Die Perroman-Gesellschaft, auch Praroman-Bonvisin genannt, war die wichtigste Handelsgesellschaft der Stadt Freiburg im Üechtland im 15. Jahrhundert. Die in den frühen 1380er Jahren gegründete Gesellschaft handelte mit Wolle, Fellen, Eisenwaren und Glas und unterhielt Verbindungen nach Avignon. Mehrere ihrer Mitglieder wurden während der Ketzerprozesse in Freiburg in den Jahren 1399 und 1430 als Waldenser beschuldigt.
Geschichte Die Gesellschaft wurde zu Beginn der 1380er Jahre von Heinrich Wertzo († 1400) aus der Familie von Perroman, Willi von Perroman († 1408) und Jaquet Bonvisin († 1419) gegründet. An der Spitze der Perroman-Gesellschaft standen nachfolgend Willis Cousin Jaquillinus von Perroman (erw. 1394–1414), Jaquets Sohn Heinzli Bonvisin († 1427), Jaquillinus’ Sohn Jakob II. von Perroman († 1450/51) und Willis Sohn Petermann von Perroman († 1431), von denen mehrere in Personalunion das Seckelmeisteramt der Stadt Freiburg innehatten.
Von 1397 bis 1404 war die Gesellschaft mit den Brüdern Johannes und Hanso Studer in Avignon assoziiert. Die Geschäftsführung lag bei den Schreibern und Faktoren Petermann Möiry (ab 1406), Simon von Kanel aus der Diözese Speyer (ab 1427), Cono von Lanthen (ab 1430) und Hensli Thüremberg (ab 1438).
Waldenserverdacht Viele Mitglieder der Perroman-Gesellschaft, auch die Brüder Studer, galten als Waldenser, denen 1399 und 1430 in Freiburg der Prozess gemacht wurde. Letztmals erwähnt wird die Perroman-Gesellschaft in Freiburg zu Beginn der 1460er Jahre.
Literatur Kathrin Utz Tremp: Waldenser, Wiedergänger, Hexen und Rebellen. Biographien zu den Waldenserprozessen von Freiburg im Üchtland (1399 und 1430). Freiburg 1999, S. 371–381.
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