Die Polizeihubschrauberstaffel Sachsen mit ihrem Standort am Flughafen Dresden ist die Luftunterstützungseinheit der Polizei Sachsen. Sie ist ein Fachdienst des Präsidiums der Bereitschaftspolizei und besteht im April 2026 aus einem Polizeihubschrauber des Typs H145 D3 sowie zwei Hubschraubern des Typs EC135.
Geschichte Ab 1991 verwendete die Hubschrauberstaffel drei Mil Mi-2 Hubschrauber von der ehemaligen Zentralen Fliegerstaffel der Volkspolizei. So wurde beispielsweise die Mil Mi-2 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen DDR-VGB (Baujahr 1974) schon am 14. September 1990 umregistriert und erhielt das Kennzeichen D-HZPG, mit dem sie anschließend von der Staffel eingesetzt wurde.
Ab 1993 wurde eine W-3A Sokól (deutsch: Falke) der polnischen Firma PZL Świdnik in den Flugbetrieb genommen und 1997 kam eine zweite Sokól dazu. Letztere ersetzte die Mil Mi-2 mit dem Kennzeichen D-HZPR.
Die erste EC135 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen D-HSNC war seit Juli 1999 im Einsatz.
Eine Sokól W-3A (Kennzeichen D-HSNB) stürzte am 17. Januar 2005 in einem Wald bei Thalheim nahe Stollberg wegen eines Pilotenfehlers ab. Die fünf Beamten waren mit Wärmebildkameras auf der Suche nach einer vermissten suizidgefährdeten 24-jährigen Frau, als der Hubschrauber gegen 11.15 Uhr in ein Waldstück stürzte und in Brand geriet. Der Pilot (35) und der Mechaniker (33) kamen ums Leben. Drei weitere Personen wurden schwer verletzt. Die Hubschrauberstaffel zählte 2005 etwa 30 Mitarbeiter und besaß drei Hubschrauber.
Ende 2006 wurde eine weitere EC135 mit der Luftfahrzeugkennzeichen D-HSND und einer silber-grünen Farbgebung in Dienst gestellt. Auch der Hubschrauber D-HSNC erhielt diese Bemalung.mini|EC135 der Staffel im Sommer 2015Die W-3A Sokól mit dem Kennzeichen D-HSNA wurde 2007 in silber/grün umlackiert und 2010 ausgemustert.
Die D-HSNE, die neueste EC135 der Staffel, wurde 2012 als Ersatz für die W-3A Sokól (D-HSNA) erworben. Bei der Sokól wurden technische Mängel festgestellt, die eine Reparatur unwirtschaftlich machten, sodass sie außer Dienst gestellt wurde.
Bis zum 31. Dezember 2012 gehörte die Hubschrauberstaffel zur Landespolizeidirektion (Zentrale Dienste). Seit dem 1. Januar 2013 ist sie der Bereitschaftspolizei zugeordnet.
Im Jahr 2018 hoben die Hubschrauber zu 274 Einsätzen ab. 2019 waren es bereits 339 und 2020 sogar 419. Ein Einsatz kann dabei einige Stunden, aber auch mehrere Tage am Stück dauern.
Im November 2021 waren unter den 37 Mitarbeitern der Staffel neun Piloten im Alter von 30 bis 58 Jahren, darunter auch eine 44-jährige Pilotin.
Am 15. September 2023 hat das Innenministerium des Freistaats Sachsen das zweimotorige Hubschraubermuster H145 D3 für seine Polizeihubschrauberstaffel bestellt. Bereits im August desselben Jahres hatten sich die Polizeihubschrauberstaffeln Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen eines gemeinsamen Beschaffungsvorhabens für den Kauf dieses Hubschraubermusters entschieden. mini|EC135 T3 im Juli 2024 Am 16. Dezember 2024 nahmen Staatsminister Armin Schuster und Landespolizeipräsident Jörg Kubiessa den ersten Polizeihubschrauber der neuen Flotte in Empfang. Der Freistaat Sachsen investierte 60 Millionen Euro in die Anschaffung von drei Polizeihubschraubern des Typs H145 sowie in die dazugehörige Ausbildung.
Die sächsische Polizei wartet seither auf zwei weitere neue Hubschrauber. Das sächsische Innenministerium gab im November 2025 bekannt, dass sich die Lieferung mindestens bis zum ersten Halbjahr 2026 verzögern wird. Ursprünglich waren die Liefertermine für die Hubschrauber Ende Oktober und Ende Dezember 2024 vorgesehen. Als Grund für die Verzögerung wurden Lieferprobleme beim Hersteller Airbus Helicopters Deutschland angegeben.
