mini|Hodge auf dem 3. International Congress of Women in Toronto, 1909 Margaret Emily Hodge (* 8. Januar 1858 in Campden Hill, Kensington, London; † 13. August 1938 in Finchley, London) war eine englisch-britische Pädagogin, Frauenrechtlerin und Kommunalpolitikerin, die in Australien Ausbildungskurse für Lehrpersonal etablierte.
Sie war Mitglied diverser feministischer Organisationen, darunter die Womanhood Suffrage League of New South Wales (WSL), der National Council of Women of Australia (NCW), die Peace Society, das Australian and New Zealand Women Voters’ Committee (ANZWVC), die British Dominions Woman Suffrage Union (BDWSU) sowie die Women’s Freedom League (WFL).
Leben Hodge wurde in eine große und wohlhabende bürgerliche Familie geboren. Sie war die fünfte Tochter und eines von sieben Kindern des Versicherungsmathematikers William Barwick Hodge und der Penelope Sarah Hodge, geborene Smith.
Hodge wurde zunächst zu Hause unterrichtet und erwarb anschließend ein Higher Local Certificate der Universität Cambridge. 1879 schrieb sie sich am Maria Grey Training College for Teachers in Bishopsgate ein, wo sie Harriet Christina Newcomb kennenlernte, mit der sie eine fünfzigjährige Freundschaft verband.
Hodge unterrichtete zunächst an der Bishopsgate School for Girls, anschließend lehrte sie sowohl am Maria Grey Training College als auch am London Working Women’s College. Sie war als begabte Lehrerin für Englisch, Deutsch und Geschichte bekannt und als Vertreterin fröbelscher Ansätze in der Pädagogik.
Gemeinsam mit ihrer Freundin Newcomb wanderte Hodge im September 1897 nach Sydney aus, um auf Einladung von Professor Walter Scott von der Teachers’ Association of New South Wales Lehrerausbildungskurse aufzubauen. Im Januar 1900 gründeten Hodge und Newcomb in Sydney die Shirley School and Kindergarten, eine Demonstrations‑ und Ausbildungsschule für Mädchen. Die angehenden Kindergärtnerinnen waren häufig Neubürgerinnen, die aus Großbritannien in die australische Kolonie eingewandert waren. Die Shirley School hatte bis zum Ende des ersten Jahres 100 Schülerinnen. Hodge schrieb Beiträge für die schuleigene Zeitschrift Shirley.
Die Shirley School and Kindergarten integrierte das von Pehr Henrik Ling entwickelte schwedische Gymnastiksystem und war eine der ersten Mädchenschulen Australiens mit einer dauerhaften Cricket‑Mannschaft. Die Unterstützung Bedürftiger war ein zentrales Anliegen der Institution: „Dienst an anderen“ galt als „der edelste Teil der Selbsterziehung“. Die Einnahmen aus Schulaufführungen wurden dem New South Wales Home for Incurables gespendet, jährlich wurde eine Weihnachtsfeier für arme Kinder aus der Umgebung veranstaltet und für die Kinder des Surrey Hills Free Kindergarten wurden warme Kleidungsstücke genäht.
Anschließend verfasste Hodge die Ausbildungskurse für Grund‑ und Sekundarlehrerinnen für das Women’s College der Universität Sydney, wo sie zur ehrenamtlichen Dozentin für Theorie und Praxis der Erziehung ernannt wurde.
Hodge und Newcomb setzen sich in Australien aktiv für das Frauenwahlrecht ein. Beide traten der Womanhood Suffrage League of New South Wales (WSL) und dem National Council of Women of Australia (NCW) bei. Hodge und die australische Frauenrechtlerin Vida Goldstein hielten Vorträge auf dem NCW‑Kongress 1904, und sowohl Hodge als auch Newcomb trugen Referate bei der Australasian Association for the Advancement of Science (ANZAAS) vor. Darüber hinaus arbeitete Hodge gemeinsam mit der australischen Frauenrechtlerin Rose Scott für weibliche Gefangene.
1902 erkrankte Hodge und kehrte nach England zurück. In Abwesenheit wurde sie zur Vizepräsidentin der Australian Women’s Political and Educational League gewählt, und bis 1903 war sie nach Australien zurückgekehrt. 1907 wurde Hodge zur Vizepräsidentin des Zweigs der Peace Society in New South Wales gewählt. Erneute gesundheitliche Probleme führten dazu, dass sie und Newcomb im Oktober 1908 nach Großbritannien zurückkehrten; auf dem Heimweg besuchten sie Bildungseinrichtungen in Japan und den Vereinigten Staaten.
