Der Bauindustrieverband Ost e. V. (Abkürzung: BIVO) ist ein deutscher Wirtschafts- und Arbeitgeberverband der Bauindustrie in den Ländern Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Verbandsgeschichte Die maßgeblichen Landesverbände der Bauindustrie in der Region gründeten sich 1990. In den Folgejahren wurden regionale Strukturen zusammengeführt, was als Grundlage für die späteren Zusammenschlüsse in Berlin/Brandenburg sowie in Sachsen/Sachsen-Anhalt genannt wird.

Vor der heutigen Verbandsstruktur des Bauindustrieverbandes Ost e. V. gab es unterschiedliche Vorgängerorganisationen. In Berlin und Brandenburg war dies der Bauindustrieverband Berlin-Brandenburg e.V. (BBB), der seinerseits aus dem Zusammenschluss der ursprünglich eigenständigen Landesverbände Berlin und Brandenburg hervorgegangen war. In Sachsen bestand der Sächsische Bauindustrieverband e. V. und in Sachsen-Anhalt der Bauindustrieverband Sachsen-Anhalt e. V., die schließlich im Jahr 2006 zum Bauindustrieverband Sachsen/Sachsen-Anhalt (BISA) fusionierten.

Aus dieser Verbandsentwicklung heraus wurde der Bauindustrieverband Ost e. V. am 23. August 2018 in Potsdam gegründet. Er ging aus der Verschmelzung der Bauindustrieverbände Berlin-Brandenburg und Sachsen/Sachsen-Anhalt hervor. mini|Marcus Becker, Wolfgang Finck, Robert Momberg (v. l. n. r.)

Aufgaben und Tätigkeitsfelder Im Rahmen seiner Satzung berät der Bauindustrieverband Ost e. V. verbandsangehörige Unternehmen in den Ländern Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt und wirkt als Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband sowie Tarifvertragspartei an Tarifverträgen, Normungen sowie der politischen, fachlichen und gesellschaftlichen Meinungsbildung mit. Zur Interessenvertretung unterstützt er seine Mitglieder gegenüber Behörden, öffentlichen Körperschaften, Auftraggebern sowie vor zuständigen Arbeits- und Sozialgerichten und führt im Rahmen von Austausch- und Informationsveranstaltungen Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Politik und Verwaltung. Ergänzend informiert und unterstützt der Verband zu rechtlichen und technischen Neuerungen, Fragen der Berufs- und Fortbildung, der Personalentwicklung sowie betriebswirtschaftlichen Themen und fördert den fachlichen Austausch und die Vernetzung der Branche. Der Verband darf seine Mittel ausschließlich für satzungsgemäße Aufgaben verwenden, ist nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb ausgerichtet und verfolgt keine parteipolitischen Ziele.

Organisation, Sitz und Geschäftsstellen Die Hauptgeschäftsstelle des Bauindustrieverbandes Ost e. V. befindet sich in einer historischen Villa in der Karl-Marx-Straße 27 in Potsdam-Babelsberg, die als Villa Herpich bezeichnet wird. Ursprünglich wurde das Gebäude 1910/11 als großzügige Villa für den Berliner Kaufhausinhaber Paul Herpich errichtet und ist heute auch als „Stalin-Villa“ bekannt, da Josef Stalin dort während der Potsdamer Konferenz vom 17. Juli bis 2. August 1945 logierte. Nach 1945 wurde die Villa u. a. durch sowjetische bzw. DDR-Institutionen genutzt.

Nach der deutschen Einheit wurde das Gebäude an Erben der Familie Herpich rückübertragen und 1994 vom Bauindustrieverband erworben, saniert und seitdem als Verbandssitz genutzt.

Neben der Hauptgeschäftsstelle in Potsdam ist der Verband auch mit Geschäftsstellen in Berlin, Dresden, Leipzig und Magdeburg vertreten.

Leitung und Gremien Jörg Muschol ist gegenwärtig Präsident und Robert Momberg Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Ost e. V. Darüber hinaus verfügt der Verband über ein Präsidium mit zehn weiteren Mitgliedern sowie drei Vizepräsidenten.

Mitgliedschaften in anderen Verbänden Der Bauindustrieverband Ost e. V. ist Mitglied im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V. (HDB). Darüber hinaus bestehen Mitgliedschaften in der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände Sachsen-Anhalt e. V. (AWSA), der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e. V. (UVB) sowie der Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft e. V. (VSW).

Quellenangaben

Kategorie:Arbeitgeberverband (Deutschland)