Borsdorf war eine mittelalterliche Siedlung im heutigen Land Brandenburg. Sie lag im Gebiet der Zauche; ihre Feldmark ging in der Feldmark von Prützke auf.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 47) Der Ort ist seit 2002 ein Ortsteil der Gemeinde Kloster Lehnin im Landkreis Potsdam-Mittelmark.
Geografische Lage Die Lage der ehemaligen Siedlung befand sich nordöstlich von Prützke zwischen dem Rietzer See und dem Görnsee. Zu den überlieferten Flurnamen gehören Altes Dorf und Dörferberg. Fundmaterial, darunter slawische und frühdeutsche Scherben, wurde durch Günter Mangelsdorf dokumentiert und weist auf eine Besiedlung in slawischer und frühdeutscher Zeit hin.
Geschichte und Etymologie Etymologie Die erste bekannte urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1273 als silvam, que vocatur Borsbruck (Wald, der Borsbruck genannt wird). Weitere Erwähnungen folgen 1375 im Landbuch Kaiser Karls IV. als Borsendorff. Nach 1455 wird berichtet, dass nach dem Ankauf des benachbarten Dorfes Netzen ein Acker, der Borsdorf heißt, genutzt wurde und dazu eine Grangie sowie ein Hof gehörten, die jedoch wüst gefallen waren. Die Quelle beschreibt, dass der Hof von overlages und orloges wegen verlassen werden musste. Der Name stammt aus dem mittelniederländischen, verweist damit auf die niederländischen Siedler, und bedeutet so viel wie „dichtes, stechendes Unterholz, Dickicht“Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 31, ISBN 3-937233-17-2..
Geschichte Zwischen 1273 und spätestens 1462/1469 befand sich Borsdorf im Besitz des Klosters Lehnin. Nach 1462 beziehungsweise 1469 kam das Gebiet an die Neustadt Brandenburg. Die von Prützke zu Prützke behielten jedoch bestimmte Abgabenverpflichtungen an den Pfarrer von Netzen, die ausdrücklich bestätigt wurden. Das Flurgebiet von Borsdorf ging vollständig im Flurverband von Prützke auf und wurde nicht wiederbesiedelt. Das Landbuch von 1375 verzeichnete 24 Hufen für Borsdorf, macht jedoch keine weiteren Angaben. Bereits zu dieser Zeit könnte die Siedlung im Niedergang gewesen sein. Um 1455 ist überliefert, dass die Grangie und der Hof des Klosters Lehnin im Borsebruch wüst lagen und der Acker von den Einwohnern von Netzen genutzt wurde. Die Hälfte des Borsebruchs hatten die von Prützke zu Lehen. Für das Jahr 1541 ist überliefert, dass der Pfarrer zu Netzen von den Bewohnern zu Prützke Abgaben erhielt, nämlich anderthalb Wispel Roggen und anderthalb Wispel Hafer, vermutlich aus der Nutzung der ehemaligen Wüstung Borsdorf.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 48)
Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 47–48)
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Ersterwähnung 1273 Kategorie:Kloster Lehnin (Gemeinde)