rahmenlos|rechts Die evangelisch-lutherische Marienkirche (St.-Marien), Dorfstraße 2, in der niedersächsischen Gemeinde Eldingen, im Landkreis Celle, wurde im Wesentlichen im 14. Jahrhundert gebaut und der freistehende Glockenturm im 18. Jahrhundert. Sie gehört zum Kirchenkreis Celle in der ev.-luth. Landeskirche Hannover.
Die Gebäude stehen unter Denkmalschutz (siehe auch Liste der Baudenkmale in Eldingen).Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
Geschichte Eldingen wurde 1231 erstmals als Elthinge erwähnt, als Propst, Priorin und Konvent des Klosters Katlenburg der Kirche eine Hufe Land zu Schapen verkauften. Die Reformation wurde ab 1527 durch Herzog Ernst der Bekenner eingeführt. Auf Veranlassung der Herren von Hohnhorst, deren Kirche nur über eine bescheidene finanzielle Ausstattung verfügte, wurden später die KG Hohnhorst und Eldingen als mater combinata verbunden. Das Patronat der Kirche hatte bis 1871 der Landesherr.
Im 17. oder 18. Jahrhundert wurde der Dachstuhl mit der hölzernen Tonnendecke errichtet, im 18. Jh. der neugotische Westgiebel in Backstein mit dem Vestibül als Erweiterung des 19. Jh.
Das niedersächsische Landesdenkmalamt befand u. a.: „… Kirche Teil des historischen Ortsbildes … geschichtlichen Bedeutung im Rahmen der Ortsgeschichte ….“
Architektur mini|West- und Südseite (2013) mini|links|Glockenturm und Kirche (2014) Langhaus: Die Saalkirche bestand im 13. Jahrhundert aus dem romanischen Langhaus aus Feldsteinmauerwerk mit Satteldach, heute in roter Hohlpfannendeckung, mit größeren Spitzbogenfenstern. Südlich befindet sich ein Sakristeianbau in Feldstein. Das nördliche Portal mit rotem und schwarz glasiertem Backstein ist wahrscheinlich mittelalterlich, als Zeugnis der Backsteingotik.
Chor: Im frühen 14. Jh. erfolgte ein gotischer Ausbau mit einem polygonalen Chor mit Strebepfeilern und Lanzettfenstern sowie mit einer Vorhalle aus Backsteinmauerwerk mit Satteldach.
Turm: Der nordwestliche, freistehende Glockenturm in Fachwerk stammt aus dem 18. Jh., mit Uhren an der Nord- und Westseite. Er hat drei Bronzeglocken von 1953. Die alte Glocke von 1465 hatte 1952 einen Sprung bekommen. Der Turm musste 1969 wegen des Baus der Landstraße Celle–Wittingen um einige Meter versetzt werden.Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
Der Kirchhof ist von einer niedrigen Bruchsteinmauer umgeben. Neben dem Kirchhof stehen das Küsterhaus, in dem auch die ehemalige Schule war, sowie das Pfarrhaus mit Gemeindebüro. Unter der Kirche befindet sich die Grablege der Familien von Eldingen (1626) und von der Wense (1746).
Ausstattung mini|Schnitzaltar (1425), Taufstein, Kronleuchter (18. Jh.) mini|links|Kanzel (Ende 16. Jh.) Ältestes Ausstattungsstück ist der romanische Taufstein aus dem 13. Jh., der aus dem Vorgängerbau übernommen wurde. Der bedeutende, geschnitzte, spätgotische Flügelaltar stammt aus der ersten Hälfte des 15. Jh. und das Kruzifix des Dreinageltypus an der Südwand aus der Mitte des 15. Jh.
Die geschnitzte Renaissancekanzel in rot-grüner Fassung wurde am Ende des 16. Jh. gefertigt. Der Kanzelkorb hat zwischen kannelierten Freisäulen auf den Kanzelfeldern Arkaden mit Dreiecksgiebeln und geflügelten Engelköpfen in den Zwickeln. Unter den Rundbögen zeigen Gemälde die vier Evangelisten mit ihren Symbolen. Die hölzerne Winkelempore im Nordwesten wurde ebenfalls im 16. Jh. eingebaut. Sie ruht auf vierkantigen Pfosten mit Korbbögen. Die Brüstungsfelder werden durch Pilaster gegliedert und tragen wie die Kanzel Arkaden mit Dreiecksgiebeln.
Die beiden silbernen Kronleuchter stammen aus der zweiten Hälfte des 17. Jh. Das hölzerne Kirchengestühl in roter Fassung lässt einen Mittelgang frei.
Orgel mini|Orgel (1853), Triumphkreuz (15. Jh.) Die noch größtenteils erhaltene Eduard-Meyer-Orgel von 1853 verfügt über 16 Register auf zwei Manualen und Pedal. 1917 mussten die originalen Prospektpfeifen als Material für den Ersten Weltkrieg abgegeben werden. Inzwischen hat das Instrument aber wieder entsprechende Ersatzpfeifen. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde bei einschneidenden Umbaumaßnahmen die Orgel verändert und klanglich entstellt. 2012 wurde sie von der Orgelbauwerkstatt Udo Feopentow durch umfassende Restaurierungsarbeiten renoviert.
I Manual C–f3 1. Bourdon 16′ ab c0 Holz, ab c1 Metall 2. Principal 8′ C, Cis Holz, ab D Prospekt 75 % Zinn, ab f2 innen 3. Rohrflöte 8′ C–H Holz, ab c0 Metall, ab c3 offen 4. Octave 4′ Metall. 5. Spitzflöte 4′ 6. Octave 2′ 7. Mixtur III weitgehend rekonstruiert, Metall 8. Trompete 8′ rekonstruiert, Metallbecher II Manual(im Schwellkasten) C–f3 9. Gedact 8′ C–H Holz, ab c0 Metall gedeckt 10. Salicional 8′ C–H zus. mit Gedact, ab c0 rekonstruiert, Metall 11. Gedacktflöte 4′ Metall, gedeckt, ab f2 konisch offen 12. Waldflöte 2′ 13. Cornett II Quintreihe vorhanden, Terzreihe passend ergänzt Pedal C–c1 14. Subbass 16′ Holz, gedeckt 15. Principalbass 8′ Holz, offen 16. Octave 4′ 17. Posaune 16′ rekonstruiert, Holzbecher Koppel: II/I Nebenregister: Tremulant (Zusatz), Zimbelstern (original), Calcant Schwelltritt (auch als Registerzug „Forte II, Man.“ per Hand bedienbar) Anmerkungen
Kirchengemeinde Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Eldingen-Hohnhorst gehört dem evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Celle an. Seit 2010 besteht eine pfarramtliche Verbindung beider Kirchengemeinden.Kirchengemeindelexikon der Landeskirche Hannover: Eldingen. In Eldingen hat sie ihr Gemeindebüro in der Bahnhofstraße 1. Durch einen regelmäßig erscheinenden Gemeindebrief informiert sie die Gemeindemitglieder. Posaunenchor, Vokalkreis und u. a. Senioren- und Jugendkreis sind die regelmäßigen Aktivitäten.
Weblinks
Kirchengemeinde Eldingen-Hohnhorst
Einzelnachweise
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