Aksel Jensen, (* 13. Februar 1919 in Fredericia; † 9. August 1944 an der Straße 14 beim Dorf Rorup nahe Osted zwischen Roskilde und Ringsted, SeelandGenaue Ortsangabe, siehe unten Gedenken, Gedenkstein.) war ein dänischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Er lebte in Rødovre, einem Vorort von Kopenhagen, sein Einsatzgebiet war Kopenhagen, Seeland und in Süddänemark.Lettere di condannati, Seite 107–109, siehe Literatur.Ausführliche Informationen auf den Gedenkseiten des Nationalmuseums, siehe Weblinks, Datenblatt und Biographie.

Familie, Ausbildung, Politik Sein Vater war der Bahnhofsvorsteher Karl Enevold Jensen (1886–1958), seine Mutter Agnes (* 1888). Besuch des Gymnasiums in Ballerup und der Handelshochschule in Kopenhagen mit dem Abschluss des Handelsdiploms 1943, vergleichbar einer Ausbildung in Buchhaltung und Betriebswirtschaft. Er war Mitglied der Gewerkschaftsbewegung und trat während des Krieges der Kommunistischen Partei Dänemarks, DKP, bei.

Widerstand 1942 trat er in die Redaktion der kommunistischen Untergrundpresse ein, nahm an Graffiti-, Flugblatt- und kleineren Sabotageaktionen, Anzünden von Strohballen und Autos, teil. 1943 ging er in den Untergrund und schloss sich unter dem Decknamen „Otto“ der militanten Widerstandsbewegung KOPA (Kommunistische Partisanen), später BOPA (Bürgerliche Partisanen), an und wurde Gruppenleiter einer zwanzig Mann starken Sabotageeinheit.

Seine letzte Aktion war der Bombenanschlag auf die Radiofabrik „Always“ in Kopenhagen am 13. Mai 1944, wodurch das Fabrikgebäude schwer beschädigt wurde und abbrannte. Während der Besatzungszeit stellte das Unternehmen Funkgeräte und Teile der V2-Raketen für die deutschen Streitkräfte her.

Verhaftung und Haft Die Gestapo verhaftete Jensen auf Grund einer Anzeige am 8. Juni 1944 am Kopenhagener Hauptbahnhof und brachte ihn ins Westgefängnis, Vestre Fængsel, Kopenhagen, wo er unter Folter verhört, auf seinen Prozess wartete. Doch dazu kam es nicht, die Gestapo suchte ihn mit weiteren Gefangenen für eine unmittelbare Vergeltungsmaßnahme aus.Massaker von Osted, siehe Weblinks.

Das Massaker von Osted Axel Jensen wurde zusammen mit zehn weiteren Widerstandskämpfern, alle gefesselt, in der Nacht des 9. August 1944 ohne Prozess und Urteil unter dem Vorwand einer Verlegung in das Internierungslager Frøslev auf offenem Feld – offiziell „auf der Flucht“ – erschossen. Der deutsche Kriminalrat Erich Bunke leitete zusammen mit dem dänischen Gestapo-Mann Ib Birkedal Hansen die Aktion. Es war eine Racheaktion für die Liquidierung des dänischen Polizisten und Kollaborateurs Robert Sustmann Ment durch die BOPA. Die Leichen der Männer wurden im Lastwagen, der sie vorher zum Ort des Verbrechens gebracht hatte, wegtransportiert, im Keller der Gestapozentrale, Shell-Haus, Kopenhagen, zwischengelagert und einige Tage später auf dem Schießplatz der Svanemøllens Kaserne, Hellerup, im Massengrab verscharrt. Nach dem Krieg exhumiert, fanden sie dort am 29. August 1945 im vor Ort angelegten Gedenkhain in Ryvangen ihre letzte Ruhe.

Verhöre nach dem Krieg brachten die Täter, mehrere deutsche und dänische Gestapo-Männer, zu Tage. Einer von ihnen, Walther Rasmussen, der sich 1941 freiwillig an die Ostfront gemeldet hatte, aber mehrfach verwundet, in den Dienst der Gestapo eintreten konnte, wurde als letzter 2003 in Hamburg aufgespürt. Der Ort des Massakers konnte durch das Auffinden von Patronenhülsen und Überresten der Getöteten genau lokalisiert werden.

Gedenken Grabstein im Gedenkhain in Ryvangen. Gedenkstein am Ort des Massakers mit Baumgruppe, Rorupstenen „Mindesten for Osted Massakren“, 55°34'58.6"N 11°59'46.2"E, Google-Map, Straße von Roskilde kommend, Kilometer 39,4, feierlich eingeweiht am 9. August 1947.Siehe Weblinks, Dokumentation, Bilder und Informationen. Brief an seine Mutter vom 14. Juli 1944, sein letzter Brief aus dem Gefängnis, geschrieben auf Toilettenpapier, heimlich übermittelt: „Alles geht hier seinen ruhigen Gang, nur unterbrochen von Verhören, 12 bis 16 Stunden ohne Essen und Trinken. Ich muss mit Rücksicht auf mich selbst - und auf die, die ich lieb habe - und mit Rücksicht auf andere hier und draußen selbstverständlich meine Worte auf die Goldwaage legen, aber gleichzeitig umgehend antworten, wenn ich vielen Schlägen mit dem Gummiknüppel entgehen will, bei Verhör trage ich scharfe Handfesseln, so dass man ein dankbares Opfer für Schläge ist.“

Literatur Lettere di condannati, Turin 1954, übersetzt: Und die Flamme soll euch nicht verbrennen, Letzte Briefe europäischer Widerstandskämpfer, Berlin-Ost 1956, Seite 116–117: Jensen, Seite 97–100: Überblick über den dänischen Widerstand mit weiteren Quellenangaben.

Weblinks Dokumentation zum Gedenken und zur Beerdigung der elf Widerstandskämpfer auf lokalhistorier.dk. Massaker von Osted, ausführliche Darstellung auf web.archive.org. Datenblatt des Dänischen Nationalmuseums mit ausführlichen Quellenangaben auf modstand.natmus.dk. Biographie auf der Gedenkseite des Dänisches Nationalmuseum auf modstand.natmus.dk.

Einzelnachweise

Kategorie:Person (dänischer Widerstand 1940–1945) Kategorie:Hingerichtete Person (NS-Opfer) Kategorie:Danmarks-Kommunistiske-Parti-Mitglied Kategorie:Däne Kategorie:Geboren 1919 Kategorie:Gestorben 1944 Kategorie:Mann