mini|alternativtext=Verbreitung|Verbreitungsgebiet von Schmidts Großohrblattnase Schmidts Großohrblattnase (Micronycteris schmidtorum) ist ein in Mittel- und Südamerika verbreitetes Fledertier in der Familie der Blattnasen. Einige zwischenzeitlich zu dieser Art gerechnete Museumsexemplare wurden später als Sanborn-Großohrblattnase oder Micronycteris brosseti geführt. Das Typusexemplar stammt aus dem Departamento Izabal in Guatemala. Das Tier ist nach dem US-amerikanischen Zoologen Karl Patterson Schmidt benannt.

Merkmale Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 53 bis 67 mm, einer Schwanzlänge von 10 bis 17 mm und einem Gewicht von 5 bis 10 g ist die Art in der Gattung Micronycteris mittelgroß. Es sind 31,5 bis etwas über 35 mm lange Unterarme, Hinterfüße von 8 bis 11 mm Länge und 16 bis 25 mm lange Ohren vorhanden. Das weiche Fell der Oberseite besteht aus Haaren, die an der Wurzel weiß und an den Spitzen braun sind. Die Unterseite trägt sehr helles gelbbraunes, graues oder weißes Fell. Wie bei allen Lanzennasen kommt ein lanzenförmiger Aufsatz auf dem Nasenblatt vor. Typisch sind große und an den Spitzen leicht abgerundete Ohren, die an den unteren Kanten etwa 5 mm lange Haare tragen. Ein im Fell verborgener Hautstreifen mit einer Kerbe in der Mitte verbindet die Ohren auf der Stirn. Der Schwanz ist vollständig in die Schwanzflughaut eingebettet und dort entspricht die Breite der Haut etwa der doppelten Schwanzlänge. Verglichen mit nahe verwandten Fledermäusen hat das Tier mit mindestens 14,5 mm recht lange Schienbeine. Der Fersensporn (Calcar) am Fuß ist länger als dieser.

Verbreitung und Lebensweise Das Verbreitungsgebiet reicht vom Bundesstaat Chiapas und von der südlichen Yucatánhalbinsel über das südliche Mittelamerika bis in den Nordosten von Peru und ins nordöstliche Brasilien. In Guyana und Suriname wurden keine Exemplare registriert, jedoch in Französisch-Guayana. Die Fledermaus lebt im Flachland bis 160 Meter Höhe und hält sich in immergrünen oder teilweise laubabwerfenden Wäldern auf. Gelegentlich werden Flächen mit dornigen Sträuchern, Sümpfe, Weideland und Plantagen besucht. Das nachtaktive Tier ruht am Tage in Baumhöhlen oder in alten Ruinen.

Die Beute aus Nachtfaltern und anderen Insekten wird meist von Pflanzen oder Felsen abgesammelt. Manchmal frisst Schmidts Großohrblattnase Früchte. Viele Exemplare wurden in Japannetzen gefangen, die dicht über dem Grund positioniert waren. Gruppen von 5 bis 8 Tieren ruhten in Öffnungen des Baumes Bursera simaruba. Bei einer Untersuchung zwischen August und November hatte ein Weibchen aktive Zitzen, bei vier Weibchen war unklar, ob sie in einem Stadium der Fortpflanzung waren und mehrere andere Exemplare waren nicht reproduktiv.

Gefährdung Regional wirken sich Waldrodungen negativ aus. Diese Fledermaus hat eine weite Verbreitung und sie wird von der IUCN als nicht gefährdet (least concern) gelistet.

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Einzelnachweise

Kategorie:Blattnasen