Philipp Jakob Trautmann (* 21. Februar 1815 in Lambsborn, Rheinkreis, Königreich Bayern; † 3. April 1900 in Columbus, Ohio) war ein deutschamerikanischer lutherischer Geistlicher. Er gehörte 1847 zu den Gründungsmitgliedern der Missouri-Synode und wirkte an mehreren Gemeinden in Ohio und Michigan.

Biographie Aufgewachsen in der Rheinpfalz zeigte sich Trautmann bald als begabt für ein Studium, konnte dieses aber aufgrund der Armut seiner verwitweten Mutter nicht antreten. Stattdessen erlernte er den Beruf eines Schneiders und zog als Geselle nach München, Ansbach, Nürnberg und Fürth, wo er auch mit lutherischen Predigern in Berührung kam. Dem Beispiel seines Freundes Georg Wilhelm Hattstädt folgend, wollte er als Pfarrer in die Vereinigten Staaten gehen. Von dort hatte Friedrich Wyneken 1842 in seiner Schrift Die Noth der deutschen Lutheraner in Nordamerika um die Entsendung weiterer Geistlicher für die verstreuten deutschen Gemeinden im Mittleren Westen geworben. Am Dresdner Missionshaus wurde Trautmann zwar wegen Raummangels abgelehnt, ließ sich davon jedoch nicht beirren. Durch die Vermittlung von Franz Delitzsch fand er in Neuendettelsau Aufnahme bei Wilhelm Löhe, wo er sich für den Dienst in Amerika vorbereitete. Im Februar 1845 bestand er sein theologisches Examen und reiste über Leipzig und Hannover, wo er Unterstützung bei Ludwig Adolf Petri fand, in die Vereinigten Staaten. Er reiste dabei gemeinsam mit den Pfarrern Friedrich August Crämer, Friedrich Lochner und John Adam Detzer.

mini|An der Johanniskirche in Adrian wirkte Trautmann über 30 Jahre lang. Nachdem die Gruppe in New York City angekommen war, reiste sie bald weiter nach Monroe in Michigan, wo Trautmanns alter Freund Hattstädt inzwischen Pfarrer war. Sechs Wochen darauf trat er seine erste Pfarrstelle in Danbury in Ohio an und wurde durch Friedrich Schmid dort ordiniert. Er schloss sich auch Schmids Michigan-Synode an. Bereits im Juni 1846 trat Trautmann, wie auch viele andere Pastoren in Michigan, aus der dieser Synode wieder aus, da sie in dieser ein zu lockeres Bekenntnis zum Luthertum ausmachten. Zuvor war ein Pastor der Basler Mission aufgenommen worden, der sich nicht auf die lutherischen Bekenntnisschriften verpflichten lassen wollte. Stattdessen schloss er sich 1847 bei ihrer Gründung der Missouri-Synode an.

1849 wechselte Trautmann nach Liverpool in Ohio, nahm jedoch schon im Folgejahr einen durch Wilhelm Sihler vermittelten Ruf an die St. Johanniskirche in Adrian an. Diese war erst drei Jahre zuvor durch Wilhelm Hattstädt gegründet worden, der Trautmann auch an Pfingsten 1850 ins Amt einführte. Auch an den umliegenden Gemeinden, etwa an der Dreieinigkeitskirche in Hillsdale, predigte er regelmäßig. Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1882 blieb Trautmann an der Kirche in Adrian und vertrat auch danach noch mehrfach Pfarrstellen, etwa nach dem Tode Hattstädts in Monroe, aber auch in Petersburg und Lake Ridge.

Am 29. 1847 heiratete Trautmann Maria Charlotte Ahlefeld. Mit ihr hatte er sechs Kinder, von denen jedoch nur ein Sohn, der Pfarrer Carl August Trautmann, ihn überlebte. Nach dem Tod seiner Frau 1890 zog er zu seinem Sohn nach Columbus. Dort starb er am 3. April 1900 nach kurzer Krankheit. Er wurde auf dem St.-Johannis-Friedhof in Adrian begraben.

Weblinks Philipp Jakob Trautmann in der Christian Cyclopedia

Einzelnachweise

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