A. R. C. ist ein Musikalbum von Chick Corea, Dave Holland und Barry Altschul. Die am 11. und 13. Januar 1971 in den Bauer Studios, Ludwigsburg, entstandenen Aufnahmen erschienen 1971 auf ECM Records.
Hintergrund Diese LP präsentiert den Pianisten Chick Corea, den Bassisten Dave Holland und den Schlagzeuger Barry Altschul in der kurzen Zeit, als sie zusammen mit Anthony Braxton das Avantgarde-Quartett Circle bildeten. Gleichzeitig war es Chick Coreas erstes Album als Co-Bandleader für Manfred Eichers zwei Jahre zuvor gegründetes Label ECM; es unterstrich Coreas kreative Zusammenarbeit mit Dave Holland. Der Pianist und der Bassist hatten sich während ihrer gemeinsamen Zeit bei Miles Davis musikalisch angefreundet und waren beide bestrebt, die Möglichkeiten der Improvisation in einer Zeit zu erweitern, in der, wie Corea es ausdrückte, „die Atmosphäre von der Sehnsucht nach neuen Klängen und neuen Wegen erfüllt schien“. Komplettiert wurde das Trio durch Barry Altschul, dessen detailliertes und dynamisches Schlagzeugspiel durch seine Arbeit mit Paul Bley verfeinert worden war. Das Repertoire auf A.R.C. umfasst Kompositionen von Corea und Holland, eine Gruppenimprovisation und eine Interpretation von Wayne Shorters Komposition „Nefertiti“; dieses Stück findet sich auch auf dem neun Monate zuvor in New York in gleicher Besetzung entstandenen Trio-Album The Song of Singing, das allerdings bei Blue Note Records alleine unter dem Namen Coreas erschien.
Der Albumtitel steht für „Affinity, reality, communication“ (englisch für Affinität, Realität, Kommunikation), die in der von Corea vertretenen Lehre der Scientology ein grundlegendes „Dreieck“ bilden, das die drei voneinander abhängigen Komponenten des Verstehens darstellt.
Titelliste Chick Corea, David Holland, Barry Altschul: A.R.C. (ECM Records ECM 1009 ST) A1 Nefertitti (Shorter) 9:40 A2 Ballad for Tillie (Barry Altschul, Chick Corea, Dave Holland) 5:25 A3 A.R.C. 5:39 B1 Vadana (Dave Holland) 7:35 B2 Thanatos 4:30 B3 Games 7:40
Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Kompositionen von Chick Corea.
Rezeption Scott Yanow verlieh dem Album in Allmusic vier Sterne und schrieb, die Musik auf dieser Aufnahme ist zwar nicht ganz so frei wie die von Circle, aber oft sehr experimentell. Vier der sechs Stücke stammen aus Coreas Feder und bilden zusammen mit Hollands „Vedana“ und Wayne Shorters „Nefertiti“ ein sehr gelungenes Album mit experimentierfreudigem Jazz, aufgenommen nur wenige Monate bevor Corea seinen musikalischen Weg entscheidend ändern sollte.
Nach Ansicht von Mike Jurkovic, der das Album in All About Jazz rezensierte, ist Chick Corea, der nach einer kurzen Solokarriere mit Return to Forever bald den Durchbruch schaffen sollte, hier besonders temperamentvoll, ebenso wie Holland, der ein Jahr später mit Braxton, Altschul und dem Saxophonisten/Flötisten Sam Rivers Conference of the Birds (ECM, 1972) aufnehmen sollte. Es sei natürlich nicht Circle, aber das könnte wohl auch kaum anders sein. Das Album sei wiederholtes Hören wert.
Richard Cook und Brian Morton verliehen dem Album in The Penguin Guide to Jazz lediglich drei Sterne und meinten, A.R.C. sei nicht ganz so gelungen wie das Vorgängeralbum The Song of Singing, aber die Qualität von Holland und Altschul würde es zu einem glaubwürdigen Essay machen, den Corea selbst nie vollständig ausarbeiten sollte.Richard Cook & Brian Morton: The Penguin Guide to Jazz on CD Penguin, London 2003, (6. Auflage). ISBN 0-14-051521-6
Einzelnachweise
Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album 1971 Kategorie:Barry Altschul Kategorie:Chick Corea Kategorie:Dave Holland (Bassist)