Hans Rudolf Billeter (* 28. September 1933 in Zürich; † 27. Februar 2026 in HeidelbergTodesanzeige Hans Rudolf Billeter in der Braunschweiger Zeitung vom 14. März 2026 auf trauer38.de.Trauer um Hans Rudolf Billeter, Nachruf der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig auf hbk-bs.de.) war ein Schweizer Grafik-Designer, Buchbinder, Einband- und Buchgestalter, der von 1981 bis 1998 eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK) innehatte. Er ist vor allem für seine künstlerisch gestalteten Handeinbände aus Leder bekannt.

Leben und Werk Bereits Billeters Vater und Großvater waren Buchbinder. Nach der Schule absolvierte er eine Buchbinderlehre u. a. an der Kunstgewerbeschule Zürich. Es folgten praktische Erfahrungen in Lausanne, Bern und Stuttgart.Helma Schaefer: „Ich war noch niemals in Ascona.“ S. 47f. Nachdem ihn sein Landsmann und späterer Buchbinderkollege Hansheinrich MeierHelma Schaefer: Buchbinderische Zeugen modernen Mäzenatentums – Handeinbände von Hans Rudolf Billeter in der UB Augsburg. S. 39. (1930–2019)Nachruf auf Hansheinrich Meier auf wko.at. auf die Möglichkeit eines Studiums an der Hochschule für bildende Künste Hamburg bei Kurt Londenberg, „einem der bedeutendsten Buchbindekünstler seiner Zeit“, aufmerksam gemacht hatte, ging Billeter 1956 nach Hamburg und wurde, wie Meier, dessen Schüler. Mit seiner Klasse nahm er 1957 an der Triennale di Milano teil. Nach dem Gewinn der Silbermedaille wurde die Klasse von Bundespräsident Theodor Heuss empfangen.Helma Schaefer: „Ich war noch niemals in Ascona.“ S. 48.

Auf Anregung Londenbergs bewarb sich Billeter auf die von der Werkkunstschule in Braunschweig (die heutige HBK) ausgeschriebene Stelle eines Dozenten für Buchbinden.Helma Schaefer: „Ich war noch niemals in Ascona.“ S. 49. In Lübeck hatte Billeter die Prüfung zum Buchbindemeister abgelegt.Helma Schaefer: „Ich war noch niemals in Ascona.“ S. 50. 1958 nahm er die Lehrtätigkeit in Braunschweig auf. Billeter folgte Siegfried Büge (1917–1986) als Leiter der Abteilung Bucheinband.

Zu Billeters Schülerinnen gehörte u. a. Elke Schneidewind (1939–2023). Sie hatte bereits bei Büge gelernt und war anschließend zur weiteren Ausbildung zu Willy Pingel nach Heidelberg gegangen. Billeter holte sie zurück nach Braunschweig und machte die Kunstbuchbinderin zu seiner Assistentin.

Nachdem die Werkkunstschule 1963 in die HBK umgewandelt worden war, war Billeter maßgeblich daran beteiligt, seinen Ausbildungsbereich von der Einbandgestaltung auf Verpackungsdesign zu erweitern. 1981 wurde ihm dafür die Professur für Grafik-Design im Lehrbereich Packungsdesign übertragen.

Werke (Auswahl) Ein bedeutender Auftraggeber Billeters war die 1941 gegründete Literarische Vereinigung Braunschweig, deren bibliophile Jahresgaben er wesentlich mitgestaltete. Billeter schuf jeweils die Einbandentwürfe der Jahre 1959–1970 und 1973–1987. Die Ledereinbände der Vorzugsausgaben der Jahresgaben 1959–1970 stammen ebenfalls von ihm. Bei den Ledereinbänden der Jahre 1972–1980 sowie 1983 wurde Billeter von Elke Schneidewind unterstützt. Für die typographische Gestaltung der Ausgaben war lange Jahre hindurch Hans-Dieter Buchwald (1931–2021), wie Billeter Professor an der HBK, verantwortlich.

Billeter schuf darüber hinaus bibliophil gestaltete Ledereinbände für den Unternehmer und Mäzen Kurt Bösch und den Wirtschaftsring Bonn e.V.Helma Schaefer: „Ich war noch niemals in Ascona.“ S. 54. 1960 hatten sich beider Wege zum ersten Mal gekreuzt, als Billeter den Ledereinband für das gemeinschaftliche Buch „50 ironische Miniaturen“ von Martin Kessel und Kurt Bösch gestaltete.

Die Werke Billeters, die sich durch „handwerkliche Meisterschaft“, vor allem aber durch „vornehme Schlichtheit“ auszeichnenKlaus Grözinger: Geschichte des Grafik-Design an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig im Spiegel der Tagespresse. Braunschweig, 1988., brachten ihm unter seinen Kollegen den Beinamen „karger Billeter“ ein. Zahlreiche, von ihm gefertigte Einbände befinden sich u. a. im Gutenberg-Museum Mainz, im Klingspor-Museum Offenbach, im Deutschen Buch- und Schriftmuseum Leipzig, in der Herzog August Bibliothek WolfenbüttelHelma Schaefer: „Ich war noch niemals in Ascona.“ S. 55. und der Universitätsbibliothek Augsburg.Helma Schaefer: Buchbinderische Zeugen modernen Mäzenatentums – Handeinbände von Hans Rudolf Billeter in der UB Augsburg. S. 37.

Literatur Helma Schaefer: Buchbinderische Zeugen modernen Mäzenatentums – Handeinbände von Hans Rudolf Billeter in der UB Augsburg. In: AEB-Heft 41: Einband-Forschung – Informationsblatt des Arbeitskreises für die Erfassung, Erschließung und Erhaltung Historischer Bucheinbände. Oktober 2017, S. 37–42. Helma Schaefer: „Ich war noch niemals in Ascona.“ Zum 75. Geburtstag des Buchbinders, Einbandgestalters und Designers Hans Rudolf Billeter. In: Marginalien. Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie. 192. Heft. 4/2008, S. 47–56.

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Einzelnachweise

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