mini|Katholische Kirche der Allerheiligsten Dreifaltigkeit in Frankfurt am Main, Stadtteil Frankfurter Berg, Nordansicht Die römisch-katholische Filialkirche Allerheiligste Dreifaltigkeit ist ein im Stil der Moderne erbautes Kirchengebäude im südhessischen Frankfurt am Main. Die Kirche befindet sich an der Homburger Landstraße im Stadtteil Frankfurter Berg und steht unter dem Patrozinium der göttlichen Dreieinigkeit. Die Kirchengemeinde gehört zur Großpfarrei „St. Franziskus Frankfurt am Main“ in der Region Frankfurt im Bistum Limburg.
Geschichte Am 14. Dezember 1952 wurde am heutigen Standort die erste katholische Kirche am Frankfurter Berg geweiht. Das alte Gotteshaus war ein schlichtes Gebäude mit einem offenen hölzernen Dachreiter, das ursprünglich als Pfarrsaal konzipiert worden war. Zu einem späteren Zeitpunkt sollte darüber ein separater Kirchenraum ergänzt werden, jedoch wurden diese Planungen nie realisiert. Die neu errichtete Gemeinde war für die Seelsorge in der Siedlung Frankfurter Berg, der bizonalen Siedlung sowie der Marshallplansiedlung zuständig.
Nach der deutschen Wiedervereinigung und dem Ende des Kalten Krieges zog die US Army 1992 ihre Truppen vom Frankfurter Berg ab. Dadurch verloren die Militärflächen im Stadtviertel, Edwards Housing und Edwards Garden, ihre ursprüngliche Funktion, weshalb sie in Wohnbaugebiete umgewandelt wurden. Dies führte zu einem starken Bevölkerungsanstieg auf dem Frankfurter Berg, sodass die alte Kirche nicht mehr ausreichend Platz für die Gemeinde bot. Da sich das Gotteshaus ohnehin in einem schlechten baulichen Zustand befand, wurde es im Mai 2004 zugunsten eines größeren und moderneren Kirchenneubaus abgerissen.
Die heutige Kirche mit angrenzendem Gemeindezentrum wurde 2005 nach Plänen des Architekten Till Voigtländer vom Wiesbadener Architekturbüro Kissler+Effgen errichtet. Die Baukosten für den Neubau beliefen sich auf etwa drei Millionen Euro. Am 11. Dezember 2005 wurde die neue Kirche geweiht und dem Patrozinium der Allerheiligsten Dreifaltigkeit unterstellt. Für den Bau der Dreifaltigkeitskirche zeichnete der Bund Deutscher Architekten (BDA) im Rahmen des Wettbewerbs „Auszeichnung guter Architektur in Hessen 2008“ im Großraum Frankfurt das Architekturbüro und die Pfarrgemeinde mit der Martin-Elsaesser-Plakette aus.
Baubeschreibung Die Kirche der Allerheiligsten Dreifaltigkeit ist ein modernes Kirchengebäude, zu dem ein kubischer Kirchensaal und ein 20 Meter hoher Campanile gehören. Das Gotteshaus bildet mit dem zeitgleich errichteten Gemeindezentrum und dem älteren Pfarrhaus ein Gebäudeensemble an der Homburger Landstraße, dessen Einzelbauwerke um den Kirchplatz herum angeordnet sind.
Der Kirchenkubus weist eine rotbraune Klinkerfassade auf, die von zwei großen Wandflächen aus Sichtbetonplatten im Nordosten und Südwesten sowie von zwei Edelholzportalen im Südosten unterbrochen wird. Zwei großflächige Kreuzmotive an der nordöstlichen Wand und am Hauptportal kennzeichnen das moderne Bauwerk als Kirche. Der Innenraum ist in einen großen Kirchensaal im Osten und eine kleine Werktagskapelle im Westen unterteilt. Am Boden sind hellgraue Steinplatten verlegt, die Wände sind weiß gestrichen. Zwei Oberlichtbänder ermöglichen durch den Einfall von Tageslicht die indirekte Beleuchtung des Raumes. Sie befinden sich im nordwestlichen und südöstlichen Dachbereich, direkt über Altarraum und Eingangsbereich von Kirchensaal und Kapelle.
Ausstattung Die Ausstattung der Kirche ist schlicht, modern und auf wenige speziell für den Kirchenraum entworfene Stücke beschränkt.
