mini|Musée Jean-Honoré Fragonard – Eingang zum Museum Das Musée Jean-Honoré Fragonard – Collection Hélène et Jean-François Costa ist ein privates Kunstmuseum in Grasse im französischen Département Alpes-Maritimes. Es befindet sich im Hôtel de Villeneuve im historischen Stadtkern von Grasse in unmittelbarer Nachbarschaft zur historischen Produktionsstätte der Parfumeur Fragonard. Es wird von dem Parfümhersteller Fragonard betrieben. Das im Jahr 2011 eröffnete Museum trägt den Namen der Gemäldesammlung, die Jean-François Costa und seine Ehefrau Hélène Costa im Laufe von Jahrzehnten zusammengetragen haben.

Geschichte Das 2011 vom Parfümhaus Fragonard eröffnete Musée Jean-Honoré Fragonard befindet sich im Hôtel de Villeneuve, einem Stadthaus des 18. Jahrhunderts in der Altstadt von Grasse. Über die frühere Baugeschichte des Gebäudes liegen keine gesicherten Angaben vor. mini|Jean-Honoré Fragonard: Le sacrifice de la rose Parfumeur Fragonard wurde 1926 von Eugène Fuchs in Grasse durch Übernahme und Zusammenführung der beiden ortsansässigen Parfumhäuser Cresp-Martinenq und Muraour gegründet. Den Namen des Unternehmens wählte Fuchs in Anlehnung an den in Grasse geborenen Maler Jean-Honoré Fragonard (1732–1806). 1929 übernahmen Georges Fuchs und François Costa, Sohn bzw. Schwiegersohn des Gründers, die Unternehmensleitung. 1939 trat Jean-François Costa, Sohn von François Costa, in das Unternehmen ein; nach mehreren Jahren im Ausland übernahm er Ende der 1950er-Jahre die Nachfolge seines Vaters.

Ab Anfang der 1960er-Jahre trug Jean-François Costa Sammlungen zur Geschichte des Parfums zusammen. 1975 gründete er in Grasse das erste Parfummuseum, 1984 folgte ein weiteres in Paris im Umfeld der Opéra Garnier, 1997 das Musée Provençal du Costume et du Bijou in Grasse, 2015 ein zweites Parfummuseum in Paris. Im Verlauf der 1970er-Jahre stellte Costa darüber hinaus eine Sammlung von rund 1500 Gemälden und Objekten des 18. Jahrhunderts zusammen, die heute auf vier Museen verteilt ist. Diese nach ihm und seiner Frau Hélène Costa benannte Kollektion bildet den Kernbestand des Musée Jean-Honoré Fragonard. Das Unternehmen wird heute von Anne, Françoise und Agnès Costa, den Urenkeltöchtern des Gründers, geleitet. Agnès und Françoise Costa, Töchter von Jean-François Costa, sind für die Programmgestaltung der Museen verantwortlich.

Sammlungsbestand mini|Jean-Baptiste Mallet: Héloïse à l’abbaye du Paraclet mini|Marguerite Gérard: Jeune mère baignant son enfant Der Gesamtbestand des Museums umfasst nach Angaben des Hauses die zweitgrößte französische Sammlung von Werken Jean-Honoré Fragonards nach dem Louvre sowie die bedeutendsten privaten Sammlungen der Werke von Marguerite Gérard und Jean-Baptiste Mallet.

Das Museum erstreckt sich über drei Etagen mit Räumen für Dauer- und Wechselausstellungen. Im ersten Obergeschoss sind in einer Folge großer Säle rund zwanzig Hauptwerke Fragonards sowie etwa vierzig Gemälde von Marguerite Gérard und Jean-Baptiste Mallet präsentiert.

Die Dauerausstellung bietet einen Überblick über Fragonards Schaffen: galante Werke, religiöse Malerei, Landschaftsbilder und Fantasieporträts bis hin zu dem späten Gemälde Le sacrifice de la Rose. Zu den ausgestellten Werken von Jean-Honoré Fragonard zählen Le Troupeau, das Bezüge zur nordischen Malerei des 17. Jahrhunderts aufweist, sowie L’Oiseau chéri, das zu den am stärksten von Rembrandt beeinflussten Arbeiten des Künstlers gezählt wird. Marguerite Gérard (1761–1837) war Schwägerin und Schülerin Fragonards. Sie schuf Genrebilder und spezialisierte sich auf kleinformatige Porträts; gegen Ende des 18. Jahrhunderts trat sie als eigenständige Künstlerin hervor und fand Aufnahme in bedeutende Pariser Sammlungen. Jean-Baptiste Mallet (1759–1835) wurde in Grasse geboren und erhielt seine Ausbildung in Toulon und Paris. Er ist vor allem als Vertreter der Genremalerei des ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhunderts bekannt.

Im Erd- und Gartengeschoss finden jährlich wechselnde Sonderausstellungen statt, die von Agnès und Françoise Costa verantwortet werden.

Weblinks Offizielle Website (in sechs Sprachen) Das Fragonard-Museum. Die Hélène und Jean-François Costa-Sammlung Officiel Galeries et Musées: Musée Fragonard – Collection Hélène et Jean-François Costa

Einzelnachweise

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