mini|Joseph Cawthorn (1914) Joseph Bridger Cawthorn (* 29. März 1868 in New York City, New York; † 21. Januar 1949 in Beverly Hills, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler.

Leben und Karriere Cawthorns Familie arbeitete im Showgeschäft und so gab er bereits 1871 mit drei Jahren sein Bühnendebüt. In den 1870er-Jahren waren Joseph und sein Bruder Herbert Teil einer Minstrel Show, die von 1876 bis 1880 durch England tourte. Nach ihrer Rückkehr in die Vereinigten Staaten traten die jungen Brüder als Blackface-Akt in Vaudeville-Shows auf. Später trat Joseph Cawthorn auch als „Dutch Comic“ auf – so wurden Komiker genannt, die mit übertriebenem deutschen Akzent auftraten. Schließlich konnte sich Joseph Cawthorn über Auftritte in Burlesque-Shows den Weg zu Auftritten in renommierteren Musicalproduktionen bahnen.

Im September 1898 gab er sein Broadway-Debüt als Boris in der Operette The Fortune Teller von Victor Herbert, was zugleich sein Durchbruch zu einem bekannten Namen war. Zu seinen weiteren Broadway-Rollen zählten die Titelrolle in Mother Goose (1903) und die des Erfinders Dr. Pill im Fantasy-Musical Little Nemo (1908). In letzterem musste er während einer Vorstellung improvisieren, um Zeit zu gewinnen, während hinter der Bühne ein Problem behoben wurde. Da „die Szene verlangte, dass er imaginäre Tiere beschrieb, die er gejagt hatte“, erfand er spontan das Tier „Whiffenpoof“. Studenten der Yale im Publikum übernahmen diesen Begriff als Namen für ihren Chor The Whiffenpoofs. Insgesamt wirkte er bis 1922 an rund 20 Broadway-Produktionen mit.

Fast 60-jährig begann Cawthorn im Jahr 1927 seine Filmkarriere, für die er heute noch am ehesten bekannt ist. Den in dieser Zeit stattfindenden Wechsel vom Stumm- zum Tonfilm meisterte er problemlos und wurde in den 1930er-Jahren zu einem gefragten Nebendarsteller – mehrfach spielte er dabei Figuren deutscher Herkunft. In The White Zombie, dem ersten Zombiestreifen der Filmgeschichte, hatte er 1932 eine größere Rolle als Missionar Dr. Bruner. Daneben trat er insbesondere in Musicals wie Schönste, liebe mich (1932) an der Seite von Maurice Chevalier und Jeanette MacDonald, Tolle Marietta (1935) mit MacDonald und Nelson Eddy sowie Die Goldgräber von 1935 (1935) unter Regie von Busby Berkeley auf. In der oscarprämierten Filmbiografie Der große Ziegfeld verkörperte er den Vater der von William Powell gespielten Titelfigur Florenz Ziegfeld junior. 1942 zog er sich nach insgesamt 57 Spielfilmen in den Ruhestand zurück.

Verheiratet war Cawthorn von 1902 bis zu seinem Tod mit der Theater- und Filmschauspielerin Queenie Vassar (1870–1960). Nach seinem Tod 1949 im Alter von 80 Jahren wurde er auf dem Hollywood Forever Cemetery beigesetzt.

Filmografie (Auswahl) mini|Cawthorn im Kostüm (um 1912) 1927: The Secret Studio 1928: Hold ’Em Yale 1929: Street Girl 1929: Der Widerspenstigen Zähmung (The Taming of the Shrew) 1930: Dixiana 1932: They Call It Sin 1932: The White Zombie 1932: Schönste, liebe mich (Love Me Tonight) 1933: Blondie Johnson 1934: Housewife 1934: Liebesreigen (Music in the Air) 1934: Sweet Adeline 1934: Twenty Million Sweethearts 1935: Tolle Marietta (Naughty Marietta) 1935: Die Goldgräber von 1935 (Gold Diggers of 1935) 1935: Im Scheinwerferlicht (Bright Lights) 1935: Page Miss Glory 1936: Der große Ziegfeld (The Great Ziegfeld) 1940: Lillian Russell 1940: Scatterbrain 1941: So Ends Our Night 1942: The Postman Didn’t Ring

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