva (Lampião) in die Stadt eingedrungen und hatte sie geplündert.https://dspace.sti.ufcg.edu.br/handle/riufcg/5115

1933 und 1936 wurden das Hotel Catete bzw. der São-Gonçalo-Staudamm eingeweiht; an beiden Anlässen nahm der brasilianische Präsident Getúlio Vargas teil. 1957 wurde eine Brücke über den Rio Peixe gebaut, wodurch die Stadt auf das linke Flussufer ausgedehnt werden konnte. Im Jahr 1971 wurde durch ein kommunales Gesetz die Rechtswissenschaftliche Fakultät von Sousa gegründet. Sie wurde 1979 Teil der Bundesuniversität von Paraíba (UFPB) und später, im Jahr 2002, Teil der Bundesuniversität von Campina Grande (UFCG).

Demografie Die Einwohnerzahl wurde 2025 auf etwa 70.000 Personen geschätzt. Knapp 50 Prozent der Bevölkerung gehörte 2022 der Gruppe der Pardo (gemischte Abstammung) an, 40 Prozent waren Weiße und etwas weniger als 10 Prozent waren Afrobrasilianer.

JahrEinwohner199160.257200062.635201065.799202267.259Volkszählungen

Wirtschaft Sousa ein wichtiges regionales Handelszentrum im Westen von Paraíba und ein führender Industriestandort (z. B. Lebensmittelverarbeitung) in Paraíba. Eine besondere touristische Attraktion stellt das Tal der Dinosaurier (Vale dos Dinossauros) dar, in dem fossile Fußspuren entdeckt wurden.

Religion Sousa gehört zum römisch-katholischen Bistum Cajazeiras. Neben der katholischen Kirche sind auch zahlreiche protestantisch-freikirchliche Gemeinden vertreten.

Sport Der Fußballverein Sousa EC hat bereits mehrfach die Staatsmeisterschaft von Paraíba gewonnen.

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Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Paraíba Kategorie:Município in Paraíba Kategorie:Gemeindegründung 1854