Walter Marx (geboren 26. Juni 1907 in Karlsruhe; gestorben August 1984 in Los Angeles) war ein deutschamerikanischer Chemiker.

Leben Walter Marx war ein Sohn des Direktors des Durlacher Markgrafen-Gymnasiums und Fußballfans August Marxs:August Marx (1864–1934), der ein entfernter Cousin von Albert Einstein war und mit Fritz Haber befreundet war. Seine Mutter Lise Gutmann (1878–1957) stammte aus Stuttgart. Seine Schwester Lore Marx (1899–1964) wurde Biologin, sein Bruder Erich Marx (1901–) Ingenieur.

Marx wuchs in Durlach auf und studierte ab 1925 Chemie an der Technischen Hochschule Karlsruhe. Er machte 1931 das Diplom, arbeitete als Hochschulassistent am Karlsruher Institut für Physikalische Chemie und wurde 1933 bei Hermann Mark promoviert. Mit einem Stipendium der „Justus-Liebig-Gesellschaft zur Förderung des chemischen Unterrichts“ arbeitete er ab Januar 1933 bei Richard Kuhn am Kaiser-Wilhelm-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg. Aufgrund der von Kuhn geförderten Judenverfolgung musste er die Arbeit in Heidelberg im Juli 1934 aufgeben und emigrierte zu seinem Bruder in die USA. Er erhielt 1941 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.

Nach etlichen Zwischenstationen als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Mount Sinai Hospital (New York), an der Duke University, an der University of California, Berkeley, beim National Defense Research Committee, im California Institute of Technology wurde Marx 1946 Assistant Professor und 1954 Professor im Institut für Biochemie der University of Southern California in Los Angeles. Er heiratete 1954 die Schweizerin Marianne Wormser, sie hatten ein Kind. Er war 1961 Gastforscher und 1970 Gastprofessor an der Universität Bern. Er forschte zu Hormonen, zum Cholesterin-Stoffwechsel, zur Heparinbiosynthese und zum Hefestoffwechsel. Marx wurde 1979 emeritiert. Er war Mitglied der American Association for the Advancement of Science und anderer wissenschaftlicher Gesellschaften. Er publizierte unter anderem in Journal of Biochemistry, International Journal of Biochemistry & Cell Biology, Endocrinology, Experimental Biology and Medicine.

Schriften (Auswahl) Zur Kenntnis der Zersetzung aliphatischer Äther durch heterogene Katalyse. Zeitschrift für Physikalische Chemie, Abt. B, Bd. 23, 1933, S. 33–57 TH Karlsruhe, Diss.

Literatur Marx, Walter, in: Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band II, 2. München: Saur, 1983, ISBN 3-598-10089-2, S. 785. Walter Marx, in: Reinhard Rürup, Michael Schüring: Schicksale und Karrieren. Gedenkbuch für die von den Nationalsozialisten aus der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft vertriebenen Forscherinnen und Forscher. Göttingen: Wallstein, 2008, ISBN 978-3-89244-797-9, S. 261 f.

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Anmerkungen

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