Hodge und Newcomb ließen sich gemeinsam in Maida Vale, City of Westminster, nieder. Im Laufe des Jahres 1910 hielt Hodge Vorträge, um junge Britinnen und Briten zu ermutigen, sich im „weißen Australien“ niederzulassen, und beschrieb dabei Flora und Fauna der Kolonie und berichtete über die Aborigines.
Auch von Großbritannien aus blieben Hodge und Newcomb in der australischen Frauenwahlrechtsbewegung engagiert. Sie organisierten eine australische Delegation für den großen Women's March zur Royal Albert Hall mit 10.000 Teilnehmerinnen am 18. Juni 1910. Sie waren die australischen Delegierten auf der 6. Konferenz der International Woman Suffrage Alliance, die im Juni 1911 in Stockholm, Schweden, stattfand. mini|Margaret Emily Hodge in The Weekly Times, Melbourne, 26. April 1913 Hodge war Mitglied des Exekutivkomitees des Australian and New Zealand Women Voters’ Committee (ANZWVC), das 1911 in London gegründet wurde. Sie reisten durch das Britische Empire, um über das australische Frauenwahlrecht zu sprechen, unter anderem nach Südafrika 1912, nach Australien und Neuseeland 1912 und 1913 sowie nach Kanada 1914. Während ihres Aufenthalts in Australien unterstützte Hodge Vida Goldsteins Wahlkampf für den Parlamentssitz Kooyong in Victoria. Ebenfalls 1914 reiste Hodge mit der Suffragette Dorothy Pethick nach Chicago, Illinois, um dort Vorträge zu halten.
Später im Jahr 1914 war Hodge eine der Gründerinnen der British Dominions Woman Suffrage Union (BDWSU) und organisierte deren erste Konferenz in London im Juli 1914. Die BDWSU wurde für australische, britische und neuseeländische Frauen gegründet, um weißen Frauen in Kanada und Südafrika zum Wahlrecht zu verhelfen. Dem beratenden Ausschuss gehörten unter anderem Maud Arncliffe Sennett, Adeline Chapman, Milicent Fawcett, Catherine Marshall, Sylvia Pankhurst und Emmeline Pethick-Lawrence an.
Hodge schrieb 1914 mehrere Artikel für die englische Suffragetten-Zeitung The Vote, in denen sie darlegte, wie die BDWSU dem Britischen Weltreich zeigen wollte, dass die wahlberechtigten Frauen der Kolonien Vorbilder einer progressiven „neuen Welt“ seien, die durch die Zulassung von Frauen zur gleichberechtigten Bürgerschaft entstehe. Britisch‑indische Frauen waren einbezogen, standen jedoch am Rand der BDWSU. Hodge und Newcomb zogen sich 1924 aus der BDWSU zurück; bis 1925 hatte sie sich zur British Commonwealth League of Women weiterentwickelt.
Newcomb und Hodge hatten nach ihrer Rückkehr nach England zunächst die Women’s Social and Political Union (WSPU) unterstützt, distanzierten sich jedoch aufgrund der zunehmenden Militanz der Suffragetten von der WSPU. 1918 wurde Hodge in das Exekutivkomitee der Women’s Freedom League (WFL) gewählt. Nach dem Massaker von Amritsar im Punjab, Britisch‑Indien, am 13. April 1919 leitete Hodge eine Versammlung der WFL, um gegen die Reaktionen der britischen und indischen Regierung auf die Ereignisse zu protestieren und die Behandlung indischer Frauen zu verurteilen.
1919 wurde Hodge für die Labour Party zur Stadträtin (Urban District Councillor) für Hendon gewählt.
Ab 1927 lebten Newcomb und Hodge getrennt, blieben jedoch in engem und häufigem Kontakt. Hodge lebte bei ihren Geschwistern und später im St Audrey’s Nursing Home in Finchley, London, wo sie 1938 verstarb. Sie wurde auf dem Kensal Green Cemetery beigesetzt.
1949 schrieb ihre Zeitgenossin Rosine Guiterman ein kurzes Essay über Newcomb und Hodge mit dem Untertitel „A Short Account of Two Pioneers in Education“.Das Essay ist unveröffentlicht und befindet sich in den Beständen der State Library of New South Wales.
Ehemalige Schülerinnen und Freunde richteten einen Gedenkfonds ein, aus dem 1950 das Newcomb‑Hodge Fellowship am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Universität Sydney hervorging, die bis in die 1960er Jahre aktiv war.Verzeichnis der Papiere 1902–1968 der Newcomb Hodge Fellowship, ML MSS 1745 in der Mitchell Library, State Library of New South Wales.
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