Die Indienamsel (Turdus simillimus) ist ein Singvogel aus der Familie der Drosseln (Turdidae).P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF

Der Vogel kommt in Indien und in Sri Lanka vor.

Die Art wurde früher als konspezifisch mit der Amsel (Turdus merula) betrachtet.N. Collar: Indian Blackbird (Turdus simillimus), version 1.0. In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Birds of the World. 2020, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. Turdus simillimus

Der Lebensraum umfasst feuchte Misch- und immergrüne Wälder, bewaldete Schluchten, dichtes Gebüsch, Waldränder, schattige Kaffeeplantagen oberhalb von 700 bis 900 m. ü. M., im Winter kommt die Art herab in ähnliche Lebensräume, auch Gärten und Plantagen.

Der Artzusatz kommt von .J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3.

Merkmale Der Vogel misst 19–22 cm und wiegt 60–94 g. Das Männchen hat eine dunkelgraue bis braune Oberseite, am Scheitel am dunkelsten, die Unterseite ist etwas blasser graubraun, an Kehle und in der Bauchmitte am blassesten. Der Schnabel ist orangegelb, der breite Augenring und die Beine ebenfalls. Das Weibchen ist insgesamt blasser gefärbt, die Kehle leicht gestrichelt, Jungvögel sehen weibchenartig aus, haben aber orange gelbbraune Spitzen an den Flügeldecken, auch die Unterseite ist in dieser Färbung geschuppt.

Von der Amsel unterscheidet sich die Art durch blassere Färbung und geringere Größe.

Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt:IOC World Bird List 15.1 ThrushesAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 T. s. simillimus (, 1839, Nominatform) – Südwestindien (Nilgiri-Berge und angrenzende Hügel bis zu 2000 m in den Westghats) T. s. bourdilloni (, 1881)H. Seebohm: Merula bourdilloni In: Catalogue of the birds in the British Museum, Band 5, S. 251–252, Abbildung XV., 1881, Biodiversity Library – Hügel in Südindien südlich der „Palakkad-Lücke“ (Palghat Gap) oberhalb von 900 m, ähnlich der Nominatform, Männchen aber gleichmäßig schieferbraun T. s. nigropileus (, 1840)N. F. A. A. de Lafresnaye: Merula nigropileus. In: Revue Zoologique, par la Société Cuvierienne, Band 3, S. 65, 1840, Biodiversity Library – Nördliche Westghats, Satpura und Ostghats bis 1820 m, Männchen bräunlich schiefergrau mit dunkler Kopfkappe, Weibchen mittelbraun, blasser an der Unterseite, klein, relativ breiter gelber Augenring T. s. kinnissi (, 1851)E. Blyth: Merula Kinnisii. In: Journal of the Asiatic Society of Bengal, Band 20, Heft 2, S. 177, 1851, Biodiversity Library – Sri Lanka im Bergwald, brütet von März bis April und eventuell von August bis September Die vorgeschlagene Unterart T. s. spencei und , 1932H. Whistler und N. B. Kinear: Turdus simillimus spencei. In: Journal of the Bombay Natural History Society, Band 36, S. 77, 1932, Biodiversity Library gilt als nicht unterscheidbar von T. s. nigropileus.

Stimme Der Gesang wird als schnelle Folge von abwechslungsreichen, kurzen, undeutlichen und meist gedoppelten Lauten beschrieben. Rufe sind ein rasches hartes Rasseln, auch langsamere schlagende Töne, in Sri Lanka auch ein hoher ansteigender Triller.

Lebensweise Die Art ist großteils ein Standvogel mit im Winter erfolgender Wanderung in niedrigere Lagen, die Unterart T. s. nigropileus ist ein Kurzstreckenzieher.

Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Wirbellosen und Waldfrüchten, die auf dem Boden und in blühenden und fruchttragenden Bäumen gesucht werden.

Die Brutzeit liegt in Indien zwischen Februar und November, in Sri Lanka zwischen März und April sowie August und September. Das Nest ist eine tiefe, breite Schale aus Gras, Wurzeln und Moos auf einem Baumstamm, einer Astgabel oder in einem Busch.

Das Gelege besteht aus vier bläulich bis blass grünen, glänzenden Eiern mit kräftigen rötlich braunen und hell ockerfarbenen Flecken.

Gefährdungssituation Die Indienamsel gilt als nicht gefährdet (Least Concern).

Literatur T. C. Jerdon: Turdus simillimus. In: Madras Journal of Literature and Science, Band 10, Heft 25, S. 253–254, 1839, Biodiversity Library

Weblinks

Macaulay Library

Einzelnachweise

Kategorie:Drosseln