mini|Berlin 1896, mit Grünem Weg (Mitte waagerecht)

Die Singerstraße ist eine Straße in den Berliner Ortsteilen Mitte (Bezirk Mitte) und Friedrichshain (Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg).

Lage Die Singerstraße beginnt an der Schillingstraße, kreuzt die vierstreifige Lichtenberger Straße und endet am Franz-Mehring-Platz. Sie verläuft südlich parallel zur Karl-Marx-Allee. Der westliche Straßenabschnitt gehört zu Berlin-Mitte, der östliche zu Berlin-Friedrichshain. Die Lichtenberger Straße bildet die Bezirksgrenze.

Bis etwa 1965 begann die Singerstraße erst an der Ifflandstraße (Einmündung der damaligen Blumenstraße).

Geschichte Wahrscheinlich um 1690 wurde der Grüne Weg in der entstehenden östlichen Stralauer Vorstadt angelegt, der ab 1716 innerhalb der erweiterten neuen Zollmauer lag.Berlin-Plan von 1698 und Dusableau-Plan von 1723 (gesüdete Karten, unten links), mit eingezeichnetem Grüner Weg, 1723 mit Straßennamen Zu dieser Zeit bestanden dort Gärten. Im 19. Jahrhundert wurde der Weg während der baulichen Erschließung dieses Gebietes in mehreren Etappen bis 1868 bis zum Küstriner Platz verlängert.Hermann Vogt: Die Straßen-Namen Berlins, Berlin 1885, S. 32, mit Details. Dort entstanden dichtbewohnte Wohn- und Geschäftshäuser, in denen viele Arbeiter und andere einkommensschwache Familien lebten. Ab 1890 fuhr dort eine Pferdebahnlinie zum Küstriner Platz, aus der später eine Straßenbahnlinie wurde. mini|links|hochkant=0.7|Planschbecken an der Singerstraße Ecke Ifflandstraße, Blick zum entstehenden Fernsehturm, 1968 Im Jahr 1926, in der Weimarer Republik erhielt der Verkehrsweg nach dem SPD-Mitbegründer Paul Singer den neuen Namen Paul-Singer-Straße.Horst Fritsche: Die Namen der aktuellen und historischen Straßen und Plätze in Berlin-Mitte, 2002, S. 287f. Am 27. Oktober 1933 wurde der Name aus politischen Gründen in Brauner Weg geändert. In den Jahren 1943 bis 1945 erhielten die Gebäude durch Kriegseinwirkungen schwere Beschädigungen. Noch kurz vor dem Ende des Krieges, ab dem 12. April 1945 fuhr die verkürzte Straßenbahnlinie Nr. 3 vom Küstriner Platz durch diese Straße bis nach Moabit.1940–1949 Straßenbahnen Berlin, zum 12. April 1945 (als Brauner Weg), bis etwa 1960.

Unter der sowjetischen Stadtkommandantur wurde die Straße 1946 in Singerstraße umbenannt. In den folgenden Jahrzehnten ließ der neu gegründete Magistrat die zerstörten Gebäudeteile und Reste der Altbausubstanz abräumen und dort Neubauten errichten. – In dem DEFA-Film Die Legende von Paul und Paula von 1973 ist in der ersten Szene die Sprengung eines Altbaus in der Singerstraße zu sehen. Der Film spielt danach vor allem in einer Neubauwohnung in der Nr. 51 sowie in einer Altbauwohnung auf der gegenüberliegenden Straßenseite.Singerstraße 51 Filmkulissen, mit Foto der Vorderansicht des Hauses Nr. 51.

Nach dem Mauerfall und der deutschen Wiedervereinigung entstanden vor allem in den 2020er Jahren etliche Neubauten in dieser Straße und vorhandene Gebäude konnten umfassend modernisiert werden.

Bestehende Gebäude und Anlagen mini|Skulptur Große Liegende in der Singerstraße Ecke Andreasstraße mini|Gedenkstele in der Singerstraße Ecke Koppenstraße In der Singerstraße stehen mehrere Neubauten, es gibt außerdem einige größere Grünflächen. Nr. 8: GuthsMuths-Grundschule Nr. 8A: Max-Planck-Gymnasium (unter Denkmalschutz) Nr. 22: Kinderzentrum, vorher Kindertagesstätte, 1965 erbaut (unter Denkmalschutz) Nr. 29: nahe der Ecke Andreasstraße auf einer Grünfläche vor dem Einkaufszentrum: Skulptur Große Liegende von Wieland Förster, 1965 (siehe Bild)Große Liegende Bildhauerei in Berlin. Nr. 42: an der südwestlichen Ecke der Kreuzung Koppenstraße/Singerstraße: Gedenkstele für sieben namentlich genannte ermordete Widerstandskämpfer, die in der Umgebung gelebt haben. Das Denkmal aus Kunststein wurde 1975 vom Bildhauer Werner Richter geschaffen. Nr. 51: Drehort des Films Die Legende von Paul und Paula, 1972/1973Singerstraße 51 Wo war das, mit Foto des Hauses. Nr. 73: StudentenwohnheimLieblingsfilme MDR.

Ehemalige Gebäude Bis 1945 standen in der Paul-Singer-Straße Wohn- und Geschäftshäuser mit kleinen Fabriken, Geschäften und weitere Gewerbeeinheiten. (unter Nr. 122 L. Döblin, der Bruder von Alfred Döblin); auch und in den anderen Jahren unter den jeweiligen gültigen Straßennamen. Es gab 125 (1898) bzw. 117 (1929) Hausnummern, die von der Blumenstraße auf der südlichen Straßenseite bis zum Küstriner Platz und auf der gegenüberliegenden Straßenseite wieder zurück verliefen. Nr. 69: Geburtshaus von Jakob van Hoddis (Hans Davidsohn), 1887 Nr. 96: Markthalle VIII (später Nr. 88 (1929)), 1888–nach 1945 Nr. 108: Wohnort von Alfred Döblin, vorher 1898 Nr. 122

Im Gebiet der heutigen Singerstraße: Residenztheater, damals Blumenstraße 8 (dann 9)

Literatur Horst Fritsche: Die Namen der aktuellen und historischen Straßen und Plätze in Berlin-Mitte. Edition Luisenstadt, Berlin 2002. S. 62, 287f.

Weblinks

Singerstraße Xhain Singerstraße Berlin Mitte Archiv, mit historischen Fotografien Singerstraße Luisenstädtischer Bildungsverein, Berlin-Geschichte Friedrichshain

Einzelnachweise

Kategorie:Straße in Berlin Kategorie:Berlin-Friedrichshain