mini|hochkant|alt=Eine Person kniet auf Gras, trägt Kabelkopfhörer und eine Umhängetasche und hält einen Matcha Latte sowie ein Buch (allerdings verkehrt herum) in der Hand|Teilnehmer eines Performative-Male-Wettbewerbs mit Matcha Latte, Kabelkopfhörern und Umhängetasche Performative Male (Deutsch „performativer Mann“) ist ein politisches Schlagwort. Mit ihm werden junge Männer bezeichnet, die sich nach außen hin progressiv bzw. feministisch geben, dies aber nur tun, um besser bei Frauen anzukommen. Der Begriff stammt aus der Netzkultur, in den sozialen Medien kursiert eine Vielzahl von Memes, die Performative Males thematisieren.

Weitgehende Bekanntheit erreichte der Begriff im Jahr 2025. Hierfür sorgten neben den im Internet kursierenden Memes auch Wettbewerbe, bei denen sich Teilnehmende trafen, um Performative Males zu parodieren.

Begriff Judith Butler vertritt in Das Unbehagen der Geschlechter die These, dass Geschlecht immer performativ sei. Laut Butler muss jeder Mensch sein Geschlecht durch das eigene Handeln immer wieder aufs Neue herstellen. Insofern ist auch jede Form von Männlichkeit stets performativ. Die zur Schau gestellte Männlichkeit von Performative Males fällt lediglich auf, weil sie neu und noch wenig naturalisiert ist.

Eigenschaften mini|hochkant|alt=Eine Umhängetasche mit der Aufschrift „I like big books and I cannot lie“|Umhängetaschen wie diese gelten als ein Markenzeichen von Performative Males Die Popularisierung der Bezeichnung Performative Male in den sozialen Medien begann im Jahr 2025. In den Medien werden verschiedene Markenzeichen genannt, die auf einen Performative Male hinweisen: der Konsum von Matcha Latte, eine Sammlung von Vinylschallplatten, die Kombination von weißen Socken mit Loafers, Labubu-Anhänger, lackierte Fingernägel, das Tragen von Umhängetaschen, Kabelkopfhörern und Perlenketten sowie das demonstrative Lesen feministischer Literatur, beispielsweise von bell hooks oder Joan Didion, an öffentlichen Orten. Verena Bogner verglich in der Zeitschrift Glamour das Aussehen von Performative Males mit dem von Harry Styles und Paul Mescal.

Darüber hinaus geben sich Performative Males betont sanft und emotional intelligent, um sich von Eigenschaften, die als Markenzeichen toxischer Männlichkeit gelten, abzugrenzen. Performative Males inszenieren dies alles jedoch lediglich und werden beim Sex oder in romantischen Beziehungen dennoch übergriffig.

Ob es sich bei den Performative Males um ein genuin neues Phänomen handelt ist umstritten. Verschiedene Kommentatoren sind der Ansicht, dass es Männer, die für Vorteile bei der Partnerwahl ein Image als Softie pflegen, auch in der Vergangenheit gegeben habe und Performatives Males nur durch die vielen Memes im Internet eine so hohe Aufmerksamkeit erhalten würden. Im Independent beschrieb Lydia Spencer-Elliott den Performative Male als nächste Stufe des Hipsters. Die Journalistin J’Nae Phillips erkannte im Phänomen der Performative Males hingegen das Gegenstück zum Tradwife-Trend. In beiden Fällen gehe es darum, Geschlechterrollen besonders intensiv zu inszenieren und zu ästhetisieren, um so Klarheit und Validierung in einer zunehmend chaotischen Welt zu erhalten.

Wettbewerbe In verschiedenen Städten wurden im Jahr 2025 Wettbewerbe veranstaltet, bei denen die Teilnehmenden die Aufgabe hatten, möglichst authentisch einen Performative Male darzustellen. Solche Wettbewerbe fanden beispielsweise in Chicago, Seattle, Nijmegen, Jakarta oder Berlin statt. Der Wettbewerb in Seattle im August 2025 zog Dutzende Teilnehmende und etwa 300 Zuschauer an, der Gewinner erhielt einen Plattenspieler und eine Vinylschallplatte. Weitere Wettbewerbe fanden an verschiedenen US-amerikanischen Universitäten statt.

Weblinks Performative Male bei Know Your Meme

Einzelnachweise

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