mini|St. Lambertus (Manderfeld) von Nordosten (2021) Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Lambertus befindet sich in Manderfeld in der belgischen Eifel, einem Dorf, das zur Gemeinde Büllingen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft gehört. Sie ist dem heiligen Lambertus gewidmet. Die mehrfach umgebaute Kirche wurde erstmals im 14. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Bemerkenswert ist der neben der Kirche eingerichtete Kreuzweg aus dem Jahr 1765.

Geschichte mini|Turm der Kirche von Norden (2018) Die Ursprünge der Manderfelder Kirche gehen zurück bis ins 11./12. Jahrhundert. Der mächtige Turm mit einem Sockel aus massiven Bruchsteinen ruht auf einem romanischen Fundament. Im 14. Jahrhundert wird die Kirche erstmals in einem Verzeichnis aller Pfarreien des Bistums Köln erwähnt.Eintrag zur Kirche im Kulturerbeportal der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens

Der dreijochige Bau ist in Sandstein ausgeführt und verputzt. Es handelte sich ursprünglich um eine Einstützkirche, bei der lediglich ein Pfeiler im Innern das Gewölbe trägt. Die genaue Datierung von Chor und Kirchenschiff ist nicht bekannt. Renovierungen erfolgten im 16., 17. und 18. Jahrhundert und Ende des 20. Jahrhunderts.

mini|Wappen des Trierer Erzbischofs und Kurfürsten Richard von Greiffenklau zu Vollrads Das Wappen des Trierer Erzbischofs und Kurfürsten Richard von Greiffenklau zu Vollrads hoch an der Nordwestecke des Turmes soll die Jahreszahl 1549 tragen.Freddy Derwal, Johannes Weber: Kirchen und Kapellen in Ostbelgien. Schnell & Steiner, Regensburg 2009, S. 52. Allerdings starb Greiffenklau bereits 1531.Florian Gläser: Richard (Reichard) von Greiffenclau zu Vollrads, in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 507–508. online

Der damalige Pfarrer Hilger Urbanus ließ 1781 das gotische Gewölbe entfernen und durch eine Flachdecke ersetzen. Auch die Orgelbühne wurde zur gleichen Zeit erneuert, wie eine Inschrift bezeugt.

An den Wänden der Sakristei aus dem Jahr 1659 befinden sich heute vier neugotische Evangelistenfiguren, die als Einzelobjekte zum schützenswerten Kulturgut Ostbelgiens gehören.Eintrag der Statuen im Kulturerbeportal der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens

Kreuzweg 1765 erhielt Manderfeld von zwei Pilgern aus dem Heiligen Land als Reliquie ein kleines Stück Holz angeblich von dem Kreuz, an dem Christus gestorben war. Im Ort bildete sich eine Kreuzbruderschaft, die zusammen mit dem Pfarrer Urbanus einen Kreuzweg in Auftrag gab.Hubert Jenniges: Die Entstehung der Kreuzwegstationen im Bereich der Lambertuskirche in Manderfeld (1765). In: Zwischen Venn und Schneifel. Monatszeitschrift des Königlichen Geschichts- und Museumsvereins Zwischen Venn und Schneifel, April 2012, S. 67–70.

Die dreizehn Stationen des Kreuzwegs sind aus Buntsandstein gehauen und stehen auf einem Rasenstück an der Südseite der Kirche. Die Bildstöcke sind etwa zwei Meter hoch und wurden von wohlhabenden Bürgern der Gegend gestiftet. Die vierzehnte Station befindet sich in einem separaten, kapellenartigen Bauwerk mit Nische nördlich auf Höhe des Kirchturmes, in dem der Leichnam Jesu von sieben biblischen Figuren beweint wird: Joseph von Arimathäa, einer unbekannten trauernden Frau, der Muttergottes Maria, Johannes (Evangelist), Maria Magdalena, einer weiteren trauernden Frau und Nikodemus. Im Volksmund heißt diese Kreuzwegstation wegen der sieben Buntsandsteinfiguren Siebenschläfer-Häuschen. Geschaffen wurden Bildstöcke und Siebenschläfer-Häuschen von dem Steinmetz Heinrich Hörner, einem in der Eifel bekannten Bildhauer, der seine Werkstatt in Prüm in der Westeifel hatte.

Sämtliche Kreuzwegstationen sind zwischen 2000 und 2001 renoviert worden.

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