mini|Ulrich Pleitgen auf dem Max Ophüls Filmfestival 2015 Ulrich Pleitgen (* 1. November 1942 in Hannover;Pleitgens Geburtsjahr war 1942, nicht 1946, wie zeit seines Lebens offiziell verlautbart, siehe Seite 55 in Ulrich Pleitgen. Ganz oder gar nicht! Aus dem Leben eines Überzeugungstäters. Die nachgelassene Autobiografie, Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2018, ISBN 978-3-86265-711-7.Ulrich Pleitgen, deutsches-filmhaus.de † 21. Februar 2018 in Hamburg) war ein deutscher Schauspieler und Sprecher, der dem Publikum hauptsächlich durch seine Fernsehrollen bekannt ist.
Leben und Wirken Karriere Erste Erfahrung als Schauspieler sammelte Pleitgen bereits als Elfjähriger im Dasseler Internats-Theater. Zunächst absolvierte er eine Ausbildung als Werbekaufmann. Einer Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater Hannover folgten ab den 1970er Jahren Engagements am Berliner Schillertheater (mit einem Intermezzo am Theater Basel), den Schauspielhäusern in Frankfurt und Bochum und am Staatstheater Stuttgart, ab 1985 schließlich am Thalia-Theater in Hamburg.
1972 wurde er als bester Nachwuchs-Schauspieler mit dem Kunstpreis Berlin ausgezeichnet, das Fachmagazin Theater heute wählte ihn 1984 zum Schauspieler des Jahres.
Nach seinem Ausscheiden aus dem Ensemble des Thalia-Theaters 1989 widmete sich Ulrich Pleitgen hauptsächlich seinen Rollen in Kino- und Fernsehfilmen.
Nicht zuletzt dank seiner schauspielerischen Leistung als Richter Prinzing wurde der Film Stammheim mit einem Goldenen Bären ausgezeichnet. 1994 erhielt Pleitgen für seine Darstellung des Wolfgang Schefer in der Fernsehserie Nicht von schlechten Eltern einen Bambi.
Von 2003 bis 2011 spielte er in der ARD-Fernsehserie Familie Dr. Kleist den Apotheker Johannes Kleist. Im Sommer 2006 musste er alle Dreharbeiten unterbrechen und krankheitsbedingt eine Pause einlegen. Seine Rolle in K3 – Kripo Hamburg gab er deshalb auf. Nach seiner Genesung stand Ulrich Pleitgen im März 2007 für die 3. Staffel von Familie Dr. Kleist in Eisenach vor der Kamera.
Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler veranstaltete Ulrich Pleitgen Lesungen und arbeitete als Sprecher für Hörbücher. In diesem Zusammenhang hat er zahlreiche Preise gewonnen, zum Beispiel den Osterwold-Preis 2005 von Hörbuch Hamburg für die beste Hörbuch-Interpretation sowie im selben Jahr die Goldene Schallplatte für mehr als 100.000 verkaufte Hörbücher des Romans Assassini von Thomas Gifford. Im Jahr 2006 bekam er den Deutschen Hörbuchpreis für das Buch Lauf, Junge, lauf von Uri Orlev. Im Jahr 2007 erhielt Ulrich Pleitgen den Preis der deutschen Schallplattenkritik und wurde von der Jury der hr2-Hörbuchbestenliste ausgewählt.
In Zusammenarbeit mit Iris Berben als Leonie Goron sprach er von 2003 bis 2009 die Rolle des Edgar Allan Poe in der 37-teiligen Hörspielserie Edgar Allan Poe bei Lübbe-Audio. 2006 wurde dazu passend das musikalische Hörbuch Visionen aufgenommen, für das er Der Rabe vortrug. Ulrich Pleitgen war Pate der Björn-Steiger-Stiftung für das Projekt „Retten macht Schule“.
Privates Ulrich Pleitgen war mit der Schauspielerin Ann-Monika Pleitgen verheiratet. Sein Stiefsohn ist der Physiker und Autor Ilja Bohnet. Mit dem Journalisten und ehemaligen WDR-Intendanten Fritz Pleitgen war Ulrich Pleitgen entfernt verwandt.
Pleitgen starb am 21. Februar 2018 im Alter von 75 Jahren an Herzversagen.
