Wilhelm Lang (* 16. Juli 1832 in Tuttlingen; † 19. März 1915 in Stuttgart) war ein deutscher Schriftsteller und Publizist.Ulrich Ott: Wilhelm Lang. Journalist, Historiker, Schriftsteller. In: Dieter A. Bloedt, Hermann Ehmer, Wolfgang Schöllkopf (Hrsg.): Uracher Köpfe (= Uracher Geschichtsblätter. Band 2). Bad Urach 2009, ISBN 978-3-923107-49-0, S. 113–117.
Leben und Wirken Nach dem Besuch des Evangelisch-theologischen Seminars Urach trat Wilhelm Lang 1850 in das Evangelische Stift Tübingen ein und studierte Evangelische Theologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Er war seit 1850 Mitglied der burschenschaftlichen Studentenverbindung Verbindung Normannia Tübingen.Max Doblinger, Georg Schmidgall: Geschichte und Mitgliederverzeichnisse burschenschaftlicher Verbindungen in Alt-Österreich und Tübingen von 1816–1936. Verlag für Sippenforschung und Wappenkunde C.A.Starke, Görlitz; N. Die Burschenschaft Normannia (Nordland) 1841–1936, S. 162, Nr. 105. Während seines Studiums interessierte er sich neben der Theologie auch für die Altertumswissenschaft. Lang ergriff nach seinem Studium jedoch nicht das Amt eines evangelischen Pfarrers, sondern begann nach der Übernahme von zwei Stellen als Hauslehrer die journalistische Tätigkeit. Von 1858 bis 1860 arbeitete er bei der vom Cotta-Verlag herausgegebenen "Allgemeinen Zeitung". Im Jahre 1861 promovierte er an der Universität Tübingen und war seither bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1904 als Journalist und Redakteur für Politik beim "Schwäbischen Merkur" in Stuttgart tätig. Politisch betätigte sich Lang bei der "Deutschen Partei", einer 1866 in Württemberg gegründeten Partei mit nationalliberaler Prägung. Als Schriftsteller publizierte er zahlreiche historische Werke und Biografien, hinzu kamen Berichte über seine Reisetätigkeit.
Einer seiner Enkel war der Bibliothekar Wilhelm Hoffmann.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Michel Angelo Buornarroti als Dichter. Mäcken Stuttgart 1861 (= Dissertation Universität Tübingen) (digi.ub.uni-heidelberg.de Volltext). David Friedrich Strauß. Eine Charakteristik. Hirzel, Leipzig 1874 (digital.ub.uni-leipzig.de Volltext). Transalpinische Studien. Zwei Bände. Hartung & Sohn, Leipzig 1875. Peloponnesische Wanderung. Paetel, Berlin 1878. Von und aus Schwaben. Geschichte, Biographie, Litteratur. Zwei Bände in sieben Teilen. Kohlhammer, Stuttgart 1885–1890. Friedrich Theodor Vischer. In: Deutsche Rundschau. Jg. 1889, S. 29–50 und S. 202–219. Kloster-Erinnerungen 1846–1850. Kohlhammer, Stuttgart 1891. Die Deutsche Partei in Württemberg. Festschrift zur Feier des fünfundzwanzigjährigen Bestandes der Partei 1866–1891. Kohlhammer, Stuttgart 1891. Graf Reinhard. Ein deutsch-französisches Lebensbild 1761–1837. Buchner, Bamberg 1896. Analekten zur Biographie des Grafen Reinhard. In: Württembergische Vierteljahrshefte für Landesgeschichte. Band 17 (1908), S. 17–100. Geschichte der Verbindung Nordland 1841–1861. 2. Bearb. W. Drück, Cannstatt 1909.
Literatur
Hermann Fischer: Wilhelm Lang. Ein Lebensbild. In: Deutsche Rundschau. Jg. 1915, S. 467–475. K. Hoffmann: Wilhelm Lang. Zeitungsmitarbeiter, Publizist und Historiker. In: Württembergischer Nekrolog für das Jahr 1915. Kohlhammer, Stuttgart 1919, S. 13–42.
Einzelnachweise
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