Pieter Nuyts der Jüngere (* 1640, wahrscheinlich in Middelburg; † 25. März 1707 in Etten)G.C.A. Juten: Nuyts (Pieter). In: Philip Christiaan Molhuysen/Petrus Johannes Blok (Hrsg.) Nieuw Nederlandsch biografisch woordenboek, Bd. 7, Leiden 1927, Sp. 915f. Divergierende Angaben bezüglich Geburtsort und Sterbedatum in: Abraham Jacob van der Aa u. a. (Hrsg.): Nuyts (Pieter). In: Biographisch woordenboek der Nederlanden, Bd. 13, Haarlem 1868, S. 361f.; auch Kornelis ter Laan: Letterkundig woordenboek voor Noord en Zuid, Den Haag 1952, S. 377. war ein niederländischer Lokalbeamter und Schriftsteller des späten 17. Jahrhunderts.

Nuyts entstammte der zweiten Ehe seines gleichnamigen Vaters (1598–1655) mit Anna van Driel, die bei seiner Geburt ums Leben kam.Leonard Blussé: Bull in a China Shop – Pieter Nuyts in China and Japan (1627–1636). In: ders. (Hrsg.): Around and About Dutch Formosa. Essays in Honor of Professor Ts’ao Yung-ho, Taipei 2003, S. 95–110, hier: S. 110. Aus seiner ersten Ehe mit Cornelia Jacot (gest. 1631/32) stammte ein weiterer Sohn namens Pieter (geb. 1624), der jedoch bereits 1632, während der Internierung seines Vaters in Japan, verstorben war. Sein Vater hatte von 1627 bis 1629 als dritter Gouverneur von Formosa gewirkt und später die Ämter eines Bürgermeisters von Hulsterambacht sowie von Hulst bekleidet.Zu diesem vgl. Willem Wijnaendts van Resandt: De Gezaghebbers der Oost-Indische Compagnie op hare Buiten-Comptoiren in Azië, Amsterdam 1944, S. 121f.; und Leonard Blussé: Bull in a China Shop – Pieter Nuyts in China and Japan (1627–1636). In: ders. (Hrsg.): Around and About Dutch Formosa. Essays in Honor of Professor Ts’ao Yung-ho, Taipeh 2003, S. 95–110. Nuyts d. J. selbst schlug eine Laufbahn in der lokalen Verwaltung ein: 1666 war er Amtsschreiber, 1670 Ortsverweser, und mit Schreiben vom 12. September 1673 wurde er zum Schultheiß der Freiheit Etten, Leur und Sprundel bestellt. In dieser Funktion residierte er auf dem Schloss den Houte in Etten.G.C.A. Juten: Nuyts (Pieter). In: Philip Christiaan/Molhuysen, Petrus Johannes Blok (Hrsg.) Nieuw Nederlandsch biografisch woordenboek, Bd. 7, Leiden 1927, Sp. 915f.

Seine nachhaltigere Bedeutung liegt im Bereich der Lokalgeschichte. Seine Beschryving van Etten, Leur en Sprundel blieb ungedruckt, zirkulierte jedoch in zahlreichen Abschriften und galt bereits Zeitgenossen als wertvolle Quelle. Literarisch trat er mit der 1697 in Amsterdam erschienenen Gedichtsammlung De Bredasche Klio hervor, deren Druckkosten von der Stadt Breda übernommen wurden. Darüber hinaus verfasste Nuyts die Tragödie Admetus en Alcestis, die mehrere Auflagen erlebte, und übersetzte Satiren des römischen Dichters Juvenal. Ein Gedicht zu Ehren von Wilhelm III. von Oranien brachte ihm eine goldene Ehrenmedaille ein. Die zeitgenössische und spätere Kritik beurteilt Nuyts’ dichterisches Werk ambivalent: Es wird als eigentümliche Mischung aus schlichter Ausdrucksweise und rhetorischer Übersteigerung beschrieben. Zeitweilig leitete Nuyts zudem das Amsterdamer Theater, wo er die Nachfolge seines Schwiegervaters Pieter Bernagie (1656–1699) antrat.Abraham Jacob van der Aa u. a. (Hrsg.): Nuyts (Pieter). In: Biographisch woordenboek der Nederlanden, Bd. 13, Haarlem 1868, S. 361f.; G.C.A. Juten: Nuyts (Pieter). In: Philip Christiaan Molhuysen/Petrus Johannes Blok (Hrsg.) Nieuw Nederlandsch biografisch woordenboek, Bd. 7, Leiden 1927, Sp. 915f. Zu seinem literarischen Schaffen vgl. auch Anton van Duinkerken: Het Turfschip van Breda als poëtisch motief. In: Jaarboek de Oranjeboom 10 (1957), S. 12–52.

Verheiratet war Nuyts mit Petronilla Bernagie, einer Tochter des bereits erwähnten Bredaer Bürgermeisters Pieter Bernagie und dessen Frau Ida van der Schoot. Aus der Ehe gingen zwischen 1663 und 1679 mehrere Kinder hervor, die in der lutherischen Kirche zu Breda getauft wurden. Seine Frau starb am 21. Mai 1701.G.C.A. Juten: Nuyts (Pieter). In: Philip Christiaan Molhuysen/Petrus Johannes Blok (Hrsg.) Nieuw Nederlandsch biografisch woordenboek, Bd. 7, Leiden 1927, Sp. 915f. Nach Nuyts’ Tod kam es zwischen seiner Familie und der Gemeindeverwaltung zu Streitigkeiten über die Höhe der von ihm als Schultheiß vorgelegten Abrechnungen.Abraham Jacob van der Aa u. a. (Hrsg.): Nuyts (Pieter). In: Biographisch woordenboek der Nederlanden, Bd. 13, Haarlem 1868, S. 361f.

Fußnoten

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