mini|Verbreitungsgebiet der Antillendrossel
Die Antillendrossel (Turdus lherminieri), Syn. Cichlherminia lherminieri, ist ein Singvogel aus der Familie der Drosseln (Turdidae).P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
Der Vogel kommt auf vier Inseln der Kleinen Antillen vor.
Die Art war als der Gattung Turdus zugehörig beschrieben, zwischenzeitlich in eine eigene Gattung Cichlherminia gestellt worden, dann wurde sie in den 2000er Jahren aufgrund molekulargenetischer Untersuchungen wieder in die Gattung Turdus zurückgeführt.G. Voelker, S. Rohwer, R. C. K. Bowie und D. C. Outlaw: Molecular systematics of a speciose, cosmopolitan songbird genus: Defining the limits of, and relationships among, the Turdus thrushes. In: Molecular Phylogenetics and Evolution, Band 42, Heft 2, S. 422–434, 2007, doi:10.1016/j.ympev.2006.07.016J. A. A. Nylander, U. Olsson, P. Alström, I. Sanmartín: Accounting for phylogenetic uncertainty in biogeography: a Bayesian approach to dispersal-vicariance analysis of the thrushes (Aves: Turdus). In: Systematic Biology. Band 57, S. 257–268, 2008, JSTOR
Der Lebensraum umfasst feuchten Primär- und Sekundärwald, Waldränder mittlerer und höherer Lagen.
Der Artzusatz bezieht sich auf Félix Louis L’Herminier.J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
Merkmale Der Vogel misst 25–30 cm und wiegt etwa 100 g. Die Oberseite der Nominatform ist braun, auch die Kopfseiten sind braun, Wangen und Ohrdecken tragen dünne weiße Linien, der breite Augenring und der Postokularfleck sind gelb. Die Unterseite ist weißlich mit dunkelbrauner Schuppenzeichnung mit gelbbrauner Berandung. Iris, Schnabel und Beine sind gelb. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Jungvögel sind etwas matter gefärbt, mit angedeuteten blassen Strichen oben, unten deutlicher geschuppt.N. Collar: Forest Thrush (Turdus lherminieri), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Turdus lherminieri
Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt:IOC World Bird List 15.1 ThrushesAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 T. l. lherminieri , 1844, Nominatform – Guadeloupe T. l. dominicensis (, 1880)G. N. Lawrence: Margarops dominicensis. In: Forest and Stream, Band 40, S. 165, 1880, Biodiversity Library – Dominica, kleiner, dunkler an Oberseite und Brust, kleinere Schuppenzeichnung, Steiß weiß, Beine heller T. l. dorotheae (, 1980)H. E. Wolters: Planesticus lherminieri dorothae. In: Die Vogelarten der Erde. Eine systematische Liste mit Verbreitungsangaben sowie deutschen und englischen Namen, Band 6, S. 407. – Montserrat, Federn der Kehle mit rotbraunen Rändern, zentrale Brustfedern länger, spitzer mit weißen Kielen. Als Synonyme angesehen werdenM. Kuziemko und F. P. Brammer: The name of the Forest Thrush Cichlherminia lherminieri on Montserrat. In: British Ornithologists' Club, Band 133, Heft 4, S. 318, 2013, PDF Turdus lherminieri dorotheae (lawrencii) (, 1891)C. B. Cory: Cichlherminia lawrencii. In: Auk, Band 8, Nummer 1, S. 44, 1891, Digitalcommons und Turdus lherminieri dorotheae (montserrati) , 2011D. Zuccon: Turdus lherminieri montserrati. In: Bulletin of the British Ornithologists' Club, Band 131, Nummer 3, S. 199, 2011, Biodiversity Library T. l. sanctaeluciae (, 1880)P. L. Sclater: Margarops sanctae-luciae. In: The Ibis ser.4, Band 4, Nummer 13, S. 73, 1880, Biodiversity Library – St. Lucia, kleiner, Oberseite blasser, Brustflecken größer
Stimme Der von einem versteckten Ansitz vorgetragene Gesang wird als melodische Kadenz klarer, ziemlich lauter und weit tragender Töne beschrieben und erinnert an die Wanderdrossel (Turdus migratorius). Die Unterart T. l. dominicensis singt eventuell unterschiedlich. Rufe sind ein scharfes „chuk“ oder „chuk-chuk“.
Lebensweise Die Art ist ein Standvogel, außerhalb der Brutsaison kann es zu Wanderungen auch in großen Gruppen zu fruchttragenden Bäumen kommen. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten und Beerenobst.
Die Brutzeit liegt zwischen April und Juli. Das Nest ist eine ausladende Schale bodennah in einem Busch, Baumfarn oder Baum.
Das Gelege besteht aus 2–3 grünlich blauen Eiern.
Gefährdungssituation Die Antillendrossel gilt als potentiell gefährdet (Near Threatened) aufgrund des begrenzten Ausbreitungsgebietes.
Literatur N.F. A. A. de Lafresnaye: Turdus L'Herminieri. In: Description de quelques Oiseaux de la Guadeloupe. In: Revue Zoologique, par la Société Cuvierienne, Band 7, S. 167, 1844, Biodiversity Library A. Jean-Pierre, G. Loranger-Merciris, L. J. Saint-Louis und F. Cézilly: Factors affecting spatial occupancy and local abundance of the Forest Thrush, Turdus lherminieri in Guadeloupe forests. In: European Journal of Wildlife Research, Band 69, S. 76, 2023, PDF
Weblinks
Macaulay Library
Antillendrossel auf Briefmarken Caribaea
Einzelnachweise
Kategorie:Drosseln