Der Silberbach ist ein kurzes, fließendes Gewässer im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt. Er ist ein rechter Nebenfluss der Ihle und entwässert Teile des westlichen Fläming-Vorlandes im Gebiet der Ortschaft Räckendorf (Stadt Möckern).

Geographie

Quelle und Verlauf Der Silberbach entspringt in einem dichten Waldgebiet, das sich nur wenige hundert Meter östlich des Dorfes Räckendorf erstreckt. Sein Quellgebiet liegt eingebettet in das 25.063 Hektar große Landschaftsschutzgebiet Möckern-Magdeburgerforth. Geomorphologisch gehört dieses Terrain zum Naturraum des Burg-Ziesarer Vorflämings, der das westliche Ende des Flämings markiert. Das Gelände rund um den Oberlauf erreicht Höhen von rund 70 Metern über Normalnull.

Von seiner Quelle nimmt der Bach eine vorwiegend westliche Fließrichtung ein. Er passiert die Ortschaft Räckendorf an deren südlichem Rand, wo er durch Felder, Wiesen und kleinere Gehölzstreifen fließt.

Mündung Nach einem verhältnismäßig kurzen Lauf mündet der kleine Silberbach einen guten Kilometer westlich von Räckendorf in die Ihle. Das Wasser der Ihle fließt weiter in Richtung Nordwesten ab und gehört zum Einzugsgebiet der Elbe.

Natur und Umwelt Der Silberbach ist Teil einer stark eiszeitlich geprägten, sanft welligen bis hügeligen Landschaft. Sein Lauf prägt die lokale Mikrotopographie durch eine sanfte Quellmulde und ein flaches Tälchen.

Da ein Großteil seines Einzugsgebietes bewaldet ist oder extensiv landwirtschaftlich genutzt wird, weist das Gewässer in großen Teilen einen naturnahen Zustand auf. Im Umfeld des Bachs, welches durch das LSG Möckern-Magdeburgerforth unter Schutz steht, finden sich Buchen- und Mischwälder. Diese bieten Lebensraum für regional bedeutsame Arten wie die Hohltaube, an den durchströmten Feuchtwiesen und Randbereichen können vereinzelt Wiesenpieper oder Bekassinen beobachtet werden. Das Gewässer selbst dient dem heimischen Wild als natürliche Tränke.

Geschichte alternativtext=Verlauf des Silberbachs auf einer Karte von 1893.|mini|Verlauf des Silberbachs auf einer Karte von 1893. Trotz seiner geringen Größe wurde der Silberbach bereits in historischen Schriften und topographischen Handbüchern dokumentiert. Für die regionale Wirtschaft des 18. und 19. Jahrhunderts war seine Wasserkraft von lokaler Bedeutung.

Die Historiker und Geographen Anton Friedrich Büsching und Johann Michael Heineccius verzeichneten in ihren Werken (u. a. der Erdbeschreibung des Herzogtums Magdeburg), dass sich am Silberbach unweit von Räckendorf folgende Anlagen befanden:

Das Dorf Nieplitz (auch Nyblitz): Eine wüste Dorfstelle nahe der Quelle des Silberbachs.

Der Spühlkrug (auch Spulkrug): Eine historische Ausspanne oder Gastwirtschaft. Die Topfmühle (auch Pottmühle): Eine Wassermühle, deren Betrieb durch das Aufstauen des Silberbachs gesichert wurde. Der Landgraben: Ein Landwehr, dass sich von der Quelle der Bache bis zur Quelle des Silberbachs erstreckte.

Mit der zunehmenden Industrialisierung und dem Strukturwandel der Landwirtschaft im 20. Jahrhundert wurden diese Anlagen aufgegeben und fielen wüst. Heute erinnern zumeist nur noch historische Flurnamen oder Archivdokumente an die frühere wirtschaftliche Nutzung des Bachs. Die Ländereien um den Silberbach gehörten bis zu ihrer Eingemeindung nach Theeßen im Jahr 1928 zum Gutsbezirk Räckendorf.

Kategorie:Fluss in Sachsen-Anhalt Kategorie:Fließgewässer im Landkreis Jerichower Land