Magpie ist ein britisch-amerikanischer Neo-Noir-Thrillerfilm des Jahres 2024. Er basiert auf einer Idee der Hauptdarstellerin Daisy Ridley, von der ausgehend Schauspieler und Ridleys Ehemann Tom Bateman das Drehbuch schrieb, das Theaterregisseur Sam Yates verfilmte.
Handlung Als Kinderdarstellerin Matilda eine Filmrolle ergattert, begleitet ihr Vater, Autor Ben, sie ans Set, während ihre Mutter und Bens Ehefrau Annette zuhause bleibt, um sich um das Baby Lucas zu kümmern. Die Beziehung ist erkaltet und nicht mehr intim, seitdem Ben für ein Autoren-Retreat mehrere Monate abwesend war. Am Set lernen Ben und Matilda Alicia kennen, die die Mutter spielt und nach dem Leak eines intimen Videos aktuell in der Öffentlichkeit steht. Als ihr Szenendreh ausfällt, lädt sie die beiden ein, mit ihr den Tag zu verbringen, um eine Bindung zu Matilda aufzubauen. Dabei entsteht ein Paparazzo-Foto von Alicia und Ben. Annette entdeckt, dass Ben beginnt, sich für Alicia zu interessieren, und sieht auf seinem Handy freundliche Nachrichten zwischen ihnen. Während Ben am Set Alicia Komplimente macht und Annette schlechtredet, werden die Handynachrichten einander flirtender und sexuell, wozu Ben in der Dusche masturbiert. An einem Tag ohne Dreharbeiten geht Annette mit beiden Kindern in den Park, was Ben nutzt, um Alicia zu ihnen nach Hause einzuladen, doch Annette kehrt überraschend früher zurück, und Ben muss Alicia hastig absagen.
Am nächsten Morgen ist Ben vom Abendessen schlecht und das erste Mal geht Annette mit Matilda ans Set, wo sie die Dreharbeiten von einem Monitor aus beobachtet. Sie schleicht in Alicias Trailer und inspiziert deren Makeup und Accessoires; Ben erhält derweil ein Foto von Alicia im Rollenkostüm zur sexuellen Anregung. Von Angesicht zu Angesicht geben beide Frauen sich aber freundlich. Als Ben ankündigt, am nächsten Tag wieder Matilda zu begleiten, will Annette sein Handy kontrollieren, muss aber feststellen, dass er sein Passwort geändert hat. Am Set erhält Ben eine Nachricht von Alicia, während sie und Matilda woanders dreht, sie habe eine Überraschung für ihn in Matildas Trailer, von dem aus Alicias Trailer zu sehen ist. Dort schaut er ein Video von Alicia in anzüglicher Bekleidung, wobei sie aber nicht ihr Gesicht zeigt. Er wird davon unterbrochen, dazu zu masturbieren, als jemand anklopft, weil Matilda ohne seine Aufsicht verschwunden ist. Eher widerwillig beteiligt er sich an der Suche, während der es dunkel wird. Als Matilda gefunden ist, ist mittlerweile auch Annette am Set angekommen und hält sie umarmt. Ben macht Annette dafür herunter, sich über seine Abwesenheit aufzuregen. Zuhause im Bett schlägt er Alicia per Nachricht vor, sie sollten nach den Dreharbeiten zusammen Urlaub machen.
Am Morgen des letzten Drehtages geht Annette verfrüht mit Matilda los, ohne Ben zu wecken, der sich so ausgetrickst fühlt, den Tag mit dem Baby verbringen zu müssen. Nach den Dreharbeiten lädt Annette Alicia zu einem Abendessen ein, damit sie sich von Matilda verabschieden könne, lässt Ben damit aber überrascht auflaufen. Dabei erfährt Alicia, dass einiges in der Vergangenheit des Paares nicht so war, wie Ben es dargestellt hat, und Annette macht Ben durch Andeutungen klar, dass sie von der Affäre weiß, worauf er sie in einem Wutanfall beschimpft. Nachdem Alicia daraufhin gegangen ist, sagt Ben Annette, dass er sie verlasse, weil er und Alicia einander lieben würden, und fährt dieser nach. Als er beim Autofahren Alicia anruft, meldet sich aber stattdessen Annette, die erklärt, sie habe ja nur ihrem Mann geschrieben. Annette hatte nach den ersten freundlichen Nachrichten zwischen Ben und Alicia in seinem Handy die Nummer unter Alicias Kontakt zu ihrer eigenen geändert, sodass er fast die ganze Zeit eigentlich mit Annette geschrieben hat. Auch das anzügliche Video von Alicia war in Wahrheit Annette in einer Perücke und Alicias Kleid. Als Ben dies alles realisiert, ist er so aufgewühlt, dass er im Wald einen Autounfall hat.
