Wiktor Iwanowytsch Maruschtschenko (; geboren am 1. Februar 1946 in Nowosibirsk, UdSSR; gestorben am 28. September 2020 in Kiew) war ein ukrainischer Dokumentarfotograf und Lehrer. Von 1999 bis 2000 war er Leiter der Kiewer Organisation des Nationalen Fotografieverbands der Ukraine.Марущенко Віктор // Shcherbenko Art Centre 2001 nahm Marushchenko mit seiner Fotoserie zur Nuklearkatastrophe von Tschernobyl an der Hauptausstellung der 49. Biennale in Venedig teil.
Biografie Maruschtschenko wurde am 1. Februar 1946 in Nowosibirsk geboren, wohin seine Eltern im Zweiten Weltkrieg aus Kiew umgezogen waren.Viktor Marushchenko // Kharkiv Photo Forum
1951 kehrte Maruschtschenko nach Kiew zurück. Er absolvierte zunächst die Berufsschule für Radioelektronik und das Institut für Lebensmittelindustrie in Kiew.
Mitte der 1970er Jahre begann er als Theaterfotograf zu arbeiten. Von 1980 bis 1991 arbeitete er als Fotojournalist für die in Moskau ansässige Zeitung Sowetskaja Kultura in der Ukrainischen SSR; anschließend war er von 1997 bis 1998 als Fotograf für die ukrainische Zeitung Den tätig,Viktor Marushchenko // Kharkiv Photo Forum wonach er als freischaffender Fotograf und Künstler aktiv blieb.
2004 gründete er die Wiktor-Maruschtschenko-Schule für Fotografie in Kiew, an der er als Direktor und Lehrer beteiligt war. Eine Reihe ukrainischer sowie internationaler Künstler war an der Fotoschule als Dozenten aktiv, darunter Boris Mikhailov, Valeriy Miloserdov, Oleksandr Glyadyelov und Sasha Kurmaz.
Im Jahr 2010 publizierte Maruschtschenko die erste Ausgabe des Fotomagazins 5.6, das sich mit ukrainischer sowie internationaler zeitgenössischer Fotografie auseinandersetzt.
Maruschtschenko verstarb 2020 im Alter von 74 Jahren.
Kunst Ab 1983 wurden Maruschtschenkos Fotografien einem internationalen Publikum auf Ausstellungen gezeigt. 1989 zog er vorübergehend in die Schweiz und nahm an der Ausstellung „A Hundred Photographers of Eastern Europe“ im Musée de l’Élysée in Lausanne, Schweiz, teil.
Während seines Aufenthalts in der Schweiz nahm Maruschtschenko an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Frankreich, den USA, Kanada, der Slowakei, der Ukraine und anderen Ländern teil.Viktor Marushchenko // Kharkiv Photo Forum Einzelausstellungen fanden u. a. in Chișinău (UdSSR, 1987), Biel (Schweiz, 1992), Glückstadt (1992, 2008), München (1996), Calgary (Kanada, 1993), Sewastopol (Krim, 1993), Moskau und Zürich (beide 1994), Aarau (Schweiz, 1994, 1998), Bratislava, (Slowakei, 1998), Kiew (1996, 2002, 2005, 2020) und Berlin (2006) statt.
Zu Maruschtschenkos bedeutendsten Werken gehört die Fotoreihe zu Tschornobyl (1986–2005), ausgestellt auf der 49. Biennale in Venedig 2001 (Kuration: Harald Szeemann), sowie das Fotoprojekt Dreamland Donbas über illegale Bergarbeiter im Osten der Ukraine, ausgestellt auf der Biennale von São Paulo 2004. Im Jahr 2000 wurden Maruschtschenkos Fotografien zusammen mit Werken der ukrainischen Künstlerin Marija Prymatschenko in der Ausstellung Meine Welt in der Kommunalen Galerie Berlin-Wilmersdorf gezeigt.
Im Jahr 1997 veröffentlichte der Benteli-Verlag in Bern den Fotoband Viktor Maruščenko. Ukraine. Fotografien mit Texten auf Deutsch und Ukrainisch (Hrsg.: Hugo u. Iryna Schär-Tkachenko; ISBN 3716510963).
Weblinks Wiktor-Maruschtschenko-Schule für Fotografie Offizielle Website des Wiktor-Maruschtschenko-Archivs
Einzelnachweise
Kategorie:Dokumentarfotograf Kategorie:Lehrer Kategorie:Fotograf (20. Jahrhundert) Kategorie:Fotograf (21. Jahrhundert) Kategorie:Fotograf (Ukraine) Kategorie:Ukrainer Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Geboren 1946 Kategorie:Gestorben 2020 Kategorie:Mann