Die zweite H145 D3 erhielt die Polizeihubschrauberstaffel im Mai 2026. Am 25. Juni 2026 erfolgte die Übernahme des dritten und letzten neuen Hubschraubers, sodass dann drei gleichartig ausgestattete Luftfahrzeuge zur Verfügung stehen.
Ab Juli 2026 wurde der Regelbetrieb des polizeilichen Flugdienstes mit den neuen Luftfahrzeugen durchgeführt. Der Freistaat Sachsen ist nach dem Freistaat Bayern und Rheinland-Pfalz das dritte Land, das seinen polizeilichen Flugdienst auf die H145 D3 der neuesten Generation von Airbus umgestellt hat.
Mit der Lieferung der drei neuen Polizeihubschrauber werden die drei bisherigen Hubschrauber des Typs EC135 ausgesondert. Zwei dieser Luftfahrzeuge wurden an den Bund veräußert. Sie verstärken dessen Zivilschutzhubschrauberflotte und ergänzen die Schulungsluftfahrzeuge der gemeinsamen Luftfahrerschule von Bund und Ländern. Der dritte Hubschrauber soll noch im Laufe dieses Jahres 2026 in einer Versteigerung veräußert werden.
Name Die Fluggeräte verfügen über Rufzeichen (auch Funkrufnamen genannt), mit denen sie sich im Flugfunk melden und angesprochen werden. Im Fall der Polizeihubschrauberstaffel Sachsen ist es „Passat“, ein mäßig starker und sehr beständiger Wind, der in den Tropen bis zu etwa 30 Grad geographischer Breite rund um den Erdball auftritt.
Zwischenfälle Am 17. Januar 2005 stürzte eine Sokol W-3A (Kennzeichen D-HSNB) etwa 20 Kilometer südsüdwestlich von Chemnitz in einen Wald und geriet in Brand. Der 35-jährige Pilot und der 33-jährige Mechaniker kamen ums Leben. Drei weitere Personen wurden schwer verletzt.
Aufgaben Die Staffel fliegt jährlich hunderte Einsätze, ist an 365 Tagen im Jahr einsatzbereit und kann jeden Ort im Freistaat innerhalb von 45 Minuten erreichen. Selbst die Suche bis spät in die Nachtstunden hinein ist möglich, wenn Nachtsichtbrillen und ein Wärmebildsystem am Polizeihubschrauber zum Einsatz kommen.
Allgemeine Aufgaben Aufklärung Transport von Personen oder Sachen Verkehrsmaßnahmen wie Überwachung oder Verkehrslenkung Sicherung und Schutz von Personen oder Objekten bzw. Flüge zum Raumschutz Öffentlichkeitsarbeit und Prävention Quelle: Polizei Sachsen
Spezielle Einsatzflüge Polizeiliche Suchmaßnahmen (Vermisste Personen/Sachen oder flüchtige Straftäter mit hoher krimineller Intensität) Große Gefahren- und Schadenslagen (Rettung von Menschenleben und Eindämmen nachhaltiger Umweltschäden) Öffentliche Großveranstaltungen (Veranstaltungen schützen und störungsfreien Ablauf gewährleisten)mini|Einsatz beim Waldbrand in der sächsischen Schweiz 2022
Weitere Einsatzmöglichkeiten Transport von Spezialisten bzw. Technik Ausleuchten mit dem Suchscheinwerfer Information mittels Außenlautsprecher Bildübertragung in ein Lagezentrum Fertigung von Luftbildaufnahmen Brandbekämpfung durch Abwurf von Löschwasser durch Außenlastbehälter
Flotte Rufzeichen Kennzeichen Typ Baujahr Indienststellung Seriennummer VerbleibD-HSNHH145 D320262026c/n: 21406Im DienstPassat 2D-HSNGH145 D320252026c/n: 21388Im Dienst Passat 4 D-HSNF H145 D3 2024 2024 c/n: 21278 Im Dienst Passat 2 D-HSND EC135 T3 2006 2006 c/n: 0492 Außerdienststellung 2026 Passat 1 D-HSNE EC135 T2i 2012 2012 c/n: 1061 Außerdienststellung 2026 Passat 3 D-HSNC EC135 T1 1999 1999 c/n: 0092 Außerdienststellung 2024 Passat 2 D-HSNB W-3A Sokól 1996 1997 c/n: 370708 Totalverlust 2005 Passat 1 D-HSNA W-3A Sokól 1994 1994 c/n: 370503 Außerdienststellung 2010 Passat 202 D-HZPJ Mil Mi-2 1984 1991 c/n: 568838104 Außerdienststellung 1999 Passat 203 D-HZPR Mil Mi-2 1974 1992 c/n: 543625074 Außerdienststellung 1997 Passat 201 D-HZPG Mil Mi-2 1974 1991 c/n: 563404044 Außerdienststellung 1999
Weblinks
Einzelnachweise
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