mini|Verbreitungsgebiet der Várzeadrossel
Die Várzeadrossel (Turdus sanchezorum) ist ein Singvogel aus der Familie der Drosseln (Turdidae).P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
Der Vogel kommt in Brasilien, Kolumbien und Peru vor.
Der Lebensraum umfasst Várzea-Wald, in Peru auch offenen Weißer-Sand-Wald, überflutete Waldgebiete zusammen mit der Hauxwelldrossel (Turdus hauxwelli) sowie auf Flussinseln.M. McMullan: Field Guide to the Birds of Colombia Rey Naranjo Editores, 2018, ISBN 978-958-8969-77-0
Der Artzusatz bezieht sich auf die peruanischen Feldornithologen und Sammler Manuel Sánchez S. und Marta Chávez de Sánchez.J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.
Merkmale Der Vogel ist 22–24 cm groß und wiegt etwa 58 g. Hauptmerkmale sind der breite gelbbraune Augenring, der gelbe Schnabel und die grauen Beine. Es ist eine große Drossel mit gleichmäßig sepiabrauner Färbung an Kopf und Oberseite einschließlich der Flügeldecken. Die Flugfedern sind matt dunkelbraun mit sepiabraunen Außenfahnen. Der Schwanz ist graubraun mit schmalen sepiafarbenen Rändern. Kinn und Kehle sind hell cremefarben bis weiß in der Mitte, graubraun gestrichelt und gehen in kamelbraune Färbung an Flanken und Oberschenkeln über. Die unterer Brust ist blasser, die übrige Unterseite weißlich einschließlich Steiß und Unterschwanzdecken, die braune Strichelung tragen. Die Flügelunterdecken sind hell orange bis rotbraun, ebenso die Handschwingen. Die Iris ist braun, der Augenring matt orangefarben, der Schnabel hat eine matt gelbe Spitze, wird an der Basis schwärzlich, die Beine sind olivgrau.
Die Hauxwelldrossel (Turdus hauxwelli) ist sehr ähnlich und wurde gerne mit der Art verwechselt, zumal sie zusammen im Westen Amazoniens vorkommen. Allerdings ist der Lebensraum unterschiedlich, die Hauxwelldrossel vermeidet überflutete oder sandige Flächen.
Am einfachsten sind die beiden Arten durch den Gesang und die Rufe zu unterscheiden, auch ist die Farbe des Augenringes und des Schnabels anders als bei der Hauxwelldrossel und der Schwarzschnabeldrossel (Turdus ignobilis), ferner ist der Schwanz graubraun, nicht rotbraun.J. Fjeldså: Varzea Thrush (Turdus sanchezorum), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Turdus sanchezorumThomas Scott Schulenberg, Douglas Forrester Stotz, Daniel Franklin Lane, John Patton O’Neill, Theodore Albert Parker III: Birds of Peru. Princeton University Press, 2007, ISBN 978-0-691-04915-1
Geografische Variation Die Art ist monotypisch.IOC World Bird List 15.1 ThrushesAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025
Stimme Der Gesang wird als langsam flötende Phrasen beschrieben, oft für mehr als 2 Sekunden unterbrochen, der Ruf als ansteigendes hühnerartiges Glucken oder zwei schnelle „cuk“-Laute. Die Lautäußerungen sind deutlich anders als die der Hauxwelldrossel und der Kakaodrossel (Turdus fumigatus), erinnern aber an die Nacktaugendrossel (Turdus nudigenis).
Lebensweise Die Art ist wahrscheinlich ein Standvogel und ein Allesfresser. Nahrung wird meist in niedrigerer Waldebene einzeln oder in kleinen Gruppen gesucht.
Die Brutzeit liegt wohl in Dezember und Januar in Peru.
Gefährdungssituation Die Várzeadrossel gilt als nicht gefährdet (Least Concern).
Literatur J. P. O'Neill, D. F. Lane und L. N. Naka: Turdus sanchezorum. In: A Cryptic New Species of Thrush (Turdidae: Turdus) from Western Amazonía. In: The Condor, Band 113, Heft 4, S. 870, 2011 Academic
Weblinks
Macaulay Library
Einzelnachweise
Kategorie:Drosseln