Der Predigerstuhl ist ein nach den amtlichen Karten (s. u.) hoher Berg in den Nockbergen, einem Teil der Gurktaler Alpen in Kärnten. Der plateauartige, aufgrund seiner besonderen Geologie für die Umgebung bemerkenswerte Berg liegt vollständig in der Kernzone („Naturzone“) des Biosphärenparks Nockberge.
Berg und Umgebung Der Predigerstuhl erhebt sich zwischen dem Pfannock im Osten und dem Rosennock im Westen. Die Sättel zwischen den genannten Bergen sind im Osten die Erlacher-Bock-Scharte auf Alle nicht individuell referenzierten Angaben entstammen der amtlichen Karte in KAGIS, siehe Weblinks. und im Westen das Törl auf . In historischen Karten, auf OpenStreetMap und manchen Wanderkarten ist eine Senke östlich des Törl als Hohenfirstsattel verzeichnet, dieser mit tatsächlich tiefer als das Törl liegende Punkt ist in den jüngeren amtlichen Karten (ÖK50, KAGIS) jedoch unbenannt. Der Predigerstuhl hat keinen ausgeprägten Gipfel, sondern trägt ein welliges Plateau, das zu allen Seiten (ausgenommen der westlichen) in steilen bis senkrechten Wänden abbricht. Die Felswand an der Südwestseite trägt den Namen Zunderwand, jene im Norden den Namen Karlwand. Südöstlich unter dem Predigerstuhl befindet sich der Talschluss des Langalmtals mit dem Erlacherhaus. Nordwestlich (Richtung Plattnock) ist dem Predigerstuhl ein etwas tiefer liegendes Plateau namens Ochsenstand vorgelagert. Die Abgrenzung zum Plattnock bildet der Graben des nordwärts fließenden Hofalmbachs, der in der feuchten Senke am Westrand des Predigerstuhl-Plateaus (Hohenfirstsattel) entspringt und nördlich zum Leobengraben führt.
Als Gipfel des Predigerstuhls gilt ein Punkt an der südlichen Ecke des Felsplateaus. Dort befindet sich seit 2006 ein aufwändig aus Metall gearbeitetes Gipfelkreuz, laut angebrachter Plakette das Werk einer Stahlbaufirma aus dem nahen Döbriach. Dieser markante Punkt des Predigerstuhls ist vom viel besuchten Langalmtal aus gut sichtbar, der tatsächlich höchste Punkt des Berges befindet sich jedoch auf einer Kuppe am nordöstlichen Plateaurand (in amtlicher Karte Höhenkote ). Der generell tiefer liegende Westteil des Predigerstuhl-Plateaus trägt den Flurnamen Kalter Keller, dort befindet sich die Ruine einer Almhütte.
Naturraum Die Nockberge bestehen überwiegend aus metamorphen Gesteinen, doch zieht sich inmitten der Berge ein schmales Band von Kalk- und Dolomitgesteinen aus dem Mesozoikum (s. g. Stangalm-Trias) von Norden nach Süden. Die wenigen enthaltenen Fossilien von Algen, Muscheln und Meeresschnecken weisen diese Gesteine als Meeresablagerungen aus. Der Predigerstuhl ist die markanteste Ausprägung dieses geologischen Fremdkörpers. Anders als das kristalline Gestein erodieren Kalk und Dolomit in karstartigen Formen, die in auffälligem Gegensatz zu den sonst rundlichem Relief der Nockberge stehen. So kommen die schroffen Plateauränder des Predigerstuhls zustande.
Geo Tag der Natur Der GEO Tag der Natur (früher Tag der Artenvielfalt), widmet sich seit 2016 jährlich einem ausgewählten Bereich des Biosphärenparks. 2021 stand das Umfeld der Zunderwand im Fokus der 71 teilnehmenden Forschenden und weiterer Freiwilliger. Das etwa 1 km² große Gebiet zwischen Erlacherhaus und Erlacher Bock im Osten, dem Gipfelplateau des Predigerstuhls im Norden und dem Nassbodensee (östlich unter dem Rosennock) im Westen wurde 24 Stunden lang intensiv untersucht, dabei konnten 349 Gefäßpflanzen-, 135 Moos-, 34 Pilz-, 87 Flechten-, 9 Urinsekten-, 475 Insekten-, 14 Tausend- und Hundertfüßer-, 70 Spinnentier-, 1 Krebstier-, 14 Weichtier- sowie 61 Wirbeltierarten nachgewiesen werden. Diese hohe Zahl (insgesamt rund 1250 plus einige weitere bei späteren Analysen identifizierte Arten) ergab sich nicht nur durch die große Zahl der Teilnehmer, sondern auch durch die naturräumliche Vielfalt des Untersuchungsgebietes am Übergang zwischen dem Dolomitgestein des Predigerstuhls und dem umgebenden Silikatgestein.
Wege Ein dichtes Netz von Wanderwegen führt über und um den Predigerstuhl. Das Langalmtal südlich des Berges ist bis zum Erlacherhaus durch eine mautpflichtige Straße erschlossen, dort beginnen die kürzesten Touren auf den Berg.Beispiel als Rundweg: Länger sind die Wege von der ebenfalls mautpflichtigen Nockalmstraße im Osten (über die Kirchheimer Wolitzen via Pfannock) oder Norden (aus dem Leobengraben via die in der Weidesaison bewirtschafteten Hofalm). Der Weg über das Gipfelplateau des Predigerstuhls ist Teil des Alpe Adria Trail (Etappe 15: Langalmtal – Falkerthaus/Lärchenhütte).
Literatur
Weblinks
Amtliche Karte im Kärntner Geografischen Informationssystem KAGIS. Website des Biosphärenparks Nockberge Website des Erlacherhauses
Einzelnachweise
Kategorie:Nockberge Kategorie:Berg in den Alpen Kategorie:Radenthein Kategorie:Geographie (Bezirk Spittal an der Drau)