Harold Winfred Manter (* 18. Juni 1898 in Anson, Maine; † 15. April 1971 in Douglas, Nebraska) war ein US-amerikanischer Parasitologe und Trematodenforscher.

Leben Manter war ein direkter Nachkomme von Elizabeth Tilly, die mit ihren Eltern auf der Mayflower nach Amerika kam. 1922 erwarb er einen Bachelor-Abschluss am Bates College und studierte anschließend bei Henry Baldwin Ward (1865–1945) an der University of Illinois, wo er 1923 zum Master of Arts graduierte und 1925 zum Ph.D. promoviert wurde.

Nach einem Jahr Lehrtätigkeit an der Louisiana State University wechselte er an die University of Nebraska-Lincoln, wo seit 1894 Lehrgänge in Parasitologie angeboten wurden, die von Ward eingeführt wurden. Manter war zunächst Assistant Professor, erhielt 1935 eine Professur für Zoologie und war zwischen 1953 und 1961 Leiter des Fachbereichs. 1966 ging er als emeritierter Professor in den Ruhestand.

Auf eigene Kosten verbrachte er Sommer an der Mount Desert Island Biological Station in Maine (von 1924 bis 1925), an der Station des U.S. Bureau of Fisheries in Beaufort, North Carolina (1928) und an der biologischen Station der Carnegie Institution auf den Dry Tortugas, Florida (von 1930 bis 1932). Er war Mitglied der 3. Expedition von George Allan Hancock zu den Galapagosinseln (1934), Fulbright-Forschungsstipendiat in Neuseeland (1951) und Gastwissenschaftler an den Universitäten von Queensland und Adelaide in Australien (von 1963 bis 1964).

Während einer Forschungsexpeditionen sammelte er Parasiten von Metazoen, insbesondere solche von Fischen. Einige der Proben wurden an Doktoranden vergeben, andere mit Kollegen geteilt.

Manters Forschungsschwerpunkt galt Saugwürmern der Unterklasse Digenea, die an Fischen parasitieren. Er konzentrierte sich zunächst auf die Morphologie und Systematik; später bezogen seine Studien auch Wirt-Parasit-Beziehungen und Zoogeographie ein. In den letzten Jahren seines Lebens arbeitete er mit der Vorstellung, dass Parasiten nicht nur als Biomarker der Gegenwart dienen können, sondern auch Hinweise auf vergangene Zustände liefern (Ursprungsorte, Ausbreitungswege, phylogenetische Beziehungen und frühere Zusammenhänge von Landmassen und Ozeanen). Manter veröffentlichte etwa 90 Arbeiten, darunter viele Monografien. Er beschrieb mehr als 300 Arten und benannte 66 Gattungen.

Unter Manters Betreuung wurden mehr als 55 höhere akademische Abschlüsse erworben, und mehrere seiner Studenten wurden bedeutende Parasitologen.

Manter war in zahlreichen Fach- und Ehrenorganisationen aktiv. Er war ehemaliger Präsident (1959) und Ehrenmitglied (1967) der American Microscopical Society sowie ehemaliger Präsident der Nebraska Academy of Sciences (von 1942 bis 1943). Er war Gründungsmitglied der American Society of Parasitologists und übernahm dort verschiedene Funktionen, darunter Vizepräsident (1950), designierter Präsident und Präsident (1965 bis 1966), sowie drei Amtszeiten im Herausgebergremium des Journal of Parasitology. 1969 wurde er emeritiertes Mitglied. Er förderte die AMCOP (Annual Midwestern Conference of Parasitologists) und leitete sie im Jahr 1969.

1926 veröffentlichte Manter das Buch Some North American Fish Trematodes.

Dedikationsnamen und Ehrungen Nach Harold W. Manter sind die Gattung Manteria sowie zahlreiche Arten von Saugwürmern benannt. Am 31. März 1971 bildete seine umfangreiche Sammlung von Präparaten, Literatur und 150 taxonomischen Notizbüchern zur Unterklasse Digenea den Kern der neu gegründeten parasitologischen Abteilung des State Museum der University of Nebraska. Diese trägt heute den Namen Harold W. Manter Laboratory of Parasitology zu Ehren ihres ersten Kurators und dient weiterhin der Erforschung der Systematik von Parasiten. 1967 wurde der Harold Winfred Manter Prize für herausragende Graduiertenforschung in Zoologie an der University of Nebraska ins Leben gerufen.

Literatur

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