Karl-Heinz Schöneburg (* 6. Februar 1928 in Gera; † 2013) war ein deutscher Staatsrechtler.

Leben Karl-Heinz Schöneburg stammte aus einer Arbeiterfamilie. 1945 trat er der KPD und später der SED bei. In Gera war er an der Begründung der örtlichen Antifa-Jugend beteiligt. Er studierte an den juristischen Fakultäten der Universitäten Jena und Leipzig. 1951 besuchte er einen Dozentenlehrgang für Juristen an der Deutschen Verwaltungsakademie in Forst Zinna und wurde noch im gleichen Jahr Dozent für das Fach Theorie und Geschichte des Staates und des Rechts an der Universität Halle sowie Leiter des dortigen Instituts für Staats- und Rechtstheorie. Parallel dazu arbeitete er von 1954 bis 1956 als Richter am Bezirksgericht Halle.Schöneburg, Karl-Heinz. In: Dirk Breithaupt: Rechtswissenschaftliche Biographie DDR. Dissertation. Universität Kiel 1993, S. 466. 1955 wurde er in Halle promoviert mit der Dissertation „Das Verhältnis des staatlichen Gesetzes zum Naturrecht in der neuthomistischen Rechtsphilosophie. Beiträge zur Kritik an der imperialistischen Rechtsphilosophie in Westdeutschland nach 1945“.

Ab 1956 war Schöneburg an der Deutschen Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft (DASR) tätig. Er beschäftigte sich unter anderem mit der Auswertung der Babelsberger Konferenz. Von 1960 bis 1971 lehrte er als Professor für Staatstheorie und Staatsrecht an der DASR. Zudem war er von 1962 bis 1966 Chefredakteur der Zeitschrift Staat und Recht. 1972 begann er als Stellvertreter des Direktors und Leiter des Bereichs Staatstheorie am neugegründeten Institutes für Theorie des Staates und des Rechts der Akademie der Wissenschaften zu arbeiten. Ab 1978 leitete er dort den Bereich Geschichte des Staates und des Rechts und Geschichte der Staats- und Rechtstheorie. Von 1993 bis 1999 war er nebenamtlicher Richter am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg.Probleme an der Akademie für Staat und Recht, Potsdam Babelsberg. Dokument vom 8. Januar 1970 im Stasi-Unterlagen-Archiv. Abgerufen am 31. März 2026.

Karl-Heinz Schöneburg starb 2013. Der Politiker und Jurist Volkmar Schöneburg ist sein Sohn. Dessen Bruder Matthias Schöneburg wurde Strafverteidiger.

Schriften (Auswahl) Die Zersetzung der richterlichen Unabhängigkeit unter dem Adenauer-Regime. Deutscher Zentralverlag, Berlin 1955. Das Verhältnis des staatlichen Gesetzes zum Naturrecht in der neuthomistischen Rechtsphilosophie. 1955. mit Karl A. Mollnau: Vier Jahrzehnte mit neuem Recht. Staatsverlag der DDR, Berlin 1985. mit Wolfgang Weichelt und Siegfried Petzold: Unsere Verfassung – Geschichte und Gegenwart. Staatsverlag der DDR, Berlin 1985.

Literatur

Weblinks

Stefan Ludwig: Karl-Heinz Schöneburg verstorben, Nachruf von Die Linke Brandenburg vom 15. März 2013

Einzelnachweise

Kategorie:Staatsrechtler (20. Jahrhundert) Kategorie:Richter (Verfassungsgericht des Landes Brandenburg) Kategorie:Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR Kategorie:Hochschullehrer (Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft der DDR) Kategorie:SED-Mitglied Kategorie:KPD-Mitglied Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1928 Kategorie:Gestorben 2013 Kategorie:Mann