Bangaranga (Jamaikanisches Kreolisch für etwa „Unruhestifterin“) ist ein Popsong von Dara, die das Stück mit Anne Judith Wik, Cristian Tarcea und Dimitris Kontopoulos geschrieben hat. Mit dem Titel gewann sie für Bulgarien den Eurovision Song Contest 2026 in Wien. Für das Land war es der erste Sieg in diesem Wettbewerb. Der Titel erreichte in Bulgarien, Deutschland und Österreich Platz eins der Charts.
Hintergrund und Veröffentlichung Die Arbeiten zum Titel begannen bereits im November 2023 in einem Songwriting-Camp in Sofia. Dara nahm im Januar 2026 an der Show Nazionalnata selekzija teil, der bulgarischen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest. Die Sängerin erreichte in der zweiten Runde sowohl bei der Jury als auch bei den Zuschauern den ersten Platz und wurde somit als Bulgariens Vertreterin zum Eurovision Song Contest ausgewählt. Der Titel Bangaranga wurde in einer separaten Show am 28. Februar bestimmt. Er erhielt mit Abstand die meisten Stimmen bei der Zuschauerabstimmung und erreichte auch bei der Jury die Höchstpunktzahl.
Das Stück wurde von der Interpretin mit Anne Judith Wik, Cristian Tarcea und Dimitris Kontopoulos unter dem Pseudonym Starchyld X geschrieben. Letzterer war bereits zuvor für eine Vielzahl von Beiträgen am Wettbewerb verantwortlich gewesen. Er produzierte den Titel mit Tarcea, der unter dem Pseudonym Monoir auftrat. Er wurde am 28. Februar als Single von K2id Production veröffentlicht, die als digitaler Einzeltrack zum Download und Streaming erschien.
Musik und Text Bangaranga ist ein Dance-Song in englischer Sprache. Markant sind die Breaks im Verlauf des Songs, verbunden mit Tempo- und Rhythmuswechseln und der ständigen Wiederholung des Titels. Dieser ist aus dem jamaikanischen Kreolisch abgeleitet und bedeutet Unruhe oder Aufruhr beziehungsweise im Kontext des Songs (I'm the Bangarang-, Bangaranga) frei übersetzt „Unruhestifterin“ und steht auch für Selbstbewusstsein und das Entdecken innerer Stärke sowie das Besiegen von Ängsten. Die Interpretin verwies darüber hinaus auf die Tradition des Kukeri, bei dem Männer mit Masken böse Geister vertreiben.
Beim Eurovision Song Contest mini|Dara beim Eurovision Song Contest 2026 mini|Dara mit dem ESC-Pokal (2026) Mit dem Titel nahm Bulgarien am 70. ESC teil, der im Mai 2026 in Wien stattfand. Das Land trat mit Startnummer eins im zweiten Halbfinale am 14. Mai an und konnte sich für das Finale qualifizieren. Dieses fand am 16. Mai statt, wo Bulgarien mit Startnummer zwölf antrat. Sowohl beim Publikum als auch bei den Jurys erreichte es die meisten Punkte und gewann mit 516 Punkten den Wettbewerb. Für Bulgarien war es der erste Sieg beim ESC. Das Land hatte zuletzt 2022 teilgenommen und seitdem ausgesetzt.
Mit einem Abstand von 173 Punkten zum zweitplatzierten israelischen Beitrag Michelle brach Bangaranga Norwegens Rekord beim Eurovision Song Contest 2009 für den höchsten Vorsprung; Alexander Rybak hatte damals mit einem Vorsprung von 169 Punkten gewonnen. Zudem war es der erste Siegerbeitrag nach 2017, der sowohl von den Jurys als auch von den Zuschauern auf den ersten Platz gewählt wurde.
Inszenierung und Neu-Inszenierung Dara hatte bereits im Vorfeld angekündigt, die Inszenierung gegenüber der bulgarischen Vorentscheidung vollständig zu überarbeiten. Die kreative und operative Verantwortung übernahm die JeanBaptisteGroup (JBG), ein von der Choreografin und Creative Director Sacha Jean-Baptiste gegründetes Stockholmer Kreativkollektiv, das sich auf visuelle Konzepte für Großproduktionen spezialisiert hat. Jean-Baptiste zählt zu den einflussreichsten Regisseurinnen des Wettbewerbs und verantwortete unter anderem die Inszenierungen von Loreen mit Tattoo (Schweden 2023), Cornelia Jakobs mit Hold Me Closer (Schweden 2022) sowie Kristian Kostov mit Beautiful Mess (Bulgarien 2017).
Die kreative Gesamtleitung verantworteten Keisha von Arnold und Fredrik „Benke“ Rydman gemeinsam, wobei Rydman die Choreografie übernahm. Während von Arnold beim ESC 2026 auch die Beiträge von Felicia Eriksson mit My System (Schweden) und von Antigoni mit Jalla (Zypern) betreute, hatte Rydman zuvor unter anderem die Auftritte von Måns Zelmerlöw mit Heroes (Schweden 2015), Nemo mit The Code (Schweiz 2024) und Käärijä mit Cha Cha Cha (Finnland 2023) inszeniert.
Die Inszenierung beim ESC unterschied sich grundlegend von der Präsentation beim nationalen Vorentscheid. Die Performance begann mit einer auf den Kopf gestellten Nahaufnahme von Daras Gesicht, während die Tänzer transparente, clownartige Masken trugen. Das von Nicholas Choban entworfene Bühnenbild simulierte ein wartezimmerartiges Holzdekor, das auf einer rotierenden Plattform montiert war. Da diese eine fixierte Kameraposition gegenüber dem Raum beinhaltete, entstand bei der Rotation die visuelle Illusion, dass sich nicht der Holzraum, sondern die Performer drehen. Inszenierung und Choreografie nutzten dabei gezielt die räumliche Tiefe zur stationären Kamera hin, um die emotionale Dynamik zu verstärken.
Das Tänzer-Ensemble der JeanBaptisteGroup bestand aus Iker Cederblom Herrera, Lisa Högström, Mateo Rolando Cordova Pomo und Ellinea Siambalis. Als Backgroundsängerin fungierte Victoria Chalkitis, die bereits bei zahlreichen früheren Eurovision-Ausgaben in dieser Rolle mitgewirkt hatte.
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Einzelnachweise
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