mini|Leichenhaus des Knappschaftslazaretts Sulzbach Das Leichenhaus des Knappschaftslazaretts Sulzbach ist eine ehemalige Aufbahrungshalle des Knappschaftskrankenhauses Sulzbach in der Salmstraße in Sulzbach/Saar. Das Gebäude ist neben dem ehemaligen Schwesternheim das letzte erhaltene Gebäude des alten Knappschaftskrankenhauses und steht unter Denkmalschutz.Denkmalliste des Saarlandes, Landesdenkmalamt Saarland, abgerufen am 16. April 2026, S. 403 (PDF)
Geschichte Im Jahr 1859 beschloss der Saarbrücker Knappschaftsverein den Bau eines Lazaretts in Sulzbach. Dieses wurde am 10. September 1862 als „Centrallazareth“ mit 80 Betten zur medizinischen Versorgung der Bergleute im Sulzbachtal in Betrieb genommen und 1868 um eine Totenkapelle mit Obduktionsraum ergänzt.Denkmal für eine Mark – das steckt hinter der Geschichte der „Alten Kapelle“, Saarbrücker Zeitung, 12. April 2026, abgerufen am 15. April 2026Die Denkmalliste des Saarlandes nennt als Erbauungsjahr 1906, alle anderen Quellen erweisen auf 1868 als Erbauungsjahr, siehe dazu auch Sanitätsrat Dr. Brauneck: Geschichte des Knappschafts-Lazaretts Sulzbach 1862-1912, Saardruckerei, Saarbrücken 1912, S. 5 (Digitalisat)
Mit dem Neubau der Klinik im Jahr 1987 wurde das alte Krankenhaus abgerissen. Lediglich die Kapelle und das Schwesternwohnheim blieben erhalten. Anfangs wurde das Gebäude als Sozialwohnung genutzt. Da der Unterhalt zu teuer wurde, verkaufte die Knappschaft das Gebäude im Jahr 1988 für den Preis von einer D-Mark an die Stadt. Von 1998 bis 2010 diente die Kapelle als Atelier des Steinbildhauers Martin Steinert, dann einige Jahre als Atelier für sechs Künstler.Sulzbach, Alte Kapelle - seit 2010 Umnutzung als Atelier, Kunstlexikon, Institut für aktuelle Kunst, abgerufen am 15. April 2026
Architektur Das Leichenhaus ist äußerlich als Sakralbau mit Satteldach gestaltet. Dem Mauerwerk sind Blendarkaden aus Ziegeln vorgelagert. Markant sind die Ortgänge, die den First überragen. Gekrönt wird das Dach von großen lateinischen Kreuzen mit geschwungenen Enden.
Während der Eingang auf der Ostseite mit einem Bogenfries schlicht gehalten ist, wird die westliche Eingangsseite von drei Feldern mit jeweils drei Bögen auf Pilastern und einer kleinen Vorhalle geschmückt. Über der östlichen Giebelseite sitzt ein flacher aber hoher Schornstein.
Das Innere ist zweigeteilt: Ein größerer Raum mit Fenstern und Bodenabfluss diente Obduktionen, ein vorderer Raum der Aufbahrung.
Weblinks
Anmerkungen
Einzelnachweise
Sulzbach Kategorie:Baudenkmal in Sulzbach/Saar Kategorie:Bauwerk in Sulzbach/Saar Kategorie:Backsteinbauwerk des Historismus Kategorie:Bauwerk des Historismus im Saarland Kategorie:Umgenutztes Bauwerk im Regionalverband Saarbrücken Kategorie:Bestattungsbau in Deutschland Kategorie:Erbaut in den 1860er Jahren