Der goldene Schützen (Alternativtitel: Das Märchen vom goldenen Schützen) ist ein Märchen-Kurzfilm der DEFA, der als Silhouetten-Animationsfilm gedreht wurde.

Handlung Der fahrende Händler Jockel möchte die schöne Anne heiraten. Die ist aber schon mit Peter verlobt, der wie Annes Vater als Weber arbeitet. Der Vater lehnt eine Hochzeit ab, da die Weberei kaum Geld einbringt und die Familie, wie das ganze Dorf, arm ist. Er erzählt von einem magischen goldenen Schützen (also einem Weberschiffchen), das dem Dorf wieder zu Wohlstand verhelfen könnte: Vor langer Zeit habe eine alte, arme Frau bei einem Weber um ein Stück Brot gebeten. Er gab es ihr, und als Dank gab sie ihm den goldenen Schützen, mit dem die Arbeit rasend schnell und mühelos ging. Anstatt ihn mit den anderen Dorfbewohnern zu teilen, wollte der Weber den Schützen aber für sich allein haben. Als Strafe dafür verfluchte die alte Frau (anscheinend eine Hexe) den Weber, auf ewig in einem Berg den Schützen zu bewachen und eines Tages, wenn die Weber ihn sich zurückholen, zu Stein zu erstarren.

Peter und Jockel machen sich auf den Weg, den Schützen zurückzuholen. Doch während Jockel ängstlich wieder umkehrt, erreicht Peter die Höhle des alten Webers. Dieser bietet Peter anstatt des Schützen eine verzauberte Kiste mit Goldmünzen, die nie leer wird. Peter nimmt sich die Kiste, aber wegen seines dadurch gewonnenen Reichtums wird er kaltherzig und will von Anne nichts mehr wissen.

In der folgenden Nacht macht sich Anne selbst auf den Weg zum Berg. Jockel will Peter überzeugen, Anne zu helfen, doch dieser jagt ihn fort. Als Anne die Höhle des alten Webers erreicht, bietet er ihr kostbaren Schmuck an, doch sie lehnt ihn ab und flieht mit dem Schützen. Der Weber versucht sie aufzuhalten, indem er mit Zauberkräften Bäume umstürzen, Felsen herabrollen und eine tiefe Schlucht sich öffnen lässt. Jockel und Peter eilen Anne entgegen und Peter, der seine Liebe zu Anne offensichtlich wiedergefunden hat, bringt sie sicher über die Schlucht, sodass die drei den Schützen zu den Webern ins Dorf bringen können und der alte Weber zu einer Steinsäule erstarrt. Der goldene Schützen aber webt als erstes Annes Brautschleier, denn nun kann sie Peter endlich heiraten.

Produktion Der goldene Schützen ist eine Produktion des DEFA-Studios für Trickfilme in Dresden. Er wurde 1962 gedreht und kam am 8. Februar 1963 in die Kinos. 2005 erschien er zusammen mit anderen Silhouetten-Filmen in der 3er-DVD-Box Der Scherenschnitt.

Die Puppen und Dekorationen entwarf Christine Hoppe, die Scherenschnitte stammen von Inge Tapp.

Der Lyriker Reiner Kunze verfasste für den Film Liedverse, die von Hans-Hendrik Wehding vertont, jedoch im fertigen Film nicht verwendet wurden.Chronologie zum Animationsfilm in Deutschland 1960–69 des DIAF

Weblinks

Seite zum Film bei der DEFA Film Library (englisch) Seite zum Film bei der DEFA-Stiftung

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1963 Kategorie:DDR-Film Kategorie:Trickfilm Kategorie:DEFA-Märchenfilm Kategorie:Kurzfilm Kategorie:Weberei Kategorie:Arbeit im Film