mini|Eugen Maximilianowitsch von Leuchtenberg

Eugen Maximilianowitsch von Leuchtenberg (; * 8. Februar 1847 in Sankt Petersburg; † 31. August 1901 ebenda) war ein russischer Adliger, General der Infanterie und der 5. Herzog von Leuchtenberg. Als Enkel von Zar Nikolaus I. und des französischen Prinzen Eugène de Beauharnais gehörte er dem engsten Kreis der russischen kaiserlichen Familie an.

Herkunft und Jugend Eugen wurde als zweiter Sohn und fünftes Kind von Maximilian de Beauharnais, dem 3. Herzog von Leuchtenberg, und Großfürstin Marija Nikolajewna Romanowa geboren. Durch seinen Vater war er ein Urenkel der französischen Kaiserin Joséphine, durch seine Mutter ein Enkel des Zaren Nikolaus I. Viele Historiker stellen Eugen jedoch als unehelichen Sohn von Graf Grigori Stroganow (1824–1878) dar, dem Geliebten und späteren zweiten Ehemann der Großfürstin Maria.Zoia Belyakova, Honour and fidelity: The Russian Dukes of Leuchtenberg, Logos Publisher, 2010 S. 27 und 68

Im Gegensatz zu seinem Bruder Nikolaus, der sich als hochbegabt in den Naturwissenschaften erwies, war Eugen ein eher mittelmäßiger Schüler, dessen Interessen sich weitgehend auf Kartenspiele beschränkten. Wie alle Angehörigen seiner Gesellschaftsschicht war der Prinz von Geburt an für eine militärische Karriere bestimmt, und sein Großvater ernannte ihn kurz nach seiner Geburt zum Mitglied des Preobraschenski-Regiments und zum Kommandeur des Ulanenregiments. Als Tutor wurde ihm der Militärgeneral F.K. von Notbeck zugeteilt, der jedoch kaum Gelegenheit hatte, seine Zufriedenheit mit den Fortschritten seines Schülers zum Ausdruck zu bringen.

Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1852 erhielt er zusammen mit seinen Geschwistern von seinem Onkel, Zar Alexander II., den Titel eines Fürsten Romanowski mit dem Prädikat „Kaiserliche Hoheit“. Er genoss eine erstklassige militärische Erziehung am russischen Hof.

Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1852 wurde Eugens älterer Bruder Nikolaus der vierte Herzog von Leuchtenberg. Als Nikolaus 1891 ohne Erben starb, wurde Eugen der fünfte Herzog und blieb es bis zu seinem Tod im Jahr 1901. Ihm folgte sein jüngerer Bruder Georg.

Im Alter von sieben Jahren, 1855, trat Eugène dem Jägerbataillon der Kaiserlichen Familie bei. 1867 wurde er zum Kornett im Ulanenregiment befördert, bevor er im folgenden Jahr zum Leutnant der Kaiserlichen Armee ernannt wurde. Kurz darauf sorgte der Prinz jedoch für einen Skandal, indem er mit einer französischen Schauspielerin namens Letessier nach Paris desertierte. Nach seiner Rückkehr nach Sankt Petersburg wurde er vor ein Kriegsgericht gestellt, seines Ranges enthoben und alle seine Auszeichnungen aberkannt.

1872 meldete sich der Prinz freiwillig zur Eroberung Turkestans. Im folgenden Jahr nahm er an der Einnahme von Chiwa teil, wofür er mit dem Kaiserlichen und Militärischen St.-Georgs-Orden ausgezeichnet und vom Kaiser mit einem goldenen Schwert geehrt wurde. Wenige Jahre später kämpfte Eugen im Russisch-Türkischen Krieg von 1877–1878. In der Schlacht von Kasanlyk verwundet, wurde er zum General befördert und erhielt den St.-Wladimir-Orden sowie eine montenegrinische Medaille.

Anschließend wurde Eugen zum Generalmajor ernannt und zum Kommandeur der Astrachaner Dragoner und der Orenburgischen Kosaken. Er erhielt dreimal (1893, 1895 und 1898) besonderen Dank vom Zaren und beendete seine militärische Laufbahn als General der Infanterie (1898).

Militärische Karriere Eugen schlug eine Offizierslaufbahn in der russischen Armee ein: Turkestan-Feldzug: Er zeichnete sich 1873 beim russischen Vorstoß nach Chiwa aus. Für seine Tapferkeit wurde er mit dem St.-Georgs-Orden 4. Klasse ausgezeichnet. Russisch-Osmanischer Krieg (1877–1878): Er nahm aktiv an den Kämpfen auf dem Balkan teil, unter anderem bei der Belagerung von Plewna.

Im Laufe seiner Karriere stieg er bis zum Rang eines Generals der Infanterie und Generaladjutanten des Zaren auf.

Privatleben und Ehen Eugen Maximilianowitsch war zweimal verheiratet: 1869 heiratete er in Florenz Daria Opotschinina (1844–1870), eine Urenkelin des Feldmarschalls Kutusow. Da es eine morganatische Ehe war, erhielt sie den Titel Gräfin von Beauharnais. Sie starb bei der Geburt der Tochter Daria (1870–1937). Sie heiratete in erster Ehe Fürst Leon Kotchoubey (1862–1927) am 7. September 1893 in Baden-Baden , Karlsruhe , Baden-Württemberg ; die Ehe wurde 1911 geschieden. In zweiter Ehe heiratete sie Waldemar, Baron von Grävenitz (1872–1916), am 22. Februar 1911 in Sankt Petersburg. In dritter Ehe heiratete sie Viktor Markezetti (gest. 15. Januar 1938). Aus ihrer ersten Ehe ging ein Kind hervor. 1878 heiratete er Sinaida Skobelewa (1856–1899), die Schwester des Generals Michail Skobelew. Auch sie wurde zur Gräfin von Beauharnais und später zur Herzogin von Leuchtenberg ernannt. Sie hatte eine Affäre mit Alexei Alexandrowitsch Romanow. Er wurde in der Isidor-Kirche des Alexander-Newski-Klosters beigesetzt.

Auszeichnungen Großherzogtum Hessen: Großkreuz des Ludewigs-Orden (14. Oktober 1864) Königreich Bayern: Ritter des Hubertusorden (1869) Königreich Württemberg: Großkreuz des Ordens der Württembergischen Krone (1871) Königreich Preußen: Ritter des Roter Adlerorden, 1. Klasse (21. August 1890)

Weblinks

Einzelnachweise

Literatur

Kategorie:Herzog (Leuchtenberg) Kategorie:General der Infanterie (Russisches Kaiserreich) Kategorie:Person im Russisch-Osmanischen Krieg (1877–1878) Kategorie:Familienmitglied des Adelsgeschlechts Beauharnais (Linie Leuchtenberg) Kategorie:Person (Sankt Petersburg) Kategorie:Russe Kategorie:Geboren 1847 Kategorie:Gestorben 1901 Kategorie:Mann