mini|Gedenktafel für Eckard Rütz Der Mordfall Eckard Rütz (* 29. August 1958 in Greifswald; † 25. November 2000 ebenda) war ein Mord aus rechtsextremen Motiven an einem obdachlosen Mann durch drei Jugendliche.
Das Opfer Eckard Rütz wuchs als das mittlere von drei Geschwistern in der Greifswalder Altstadt auf. Nach seinem Schulabschluss 1975 fing er eine Ausbildung zum Landmaschinenschlosser an. Wegen verschiedener Delikte musste Rütz ins Gefängnis. Nach der Wende verlor Rütz seine Arbeit und begann, nachdem er auch seine Wohnung verloren hatte, in Obdachlosenheimen und auf der Straße zu übernachten. Rütz war alkoholabhängig und hatte nur mit seiner Schwester regelmäßig Kontakt.
Tathergang Am Abend des 24. November 2000 wurde Rütz vor der Mensa der Universität Greifswald von einem 16-jährigen Schüler sowie zwei 16- und 21-jährigen Lehrlingen aus rechtsextremen Motiven angegriffen. Sie verletzten ihn so schwer, dass er starb. Der Mord gehörte zu einer ganzen Reihe Gewalttaten gegenüber Obdachlosen durch rechtsextreme Täter.
Prozess Die Täter wurden wegen Mordes zu Jugendstrafen von siebeneinhalb und sieben Jahren Haft sowie wegen Beihilfe zum Mord zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht stellte in der Urteilsbegründung fest, die Täter, die angegeben hatten, Rütz eine „Lektion erteilen“ zu wollen, weil „so einer wie Rütz dem deutschen Steuerzahler auf der Tasche liege“, hätten sich mit der Tat „aus Intoleranz und entsprechend ihrer vom nationalsozialistischen Gedankengut geprägten Gesinnung zum Herrn über Leben und Tod aufgespielt.“
Gedenken Rütz ist staatlich als Todesopfer rechtsextremer Gewalt anerkannt. Seit 2007 erinnert eine Gedenktafel an der Mensa an Rütz. 2024 wurde sie erneuert. Die Tafel wurde durch das lokale Bündnis „Schon vergessen?“ initiiert. Seitdem gibt es jährliche Gedenkveranstaltungen für Rütz.
Quellen
Kategorie:Kriminalfall 2000 Kategorie:Kriminalfall in Deutschland Kategorie:Rechte Gewalt