mini|Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt Mariä Himmelfahrt () ist die römisch-katholische Pfarrkirche von Pozořice im Okres Brno-venkov in Tschechien. Sie steht unter Denkmalschutz. Zur Pfarrei gehören die Minderstadt Pozořice sowie die Gemeinden Sivice, Kovalovice, Viničné Šumice, Hostěnice und Holubice.

Geschichte Die älteste schriftliche Erwähnung der Kirche in Pozořice datiert auf das Jahr 1358. Neben der gotischen Pfarrkirche stand eine Friedhofskapelle zu Ehren des Erzengels Michael. Erste Beschreibungen der Baugestalt stammen aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Das Kirchenpatronat sowie das Kollationsrecht am Altar und an der Kapelle lagen mit Ausnahme weniger Unterbrechungen beim jeweiligen Grundherrn von Pozořice. Am 20. Mai 1703, während der Pfarrer auf Wallfahrt in Křtiny weilte, brach in der Pfarrscheune ein Brand aus, der sich rasch ausbreitete und die Kirche sowie die beiden angebauten Kapellen schwer beschädigte. Sakristei und Glockenturm blieben erhalten.Herbert Haupt: Ein Herr von Stand und Würde. Fürst Johann Adam Andreas von Liechtenstein (1657–1712). Mosaiksteine eines Lebens. Hrsg.: Johann Kräftner. Böhlau, Wien 2016, ISBN 978-3-205-20239-4, S. 170. Nach Interventionen des bischöflichen Konsistoriums von Olmütz beauftragte der Patronatsherr Fürst Johann Adam I. Andreas von Liechtenstein im Sommer 1708 den Baumeister Antonio Sala mit Besichtigung und Kostenvoranschlag. Sala befand die gotische Kirche als irreparabel beschädigt und empfahl einen Neubau.Herbert Haupt: "Ein liebhaber der gemähl und virtuosen…". Fürst Johann Adam I. Andreas von Liechtenstein (1657–1712). In: Quellen und Studien zur Geschichte des Fürstenhauses Liechtenstein. Band 3. Böhlau, Wien u. a. 2012, ISBN 978-3-205-78786-0, S. 905. Diesen entwarf er nach Prinzipien des klassizistischen Barocks. Die amtliche Anweisung zum Neubau wurde im Januar 1709 erteilt.Herbert Haupt: "Ein liebhaber der gemähl und virtuosen…". 2012, S. 917 f. Im Frühjahr 1710 wurden die Reste der alten Kirche abgetragen und aufwändige Geländearbeiten vorgenommen. Für den Neubau wurden unter anderem Steine aus der Ruine der nahegelegenen Burg Vildenberk (Wildenberg) verwendet. Infolge des Todes des Fürsten und einem nachfolgenden Erbschaftsstreit im Haus Liechtenstein kam es zu mehrjährigen Bauverzögerungen. Die Pfarrkirche wurde schließlich in den Jahren 1722 bis 1724 unter Fürst Joseph Johann Adam von Liechtenstein vollendet. Die Kirchweihe erfolgte am 15. August 1724 durch den Dekan des Brünner Domkapitels.

Architektur und Ausstattung mini|Innenansicht Die Kirche ist ein einschiffiger Barockbau mit kurzem Querschiff, einem polygonalen Chorabschluss und einer quaderförmigen Sakristei. Sie misst 38 Meter Länge, 20 Meter Breite und 21 Meter Höhe. Die nordwestliche Doppelturmfassade ist durch lisenenhafte Gliederung und ein hervortretendes, reich profiliertes Kranzgesims geprägt. An den beiden 40 Meter hohen Türmen trennt ein Gesims das Glockengeschoss vom niedrigeren Uhrengeschoss. Das rechteckige Portal besitzt ein profiliertes steinernes Gewände und einen Türsturz mit Schlussstein auf einem Architrav, an dem eine Kartusche mit dem Wappen der Familie Liechtenstein angebracht ist. Fenster mit gedrückten Bögen, thermale sowie runde Öffnungen sind mit profilierten Laibungen versehen. Das Langhaus und der Chor sind mit Walmdächern gedeckt, die Türme tragen Zeltdächer. Über dem Chor erhebt sich ein Dachreiter mit Zwiebelhaube und Spitze. Der Innenraum wird von Tonnengewölben überspannt. Der Chor ist durch Stichkappen zwischen den Gurtbögen strukturiert.

Der Hauptaltar von 1785 zeigt das Gemälde der Mariä Aufnahme in den Himmel. Die drei Seitenaltäre sind der Mater Dolorosa, dem hl. Antonius von Padua und der Heiligen Familie geweiht.

Literatur

Weblinks

Pfarrei Mariä Himmelfahrt – Pozořice

Einzelnachweise

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