Luís Eduardo Magalhães ist eine brasilianische Gemeinde im Westen des Bundesstaates Bahia. Laut Schätzung des brasilianischen Instituts für Geographie und Statistik (IBGE) aus dem Jahr 2025 lebten in der Gemeinde Luís Eduardo Magalhães 118.382 Einwohner. Die junge Stadt (gegründet 2000) stellt eines der wichtigsten agrarischen Zentren in ganz Nordostbrasilien dar. Die Stadt ist auch unter dem Namen Pérola d'Oeste und unter der Abkürzung LEM bekannt. Noch in den 1990er Jahren bestand die Ortschaft kaum aus mehr als einer Tankstelle. Heute beherbergt sie Brasiliens größte Sojaverarbeitungsanlage und einen großen John-Deere-Händler.
Geografie LEM liegt im äußersten Westen von Bahia und grenzt direkt an den Bundesstaat Tocantins. Das Biom von Luís Eduardo Magalhães bildet der Cerrado, eine Feuchtsavanne. Das Klima in Luís Eduardo Magalhães ist tropisch. Die Gemeinde kennt zwei Jahreszeiten: eine Regenzeit von Oktober bis April und eine Trockenzeit von Mai bis September. Über 90 % des Niederschlags fallen während der Regenzeit. In der Trockenzeit regnet es so gut wie gar nicht. In der Ortschaft sind Temperaturen zwischen 15 und 35 Grad die Regel.
Geschichte Die Ortschaft wurde in den 1970er und 1980er Jahren von Siedlern aus Süd- und Südostbrasilien erschlossen, die hier große Agrarbetriebe aufbauten. So entstand 1982 mit dem Bau der Mimoso-Tankstelle das Dorf Mimoso do Oeste, was rasch anwuchs. 1997 wurde Mimoso do Oeste zu einem Bezirk innerhalb der Gemeinde Barreiras erhoben und ein Jahr später in Luís Eduardo Magalhães umbenannt, benannt nach dem wirtschaftsliberalen Politiker Luís Eduardo Magalhães, dem Sohn von Antônio Carlos Magalhães, einst Gouverneur von Bahia. 2000 erlangte Luís Eduardo Magalhães die vollständige Unabhängigkeit von Barreiras als eigenständige Gemeinde. Die Verfassungmäßigkeit der Abspaltung, welche auf die Interessen der mächtigen Agrarlobby zurückging, wurde angefochten, jedoch später nicht mehr rückgangig gemacht.
Demografie Die Einwohnerzahl wurde 2025 auf etwa 118.000 Personen geschätzt und die Gemeinde wächst demografisch sehr schnell. Da sie von Einwanderern aus Südbrasilien gegründet wurde, unterscheidet sie sich sozial und demografisch vom Rest des Bundesstaates. Die Bevölkerungsstruktur ist mehrheitlich ethnisch gemischt, mit knapp einem Viertel Weißen und ca. 16 Prozent Afrobrasilianern. Vereinzelt haben sich in dem Ort auch amerikanische Bauern aus dem Mittlerer Westen angesiedelt.https://www.usnews.com/news/world/articles/2008/06/25/american-farmers-try-their-luck-in-brazil JahrEinwohner200018.757201060.1052022107.909Volkszählungen
Wirtschaft Die Gemeinde gilt als Zentrum der brasilianischen Agrarwirtschaft und einer der größten Produzenten von Baumwolle, Mais und Sojabohnen in Brasilien sowie der größte Exporteur in Bahia. Wirtschaftlich gesehen zählt die Gemeinde Luís Eduardo Magalhães zu den wohlhabendsten in Bahia. Darüber hinaus erzielt die Stadtverwaltung eines der höchsten Steueraufkommen im Westen des Bundesstaates. Dennoch herrscht in der Stadt eine erhebliche sozioökonomische Ungleichheit. Besonders deutlich wird dies im Stadtzentrum, wo luxuriöse Eigentumswohnungen direkt neben verarmten Vierteln mit unzureichender Infrastruktur stehen.
Die Stadt umfasst das Industriegebiet Cerrado (CIC). Dieses Gebiet ist für den Ausbau industrieller Investitionen in der Stadt vorgesehen und umfasst nach seiner letzten Erweiterung im Jahr 2011 eine Fläche von 290.000 Quadratmetern. Die Stadt ist zudem der Austragungsort der jährlichen Bahia Farm Show, auf der moderne Agrarmaschinen ausgestellt werden. 2024 zog diese 100.000 Besucher an.
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Einzelnachweise
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