Besetzung und Synchronisation
Die deutschsprachige Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch von Farina Brock und unter der Dialogregie von Solveig Duda durch Studio4 GmbH in München.
Rolle Schauspieler Synchronsprecher Annette Gerrard Daisy Ridley Kaya Marie Möller Ben Gerrard Shazad Latif René Oltmanns Alicia Romano Matilda Lutz Maren Rainer Matilda Gerrard Hiba Ahmed Nahla Akua Smith Richard Alistair Petrie Philipp Moog Esther Pippa Bennett-Warner Ilena Gwisdalla Emily Cherrelle Skeete Stefanie Dischinger
Entstehung Die Idee zu dem Film kam Daisy Ridley während der Arbeit an dem Film Das Erwachen der Jägerin, in dem sie eine Filmtochter hat. Sie dachte über Beziehungen, die sich an Filmsets bilden, wenn man mehr Zeit mit seiner Filmfamilie als mit der eigenen verbringt, und entwickelte das Konzept einer Schauspielerin, die die tatsächliche Familie ihrer Filmtochter infiltriert. Nachdem sie ihrem Ehemann, dem Schauspieler Tom Bateman, diese Idee erzählt hatte, begann er, in der COVID-19-Pandemie an dem Film zu schreiben. Es handelt sich um Batemans Drehbuchdebüt. Er befand bald die Figur der tatsächlichen Mutter für interessanter, die nicht am Filmset dabei ist, an dem ihre Tochter eine andere als Mutter bezeichnet. Mit diesem neuen Fokus wurde der Film zu einer „Rache-Geschichte“. Der Titel Magpie (englisch für Elster) bezieht sich darauf, dass diese glänzende Dinge stehlen. Dabei solle im Verlauf des Films die Wahrnehmung des Publikums dafür, welche Rolle die Elster und welche das glänzende Objekt sei, unterlaufen werden. Die Rollen des Ehepaars sind nach Ridleys Schwager und Schwägerin benannt und die Tochter nach ihrem Lieblingsfilm Matilda. Während der frühen Entstehungsphase von Magpie drehte Ridley am Set des Films Sometimes I Think About Dying und bat dessen Produzenten um Beratung zu Produktionsaufgaben. Als Regisseur wurde Sam Yates engagiert, der ansonsten hauptsächlich am Theater inszeniert, sodass es sich um sein Spielfilmdebüt handelt. Gedreht wurde der Film Anfang 2023 in London.
Veröffentlichung Der Film wurde als Weltpremiere am 9. März 2024 beim Festival South by Southwest gezeigt. Am 25. Oktober 2024 startete er in US-amerikanischen Kinos. International wurde er im November 2025 digital veröffentlicht.
Rezeption Catherine Bray vom Guardian sieht den Film trotz Schwächen im Plot als dichtes und fesselndes Porträt einer toxischen Beziehung und lobt beide Hauptdarsteller. Ridley zeige eine nuancierte Mischung aus Passivaggressivität und unterdrückter Wut und Enttäuschung. Owen Gleiberman von Variety findet zwar einige Handlungselemente übertrieben dargestellt und den Film wenig subtil, aber dennoch erreiche er, dass man wissen wolle, was als Nächstes passiert, und die Wendung am Höhepunkt sei verblüffend befriedigend.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2024 Kategorie:Britischer Film Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Thriller