An der nordwestlichen Wand des Kirchensaals befindet sich, flankiert von den 12 Apostelleuchtern, auf einem flachen hellgrauen Steinpodest der Altarbereich. Die Holzstühle für die Gemeinde sind in vier Sitzblöcken halbkreisförmig um den Altarraum angeordnet. In seiner Mitte steht der etwas dunklere, aus grauem Stein gefertigte Zelebrationsaltar. Ein blockförmiger Ambo (links vorne) und ein dreisitziger Sedilienblock (rechts hinten) sind im gleichen Stil wie Altar und Podest gestaltet. Das hölzerne, in Naturfarben belassene Altarkreuz steht hinter dem Ambo an der Wand. Es besteht aus zwei dünnen Balken, die den geschnitzten Corpus Christi tragen. In die Wand hinter dem Altar ist ein dünner vertikaler Fensterschlitz eingelassen, der farbig verglast ist. Das Motiv ist abstrakt und zeigt mehrere weiße Kreise auf blauem Grund, ein roter Balken erstreckt sich fast über die gesamte linke Seite. Der Kreuzweg der Kirche ist an der gegenüberliegenden Wand im Südosten angebracht und besteht aus 15 kleinen Bronzetafeln.
Die Orgelempore befindet sich an der südwestlichen Wand über der darunter eingerichteten Werktagskapelle. Der Kapellenraum ist durch eine schlichte Holzwand in Verlängerung der Emporenbrüstung vom Kirchensaal abgetrennt. Der kleine Altarraum der Kapelle befindet sich (wie der Altarbereich im Kirchensaal) an der nordwestlichen Wand und ist mit einem Altartisch, einem Lesepult und einer Tabernakelstele aus Bronze ausgestattet. Die Altarwand der Kapelle zieren drei vertikale Rechteckfenster älteren Stils, die von Gelb- und Weißtönen dominiert werden. Das linke Fenster zeigt (von oben nach unten) die Motive der wundersamen Brotvermehrung, das christliche Pelikansymbol und das heilige Brot in einer Monstranz. Das rechte Fenster thematisiert die Dreifaltigkeit Gottes und stellt das Gottesauge, den heiligen Geist in Taubengestalt und das Jesus Christus verkörpernde Opferlamm dar. Auf dem mittleren Fenster sind ein griechisches Kreuz, das heiligste Herz Jesu und ein Anker abgebildet. Links vom Altarraum der Kapelle stehen in einer kleinen Nische zwei moderne Holzschnitzfiguren, die Josef von Nazaret und Maria mit dem Jesuskind darstellen.
Ein Schrein mit Buntglasfenster zeigt das Motiv der Kreuzigungsgruppe. Das Fenster wurde vom Frankfurter Künstler Walter Clemens Schmidt gestaltet und trägt die lateinische Inschrift: „Cruzifixus etiam pro nobis + sub Pontio Pilato passus et sepultus est et resurrexit tertia die“ (dt.: „Auch für uns gekreuzigt worden + er litt unter Pontius Pilatus, wurde begraben und ist am dritten Tag wieder auferstanden“).
Glocken Das Geläut der Dreifaltigkeitskirche setzt sich aus fünf Glocken zusammen. Details zu den einzelnen Glocken sind in der folgenden Tabelle aufgeführt. Die drei Glocken von 1955 stammen noch aus der Vorgängerkirche, während die beiden Exemplare von 2005 anlässlich des Kirchenneubaus neu gegossen wurden. Widmung Tonlage Gewicht Durchmesser Gussjahr Gießerei InschriftAdolph Kolpingb¹-3325 kg852 mm2005Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher„Wer Mut zeigt, macht Mut – Adolph Kolping“ „Allerheiligste Dreifaltigkeit und seliger Adolf Kolping, stärket uns im Glauben“ „In dankbarer Erinnerung an unsere Eltern – Familie Norbert, Ingrid und Frank Buchner 2005“St. Benediktc²-4264 kg758 mm2005Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher„St. Benedikt“ „In Erinnerung an den Deutschlandbesuch von Benedikt XVI. im August 2005 gab mich Walter Pinger“Hl. Mutter Gotteses²-1174 kg643 mm1955Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg„Mutter Gottes, wir rufen zu dir“St. Bonifatiusf²-7118 kg570 mm1955Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg„Hilf uns Zeugen Gottes sein – St. Bonifatius“St. Michaelas²-278 kg495 mm1955Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg„Schirme Heimat und Kirche + St. Michael“
Weblinks
Einzelnachweise
Allerheiligste Dreifaltigkeit Kategorie:Dreifaltigkeitskirche Kategorie:Kirchengebäude in Europa Allerheiligste Dreifaltigkeit Kategorie:Kirchengebäude im Bistum Limburg Kategorie:Erbaut 2005 Kategorie:Kirchengebäude der Moderne Allerheiligste Dreifaltigkeit