Filmografie Kinofilme 1981: Das Haus im Park, Regie: Aribert Weis 1986: Stammheim, Regie: Reinhard Hauff 1990: Der achte Tag, Regie: Reinhard Münster 1991: Tschoknutje, deutsch-russischer Kinofilm, Regie: Alla Surikowa, russisch: Чокнутые 2015: Da nicht für …, Kurzfilm, Regie: Martina Plura
TV-Spielfilme und Fernsehserien (Auswahl)
Theaterverfilmungen (Auswahl) 1980: Die Hermannsschlacht, Schauspielhaus Bochum, Regie: Claus Peymann 1981: Woyzeck, Schauspielhaus Bochum, Regie: Manfred Karge und Matthias Langhoff 1982: Nachrichten aus der Provinz, Inszenierung des Schauspielhauses Bochum beim Theaterfestival Paderborn, Regie: Alfred Kirchner 1982: Torquato Tasso, Schauspielhaus Bochum, Regie: Claus Peymann 1986: Marquis von Keith, Thalia-Theater Hamburg, Regie: Thomas Langhoff
Hörspiele (Auswahl) 1999: Yves-Fabrice Lebeau: Hungerstreik – Regie: Annette Kurth (WDR) 2001: Dubravko Mihanovic: Weiß – Regie: Annette Kurth (WDR/ORF) 2002: Dick Francis: Zügellos. Hörspielbearbeitung nach dem Roman Zügellos: Alexander Schnitzler. Regie: Klaus Zippel, Produktion: MDR und SWR, Musik: Pierre Oser, 1 CD, Länge: ca. 71 Min. Der Audio Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-89813-266-8. 2003: Alexandre Dumas der Ältere: Die drei Musketiere. Regie: Sven Stricker, Sprecher: Ulrich Pleitgen, Andreas Fröhlich, Thomas Wenke, Samuel Weiss, Horst Stark, 2 CD, Der Hörverlag, ISBN 3-89940-152-2. 2005: Henning Mankell: Wallanders erster Fall. Hörbuch-Hamburg, ISBN 978-3-89903-213-0. 2006: John Steinbeck: Von Mäusen und Menschen, OSTERWOLDaudio, ISBN 978-3-86952-215-9. 2009: Richard Dawkins: Der Gotteswahn, HörbucHHamburg HHV GmbH, ISBN 978-3-8449-0277-8. 2012: Matthias Wittekindt: Die blaue Jacht. Regie: Sven Stricker. Radio-Tatort, NDR. 2014: Henry James: Washington Square – Regie: Silke Hildebrandt (Hörspiel – MDR). 2014: Hermann Bohlen: Lebensabend in Übersee (Sha Ji Jing Hou – Ein Huhn schlachten, um die Affen einzuschüchtern) – Regie: Hermann Bohlen/Judith Lorentz (Hörspiel – WDR).
Auszeichnungen 1972: Berliner Kunstpreis als bester Nachwuchs-Schauspieler 1984: Schauspieler des Jahres, Auszeichnung des Fachmagazins Theater heute 1986: Goldener Bär mit dem Kinofilm Stammheim – Der Prozess Regie: Reinhard Hauff 1994: Bambi für die Darstellung des Wolfgang Schefer in der Fernsehserie Nicht von schlechten Eltern 2005: Osterwold-Preis 2005 von HörbucHHamburg für die beste Hörbuch-Interpretation 2005: Goldene Schallplatte von Lübbe Audio für das Hörbuch Assassini von Thomas GiffordAuszeichnungen für Musikverkäufe: DE 2006: Deutscher Hörbuchpreis 2007: Preis der deutschen Schallplattenkritik
Bibliografie Primärliteratur C. Bernd Sucher (Hrsg.): Theaterlexikon. Autoren, Regisseure, Schauspieler, Dramaturgen, Bühnenbildner, Kritiker. Von Christine Dössel und Marietta Piekenbrock unter Mitwirkung von Jean-Claude Kuner und C. Bernd Sucher. 2. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1999, ISBN 3-423-03322-3, S. 543. Als Autor bzw. Co-Autor Ulrich Pleitgen: Die Großmutter, Kurzgeschichte in der Anthologie Freundschaften von Marie-Luise Marjan (Hrsg.), Hoffmann und Campe, Hamburg 2004, ISBN 3-455-05141-3. Ulrich Pleitgen, Ilja Bohnet: Ulrich Pleitgen. Ganz oder gar nicht! Aus dem Leben eines Überzeugungstäters. Die nachgelassene Autobiografie, Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2018, ISBN 978-3-86265-711-7.
Weblinks
Das Ende eines Zwiegesprächs – Outtakes aus Pleitgens Biografie auf dem persönlich Blog seines Stiefsohns Ilja Bohnet 'Die Naturwissenschaft – ein Kulturphänomen in seinen Schranken und Möglichkeiten', Radiofeature mit den Gesprächspartnern Olaf Breidbach, Robert Kudielka und Albrecht Wagner, von Ilja Bohnet und Bernhard Kaufmann mit den Sprechern Ulrich Pleitgen und Claudia Rieschel, FSK Hamburg (1999)
Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Hörspielsprecher Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1942 Kategorie:Gestorben 2018 Kategorie:Mann