mini|St. Nikolaus in Pszenno St. Nikolaus () ist die römisch-katholische Pfarrkirche von Pszenno (deutsch Weizenrodau), einem Dorf in der Landgemeinde Świdnica (Schweidnitz) in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Seit 1964 ist die Kirche ein geschütztes Kulturdenkmal. Kirchenpatron ist Nikolaus von Myra. Das Patronatsfest ist der 6. Dezember.
Geschichte mini|Innenraum mini|Orgel mini|Grabsteine mini|Friedhofsmauer
1243 setzte Johannes Graf Würben sein Gut Weizenrodau bei Schweidnitz zum Neumarkter Recht aus. Das heutige Gotteshaus geht im Kern spätestens auf die Mitte des 14. Jahrhunderts zurück. Darauf deuten die Fenster an der Ostwand des Hauptschiffes und das Portal an der Nordwand des Langhauses. Die Kirche ist seit 1335 als „ecclesia de Weynsinrod“ im Breslauer Zinsregister Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis des Apostolischen Nuntius Galhardus belegt. Seit Mitte des 14. Jahrhunderts gehörte die Pfarrkirche von Weizenrodau zum Archipresbyterat Schweidnitz mit Sitz eines Erzpriesters in Schmellwitz. 1375 überließen die Grafen Würben die Scholtisei einschließlich dem Kirchenlehen der Stadt Schweidnitz, der somit das Patronatsrecht zustand. Für 1491 ist eine Weihe einer neuen Kirche überliefert.
Das frühgotische Gotteshaus wurde im 16. Jahrhundert im Stil der Spätgotik vergrößert. Letztere beträchtliche Erweiterungsmaßnahme erfolgte vermutlich, um sie an den evangelischen Ritus anzupassen. Dabei erhielt die Kirche auch eine nördliche Sakristei, einen Turm an der Westseite des Hauptschiffes und Strebepfeiler an der Nordwand. Als erster lutherischer Geistlicher ist 1530 Peter Knothe nachgewiesen, den 1536 der Grundherr auf Wilkau Johannes von Zedlitz wegen seiner Predigt, beim Domkapitel Breslau verklagte. Einer seiner Nachfolger wurde von 1570 bis seinem Tod 1582 Weigand Sachenkirch, aus einer alten Schweidnitzer Patrizierfamilie. Im Dreißigjährigen Krieg waren der 1630 als „Wüsten Rhoden“ bezeichnete Ort und Kirche zerstört. Die Gotteshäuser von Weizenrodau und Bögendorf waren mit Unterbrechung seit 1632 wieder mit einem evangelischen Geistlichen besetzt. Im Zuge der Gegenreformation musste die evangelische Gemeinde 1636 die Kirchen von Weizenrodau und Bögendorf an die Katholiken zurückgeben. Diese Inbesitznahme der damals zur Stadtpfarrei Schweidnitz gehörenden Filialkirchen in Weizenrodau und Bögendorf befahl zu Beginn des Jahres 1636 der Landeshauptmann Freiherr von Bibran mit Genehmigung des königlichen Oberamtes. In der politischen Reform von 1637 teilte der königliche Kommissar Hans Ambrosius von Annaberg dem Rat und Schöffen von Schweidnitz mit, auch alle übrigen lutherischen Geistlichen und Ratsmitglieder abzusetzen. Die mehrheitlich evangelischen Einwohner hielten sich seit 1654 zur Friedenskirche Schweidnitz.
Wegen Priestermangel versorgte eine Zeit lang ein vom Rat der Stadt eingesetzter Hilfsgeistlicher bzw. Präzentor die Pfarreien Weizenrodau und Hohgiersdorf. Der Rat als Inhaber des Patronatsrechtes und der Präzentorie über beide Kirchen wünschte damals die Vereinigung der Stellen. Im Tausch gegen das Patronat der Kirchen von Leutmannsdorf und Hohgiersdorf erhielten die Jesuiten vom Rat am 13. Oktober 1694 u. a. die Pfarrkirche von Weizenrodau. Bis zur Ordensaufhebung 1773 gehörte St. Nikolaus den Jesuiten in Schweidnitz. 1838 zerstörte ein Brand den Giebel zwischen Chor und Langhaus. Am 14. Dezember 1964 erfolgte die Aufnahme in die staatliche Denkmalliste unter der Aktennummer A/271/1195.
Beschreibung Die aus Bruch- und Sandstein erbaute Kirche besteht aus einem Hauptschiff mit drei Jochen, einem eingezogenen, quadratischen Chor und einem schmaleren Nebenschiff auf der Südseite. Im Westen schließt an das Langhaus ein quadratischer Turm an und am Chor auf der Nordseite eine Sakristei. Der Innenraum ist gewölbt, das rippenlose Kreuzgewölbe des Chorhauptschiffes besteht aus Bruchstein und die spätmittelalterlichen Gewölberippen aus gemauerten Ziegeln.
Grabsteine Hans von Zedlitz († 1540) und Ehefrau Elisabeth geborene von Seidlitz Melchior von Zedlitz und Ehefrau Ursula geborene von Schellendorf († 1560) Ursula von Zedlitz auf Wilkau geborene Schrenck von Marchwitz († 1567) Stenzel von Zedlitz († 1570), Ehemann von vorherigen Susanna von Prittwitz geborene von Schiebitz, Ehefrau von Prittwitz vom Burglehen Großpeterwitz († 1619)
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